Prömel: "Ich bin froh, den Schritt zum KSC gemacht zu haben"
Seit August letzten Jahres steht Grischa Prömel beim KSC unter Vertrag. Nachdem er in Bochum aufgrund einer Gelbsperre fehlte, wird Markus Kauczinski am Montag im Heimspiel gegen Sandhausen wieder auf die Dienste des U20-Nationalspielers zurückgreifen können. Im Interview mit der KSC-Redaktion spricht Prömel über seine erste Saison in Liga zwei, sein Traumtor im Derby gegen den FCK und seine Einsätze für die DFB-Junioren.

Grischa, in Bochum hast du gelbgesperrt gefehlt. Wie sehr schmerzt es, wenn man eigentlich spielen könnte, aber nicht darf?
Die gelbe Karte im Spiel gegen Nürnberg war natürlich ärgerlich. Davor hatte ich zehn Spiele lang keine kassiert. Irgendwann ist die fünfte Gelbe aber fällig und gegen Nürnberg war es dann leider soweit. Ich bin zwar mit dem Wissen ins Spiel gegangen, dass ich bei einer Verwarnung gesperrt werde, aber wenn der Ball rollt, denkst du nicht mehr daran. Da gibt es auf dem Platz dann auch kein Zurückhalten.
Drei Spiele bleiben noch bis zum Saisonende. Welches Ziel habt ihr euch für die letzten Partien gesteckt?
Für die Mannschaft und den Verein geht es in den letzten Spielen noch um einiges. Unter anderem um Fernsehgelder, die von unserem Tabellenplatz am Ende der Saison abhängen. Es geht aber auch um den sportlichen Wettkampf. Als Fußballer willst du immer gewinnen – in jedem Spiel. Für mich als jungen Spieler geht es außerdem darum, so viele Einsätze wie möglich zu bekommen. Deshalb bin ich froh über jede Minute, die ich in dieser Saison noch spielen kann.
In den letzten vier Spielen vor deiner Sperre bist du auf der Zehnerposition zum Einsatz gekommen. Welchen Einfluss hat die Position auf deine Spielweise?
In den ersten drei Spielen auf der Position hat es gegen Freiburg, München und Kaiserslautern ganz gut geklappt, wie ich finde. Mit meiner Leistung im Spiel gegen Nürnberg war ich weniger zufrieden, da habe ich mich schwergetan. Ich denke, für einen Spieler ist es immer gut, wenn er variabel ist und auch mal auf eine andere Position ausweichen kann. Zu Beginn der Saison habe ich als Rechtsverteidiger gespielt, jetzt in den letzten Spielen auf der Zehn. Ich selbst sehe mich nach wie vor am ehesten im defensiven Mittelfeld auf der Sechserposition.
Deine Premierensaison als Blau-Weißer ist fast vorbei. Wie bewertest du dein erstes Jahr im Wildpark?
Ich bin froh, den Schritt zum KSC gemacht zu haben. Ich habe mich hier auf Anhieb wohl gefühlt und wurde vom Verein und den Kameraden in der Mannschaft super aufgenommen. Dazu hatte ich das Glück, dass ich sofort ins Team reingerutscht bin und spielen durfte. Für uns als Mannschaft war es sportlich keine einfache Saison. Wir hatten gerade zu Beginn der Saison eine schwierige Phase, durch die wir gehen mussten. Im Saisonverlauf haben wir es dann geschafft, uns zu stabilisieren. Mit meiner persönlichen Saison bin ich insgesamt zufrieden. Ich habe bislang 19 Einsätze gesammelt, die meisten davon von Beginn an. Ich denke, das ist für mein erstes Jahr in der 2. Liga ganz ordentlich.
Eins deiner persönlichen Saison-Highlights war sicherlich dein Traumtor im Derby gegen den FCK, oder?
Auf jeden Fall. Den Treffer behalte ich definitiv für immer in Erinnerung. Das erste Zweitligator und dann auch noch im Derby gegen Kaiserslautern. Das war schon ein fantastischer Moment.
Wie hast du dich abseits des Platzes in der Stadt eingelebt?
Karlsruhe hat als Stadt einiges zu bieten. Man kann hier viel unternehmen und mit dem Fahrrad bequem durch die Stadt fahren. Außerdem studieren hier ein paar Freunde von mir aus der Schulzeit. Wenn wir dann mal einen freien Tag haben oder kein Nachmittagstraining ansteht, gehe ich gern mit Freunden in den Park oder treffe mich mit den Jungs aus der Mannschaft und wir kochen gemütlich zusammen.
Du hast in dieser Saison nicht nur fleißig Einsätze für den KSC, sondern auch für die U20 des DFB gesammelt. Was bedeutet es für dich, den Adler auf dem Trikot zu tragen?
Das Privileg, für Deutschland zu spielen, hat nicht jeder. Es erfüllt einen mit Stolz, wenn man für sein Land spielen darf. Es ist immer ein besonderes Erlebnis, zu den Spielen anzureisen und sich mit den Jungs aus den anderen Vereinen auszutauschen. Es macht einfach Spaß, wenn du mit den besten Kickern aus deinem Jahrgang zusammen spielen darfst.
Neben dir gehört auch Boubacar Barry zur deutschen U20. Wie eng ist euer Verhältnis in der Truppe?
Bouba und ich kommen super miteinander aus. Wir sind beide im gleichen Alter und unternehmen öfters etwas zusammen. Es ist schön, wenn du gemeinsam mit einem Vereinskollegen zur Nationalmannschaft reisen kannst. Wir sind dort dann auch meistens Zimmernachbarn.
Am Montag steht nun das Heimspiel gegen Sandhausen an – zu ungewohnter Anstoßzeit um 18.30 Uhr. Spielt das für dich als Spieler eine Rolle?
Für mich persönlich spielt das keine Rolle. Natürlich gibt es Kollegen, die lieber früher oder später spielen, aber für mich macht das keinen großen Unterschied. Wir bereiten uns im Training immer auf die entsprechenden Anstoßzeiten vor. Ich glaube eher, dass es für die Fans und Zuschauer ungeschickt ist, weil viele um die Uhrzeit noch arbeiten.
Das Hinspiel in Sandhausen ging 1:3 verloren. Habt ihr das für Montag im Hinterkopf?
Wir haben auf jeden Fall etwas gutzumachen. Im Hinspiel haben wir wirklich keine gute Leistung gebracht. Es war ein unschönes Spiel unter schwierigen Platzverhältnissen, bei dem es für uns einfach nicht lief. Die Sandhäuser sind dann auch noch per Sonntagsschuss in Führung gegangen. Deshalb werden wir am Montag alles daran setzen, das Hinspielergebnis auszubügeln. Es muss unser Anspruch sein, zu Hause gegen Sandhausen zu gewinnen.
Das Interview führte Amin Mir Falah











