Energie Cottbus Karlsruher SC: 2:1
(eis) Das Stadion der Freundschaft bleibt für den KSC ein schlechtes Pflaster. Gegen Energie Cottbus gaben die Karlsruher am Freitagabend erneut einen sicher geglaubten Sieg in den Schlussminuten aus der Hand und unterlagen mit 1:2 (0:0). Conor Casey hatte die Gäste vor 12.900 Zuschauern in Führung gebracht, zehn und drei Minuten vor dem Ende drehten Vragel da Silva und Timo Rost die Partie um. Bis zum Montag übernahm die Mannschaft aus der Lausitz Rang eins, die Wildparkelf muss auf Patzer der Teams aus der zweiten Tabellenhälfte hoffen, um nicht langsam in den Abstiegsstrudel hineingezogen zu werden.
Die Karlsruher begannen ohne Abderrahim Ouakili und mit Christian Hassa überraschend selbstbewusst. "Er hat in der letzten Zeit zu wenig Torgefahr ausgestrahlt und seine Spielgestalterrolle nicht zu meiner Zufriedenheit erfüllt", begründete Lorenz Günther Köstner die Auszeit für den Marokkaner. In Durchgang eins sah der Cheftrainer der Badener, wie Jan Männer auf der Position von Ouakili eine engagierte Leistung ablieferte. Nach 25 Minuten musste Energie Keeper Georg Koch hinter sich greifen, Schiedsrichter Felix Brych hatte das vorangegangene Handspiel von Männer aber gesehen und erkannte den Treffer zu Recht nicht an. Kurz vor dem Seitenwechsel blieb den rund 250 mitgereisten Karlsruhern erstmals der Atem stehen: Ein Missverständnis zwischen dem verunsicherten Martin Fischer und Martin Stoll konnte die Hintermannschaft gerade so ausbügeln.
Nach einem Traumpass von Marco Engelhardt erzielte Conor Casey 14 Minuten nach dem Wiederanpfiff die Führung für die Blauweißen: Von da Silva bedrängt schoss der US Boy aus spitzem Winkel im Fallen zum verdienten 1:0 ein. Die Hausherren suchten ihr Heil nun in Standardsituationen und kamen nach einer solchen zum Erfolg. Zuerst köpfte da Silva nach einem Freistoß ein (80.), den Siegtreffer für die Lausitzer erzielte Rost sträflich alleine gelassen aus kurzer Distanz (87.).
Zum dritten Mal in den zurückliegenden vier Spielen gelang es dem KSC nicht, einen Führungstreffer über die Zeit zu retten. "Es tut mir weh, wenn sich die Mannschaft ein ums andere Mal um ihren Lohn bringt", hatte Trainer Köstner Mühe, seinen Zorn zu verbergen. Den bekam ein anderer ab: "Was in den letzten Spielen alles gegen uns gepfiffen wurde, ist nicht in Ordnung", haderte der Franke über die Freistoßentscheidung von Referee Brych vor dem Ausgleich. Der Gegner habe in der Schlussphase Freistöße gesucht und gefunden. "Cottbus hatte kein anderes Mittel gegen uns bitter, wenn die Schiedsrichter ständig darauf hereinfallen." Als Entschuldigung für die Individualfehler in der Defensivarbeit lässt das der 52 Jährige jedoch nicht gelten: "Kies und Eggimann haben sich amateurhaft verhalten, solche Situationen haben wir lange geübt."
Nach einem harten Pensum gegen Spitzenteams der Liga bekommen es die Badener in den kommenden Wochen mit Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld und Keller zu tun. Schon am kommenden Sonntag können Engelhardt und Co. im Wildpark Erzgebirge Aue auf Distanz halten.
Energie Cottbus:
Koch Nikol (63. Iordache), Berhalter, da Silva, Schöckel (78. Brunnemann) Reghecampf, Rost, Löw, Gebhardt Tanque Silva (60. Vagner), Kaufman
Karlsruher SC:
Fischer Kies, Eggimann, Stoll, Dick Hassa (77. Rothenbach), Trares, Engelhardt Männer (84. Zepek) Casey, Saenko (78. Cetin)
Tore:
0:1 Casey (59.)
1:1 da Silva (80.)
2:1 Rost (87.)
Gelbe Karten: Engelhardt, Männer, Saenko
Zuschauer: 12.900
Schiedsrichter: Felix Brych (München)
Assistenten: Josef Maier, Roland Greth









