Verletzungssorgen vor Leverkusen

Profis von Andreas Eisinger

Heinz-Walther Löhr hätte sich seine Arbeitswoche wohl nicht ganz so arbeitsreich vorgestellt. Weil Mannschaftsarzt Marcus Schweizer seinen Sommerurlaub genießt, tritt dessen Vorgänger Löhr derzeit seinen Dienst im Wildpark an und hat dort alle Hände voll zu tun.

Von Andreas Eisinger

Vor dem Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen (morgen, 15.30 Uhr) muss Cheftrainer Edmund Becker nämlich auf sechs seiner Profis verzichten oder zumindest um ihren Einsatz bangen. Neben dem Langzeitverletzten Florian Dick (Kreuzbandriss) kommt das Spiel bei der Werkself auch für Mittelfeldmann Massimilian Porcello (Muskelverletzung) noch zu früh. Unter der Woche brach sich Neuzugang Stefan Buck im Training den Zeh, auch er fehlt.

 

Tamas Hajnal kam mit einem Ziehen im Oberschenkel von seinem Nationalmannschaftsauftritt (mit Ungarn gewann er das Freundschaftsspiel gegen Italien 3:1) zurück, sein Einsatz ist unwahrscheinlich. Beckers Alternative im Mittelfeld, Alexander Iashvili, war mit dem georgischen Nationalteam unterwegs und hat beim 0:0 gegen Luxemburg einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen – auch sein Mitwirken steht in Frage. Außerdem leidet Christian Timm an einer Magen-Darm-Grippe. Wenigstens die beiden anderen Nationalspieler Bradley Carnell (0:1 mit Südafrika in Schottland) und Edmond Kapllani (3:0 gegen Malta) kamen ohne Verletzungen zurück, „wenn auch etwas müde vom Flug“, erläuterte Becker vor der Abfahrt nach Leverkusen.

 

„Wir sind froh, vier Nationalspieler im Kader zu haben“, fuhr Becker fort, „eigentlich ja fünf, auch Mario Eggimann war zu einem Lehrgang mit der Schweizer Elf geladen. Da müssen wir eben auch mit den Nachteilen leben.“ Sollten die drei Wackelkandidaten ausfallen, muss Becker möglicherweise sogar sein Spielsystem umkrempeln. „Aber ich denke positiv – erst, wenn ein Ausfall definitiv feststeht, rauchen in der Trainerkabine die Köpfe.“ Seine Mannschaft hält er für stark genug, auch die Ausfälle verkraften zu können. Benjamin Barg aus der Regionalliga-Mannschaft komplettiert den Kader, falls nicht alle Profis rechtzeitig fit werden.

 

Eine Woche liegt hinter der Heimschlappe gegen Hannover im Wildparkstadion. „Da haben wir zu recht Kritik eingesteckt, wenngleich sie mir etwas zu ergebnisorientiert war“, sagt Becker. „Aber die Mannschaft war nach dem Nürnbergspiel nicht euphorisiert und nach dem Hannover-Spiel war sie auch nicht am Boden.“ Jetzt will Becker an die gute Leistung in der ersten Halbzeit des Heimspiels anknüpfen: Auch am dritten Spieltag habe es der KSC mit einem Gegner mit Tuchfühlung auf die Uefa-Cup-Plätze zu tun. „Wir wollen das Spiel offen halten und dann kommt es darauf an, wer die wenigsten Fehler macht und wer entschlossener agiert.“


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