Valentini: "Müssen konzentriert zu Werke gehen"
Nach drei Jahren in Diensten des KSC ist die laufende Spielzeit für Vize-Kapitän Enrico Valentini die vorerst letzte im Wildpark. Der Deutsch-Italiener wechselt im Sommer zum 1. FC Nürnberg und kehrt damit zurück an seine Geburtsstätte. Wir haben mit „Valle“ über die Vorbereitung auf das Match am Freitag, die öffentliche Kritik und den Kampf um den Klassenerhalt gesprochen.

Enrico, inwiefern kam euch die Unterbrechung im Rahmen der Länderspielpause in der aktuellen Situation gelegen?
Grundsätzlich kann ich auf solche Pausen liebend gerne verzichten. In diesem Fall bewerte ich die Pause mit gemischten Gefühlen. Wir haben das Testspiel gegen Mainz nutzen können, um dabei das Selbstvertrauen zu tanken, das wir im Hinblick auf Freitag brauchen.
Ihr habt dem Bundesligisten aus Mainz ein 1:1 abgerungen. Was kann man davon mitnehmen für das Duell in Nürnberg?
Ich denke, wir haben insgesamt einen guten Auftritt hingelegt, was die defensive Kompaktheit und Konzentration anbelangt. Darauf können wir in den verbleibenden Trainingseinheiten aufbauen, um dann mit einem guten Gefühl und Zuversicht nach Nürnberg zu fahren.
Gaétan Krebs stand nach überstandenem Kreuzbandriss in Mainz in der Startelf und scheint für Freitag eine Option zu sein. Wie nützlich kann seine Erfahrung im Saison-Endspurt noch werden?
Gaétan ist ein Spieler, den wir brauchen. Er bringt mit seiner Sicherheit am Ball unheimlich viel Ruhe in unser Spiel. Wir alle sind sehr froh, dass er wieder mit an Bord ist. Seine Erfahrung und Souveränität auf dem Platz wird uns guttun.
Oliver Kreuzer hat in der vergangenen Woche die Mannschaft öffentlich in die Pflicht genommen und eine professionellere Einstellung gefordert. Hat dieser Appell im Team gefruchtet?
Es ist natürlich keine schöne Situation, wenn man öffentlich an den Pranger gestellt wird. Das gilt nicht nur für die angesprochenen Spieler, sondern für die gesamte Mannschaft. Wir alle sitzen im selben Boot. Deshalb muss man sich als Einzelner auch nicht beleidigt fühlen, wenn man kritisiert wird. Es liegt an uns, mit guten Leistungen auf dem Platz für positive Schlagzeilen zu sorgen.
Auch um die Zukunft von Mirko Slomka wurde in der Presse spekuliert. Inwiefern seht ihr euch als Team in der Pflicht, diesen Spekulationen den Wind aus den Segeln zu nehmen?
In erster Linie stehen wir dem Verein gegenüber in der Pflicht, erfolgreich zu sein und die Klasse zu halten. Das ist die oberste Prämisse. Wenn der Erfolg ausbleibt, gehören Diskussionen um den Trainer in diesem schnelllebigen Geschäft leider dazu. Mit dem Leistungsdruck müssen Spieler und Verantwortliche gleichermaßen leben.
Du bist unter Slomka bereits auf mehreren Position zum Einsatz gekommen. Zuletzt vermehrt in der Offensive. Spielt das für dich eine Rolle?
Für mich ist das nichts Neues. In der Vergangenheit habe ich bereits auf vielen unterschiedlichen Positionen gespielt. Insofern hat mich das in den vergangenen Spielen nicht überrascht. Mir ist es wichtig, dass ich von Beginn an auf dem Platz stehe und mithelfen kann. Da ist mir die Position letzten Endes egal.
Es ist sportlich betrachtet die sicherlich schwierigste Zeit, die du im Wildpark derzeit erlebst. Wie gehst du damit um?
Es ist wahrlich keine einfache Situation. Ich versuche, das Drumherum in der jetzigen Situation auszublenden, um mich auf die wesentlichen Aufgaben und Ziele zu konzentrieren, nämlich mit den Jungs in den letzten neun Spielen genügend Punkte zu sammeln.
Der kommende Gegner, der 1. FC Nürnberg, ist nicht nur dein Heimatclub, sondern auch dein künftiger Arbeitgeber. Im Sommer kehrst du dorthin zurück. Inwiefern ist die Partie am Freitag für dich eine besondere?
Für mich ist das im Grunde ein Spiel wie jedes andere. Der Gegner spielt für mich in diesem Fall keine Rolle. Diese Woche heißt er nun mal Nürnberg, die Woche darauf dann Würzburg. Mir geht es ausschließlich darum, dass wir am Freitag drei Punkte einfahren.
Welche Tugenden werden gefragt sein, um in Nürnberg zu punkten?
Wir müssen uns auf das besinnen, was wir im Test gegen Mainz in Ansätzen bereits gezeigt haben und konzentriert zu Werke gehen. Das heißt, in erster Linie kompakt zu stehen und als Verbund konsequent zu verteidigen. Wenn wir es schaffen, die Konzentration in allen Mannschaftsteilen 90 Minuten lang hochzuhalten, bin ich guter Dinge, dass wir mit drei Punkten im Gepäck zurück nach Karlsruhe fahren.
Das Interview führte Amin Mir Falah











