Torres: „Es ist mir wichtig, der Mannschaft zu helfen“
Seit fast drei Jahren steht Manuel Torres nun in Diensten des KSC. Vergangenen Samstag feierte der spanische Flügelflitzer im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg sein Startelf-Comeback und erzielte dabei prompt den Siegtreffer zum 2:1-Endstand. Im Interview spricht der Andalusier über das Tor gegen den Club, seinen Torero-Jubel und Gedanken an die deutsche Nationalmannschaft.

Manu, am letzten Samstag habt ihr den Aufstiegsaspiranten aus Nürnberg im Wildpark besiegt. Wie viel Selbstvertrauen hat euch das gegeben?
Wir haben als Team eine richtig gute Leistung abgeliefert – gegen eine starke Mannschaft aus Nürnberg, die nicht umsonst zu den Kandidaten für den Aufstieg in die erste Liga gehört. Wir haben wieder gezeigt, dass wir immer bis zum Schluss kämpfen und alles dafür geben, um die drei Punkte im Wildpark zu behalten und unsere Fans glücklich zu machen.
Du hast entscheidend dazu beigetragen mit deinem Kopfballtor zum 2:1-Endstand. Wirst du jetzt noch zum Kopfballungeheuer?
(Lacht) Das hat sich im Spiel einfach so ergeben. Ich habe eine perfekte Flanke von Mo Gouaida bekommen und habe den Ball dann mit dem Kopf super getroffen und er ist zum Glück reingegangen. Das hat mich natürlich sehr gefreut. Vor allem hat es mich gefreut, dass ich der Mannschaft dadurch helfen konnte, das Spiel zu gewinnen. Die drei Punkte haben wir uns alle gemeinsam erkämpft.
Das Tor hast du mit deinem üblichen Torero-Jubel gefeiert. Nach Apfiff hast du sogar KSC-Maskottchen Willi Wildpark „gezähmt“. War das eine spontane Aktion?
Das war ganz spontan. Ich zeige diesen Jubel nach jedem meiner Tore. Das ist vor allem als Gruß in meine spanische Heimat gedacht, deshalb auch immer der Torero-Jubel.
Als Belohnung für den Sieg hat Trainer Markus Kauczinski euch am Montag frei gegeben. Einige haben das für einen Trip in den Europa Park genutzt. Du warst nicht dabei. Hast du etwa Angst vor Achterbahnen?
(Lacht) Nein, Angst habe ich definitiv keine. Ich wäre sehr gerne mitgegangen, aber ich hatte private Termine und musste deshalb leider passen.
Du hast am Samstag dein Startelf-Comeback gefeiert, nachdem du dir Anfang März einen Faserriss zugezogen hattest. Bist du schon wieder bei 100 Prozent, was die körperliche Fitness angeht?
Absolut, ich fühle mich wieder topfit. Nachdem ich mich im Spiel gegen Paderborn verletzt hatte, konnte ich die Länderspielpause nach dem Match gegen den SC Freiburg nutzen, um wieder komplett fit zu werden. Ich hätte am liebsten schon direkt nach der Länderspielpause gegen 1860 München von Anfang an gespielt, aber der Trainer wollte nichts überstürzen. Deshalb habe ich dann bis letzten Samstag warten müssen, aber umso schöner, dass es dann gleich mit einem Sieg und einem Tor von mir geklappt hat.
Seit fast drei Jahren spielst du nun im Wildpark. Wie heimisch fühlst du dich mittlerweile in Karlsruhe?
Ich bin absolut glücklich in Karlsruhe. Ich spiele aktuell meine dritte Saison beim KSC und nach drei Jahren hat man sich natürlich auch an die Stadt und das Umfeld gewöhnt. Ich würde vielleicht nicht unbedingt von Heimatgefühlen sprechen – dafür sind drei Jahre dann vielleicht doch noch eine zu kurze Zeit – aber auf jeden Fall fühle ich mich sehr wohl hier.
Deine eigentliche Heimat ist bekanntlich Spanien, das Land des Fußball-Europameisters. Im Sommer steht die Euro in Frankreich an. Du hättest bestimmt nichts gegen ein Finale zwischen Spanien und Deutschland, oder?
Das wäre natürlich mein persönliches Wunschfinale. Es ist aber schwer bis unmöglich, vorauszusagen, wer es dann letztlich ins Finale schafft. Beide Nationen haben extrem starke Teams, die auf jeden Fall die Qualität dazu haben. Als Spanier, der in Deutschland Fußball spielt, hoffe ich natürlich auf ein Endspiel Deutschland gegen Spanien.
Du hast vor einiger Zeit mal verraten, dass du dir sogar vorstellen könntest, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen.
Das stimmt. Ich lebe seit fünf Jahren hier im Land. Deshalb könnte ich mir durchaus vorstellen, für Deutschland zu spielen. Aber das ist wirklich nur ein Gedankenspiel. Das ist kein persönliches Ziel von mir, mit dem ich mich jeden Tag beschäftige.
Jetzt geht es am Freitag für den KSC nach Bochum. Auf was für ein Spiel stellst du dich ein?
Jedes Spiel ist auf seine eigene Art und Weise speziell und besonders. Es wird, wie eigentlich immer in dieser Liga, eine schwierige Aufgabe. Wenn wir es schaffen, wieder so zu spielen wie gegen Nürnberg, dann glaube ich fest daran, dass wir drei Punkte mitnehmen.
Und sehen wir dann wieder den Torero Manuel Torres?
Es wäre natürlich super, wieder zu treffen. Aber mir ist es in erster Linie wichtig, der Mannschaft zu helfen – egal ob mit einem Tor, einem Assist oder einfach nur einer guten Leistung.
Das Interview führte Amin Mir Falah











