Dohmen analysiert Duisburg Video
Nach dem Einspruch gegen die Spielwertung wartet der KSC auf weitere Ermittlungsergebnisse von Staatsanwaltschaft und DFB. Manager Dohmen hat unterdessen eine Videoaufzeichnung des Spiels gesehen und eine bekannte Fehlentscheidung näher betrachtet.
Von Andreas Eisinger
Am Donnerstag traf das Videoband mit der Aufzeichnung der KSC Partie gegen den MSV Duisburg auf der Geschäftsstelle ein. Sofort setzte sich Rolf Dohmen vor den Fernseher und durchlitt gut zwei Monate nach der Heim Pleite die drei Gegentore ein zweites Mal. Sein knappes Fazit: "Ja, mir ist etwas komisch vorgekommen." Vergangene Woche erhoben die Karlsruher beim Deutschen Fußballbund (DFB) Einspruch gegen die Spielwertung. Schiedsrichter Dominik Marks aus Berlin soll am "Wett Skandal" beteiligt sein, der Fußball Deutschland derzeit in Atem hält. Das Spiel gegen die Zebras steht im Verdacht der Manipulation.
Freitag, 3. Dezember 2004: Die Meidericher gehen im Wildpark früh in Führung. Wenig später erhöht Dirk Lottner nach einem Gegenzug auf 2:0. Kurz zuvor griffen die Blau Weißen an, Ioannis Masmanidis fiel vor der Duisburger Strafraumecke. "Ein klares Foulspiel", analysiert Dohmen. Zufällig hat der Manager die Szene beim Video Studium nicht entdeckt: In seinem Geständnis gab der Hauptangeklagte Robert Hoyzer ein Gespräch mit Kollege Marks zu Protokoll. Darin soll der 29 Jährige vom übersehenen Foulspiel berichtet haben. Mit mindestens zwei Toren Vorsprung hätten die Duisburger nach Abpfiff vom Platz gehen sollen, erklärte Hoyzer weiter. Für den erfolgreichen Auftrag habe Marks 30.000 Euro erhalten und davon seiner Frau ein Auto gekauft, berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel.
Doch nicht nur diese Szene machte Manager Dohmen aufmerksam. Näher möchte der aber nicht darauf eingehen und mahnt zur Besonnenheit. Als Beispiel nennt er ein KSC Tor aus der Anfangsphase der Partie, das Marks nicht anerkannte: "Völlig zu Recht Masmanidis hat vorher klar mit der Hand gespielt, man muss bei aller Aufregung ehrlich bleiben." Doch schon das Foul vor dem 0:2 zeige, wie wichtig der vorsorgliche Einspruch beim DFB gewesen sei. Wie den meisten Zuschauern sei ihm die Situation im Stadion nicht aufgefallen, erklärt Dohmen. Nach Eröffnung der Sachlage hatte der Verein nur zwei Tage Zeit, um zu reagieren.
Am Nachmittag verhandelte das DFB Sportgericht den Protest des Hamburger SV zum Pokalspiel in Paderborn. Die Hamburger zogen ihren Einspruch zurück und einigten sich mit dem Fußball Bund auf einen Vergleich. Im Pokal Wettbewerb werden nun keine Spiele wiederholt. Wann der KSC Protest auf die Tagesordnung gesetzt wird, ist nicht abzusehen. Bisher ist nur der Inhalt Hoyzers Geständnis an die Öffentlichkeit gelangt. Wie glaubwürdig das in Bezug auf Schiedsrichter Kollegen ist, bleibt bis zum Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen oder zu weiteren Geständnissen abzuwarten. Dominik Marks selbst bestreitet die Vorwürfe weiter vehement.









