Nazarov: "Das Spiel ist für mich ein absolutes Highlight"
Drei Jahre lang schnürte Dimitrij Nazarov seine Fußballschuhe für den Karlsruher Sport-Club, ehe es den Offensiv-Allrounder im Sommer ins Erzgebirge zog. Im Interview mit der KSC-Redaktion blickt der aserbaidschanische Nationalspieler auf seine Zeit in Baden zurück und verrät, was die bevorstehende Rückkehr in den Wildpark für ihn bedeutet.

Dimitrij, mit den letzten Erfolgserlebnissen im Gepäck – man darf annehmen, dass ihr mit breiter Brust nach Karlsruhe reist, oder?
Auf jeden Fall. Wir haben in Dresden mit 3:0 gewonnen, waren zuhause gegen Bielefeld ganz nah dran am nächsten Dreier und haben auch in den Spielen, die wir unglücklich verloren haben wie gegen Fürth oder Heidenheim, sehr gut mitgehalten. Ich denke, wir haben als Mannschaft ein Signal gesendet an den Rest der Liga.
Aus den ersten sechs Spielen habt ihr sieben Punkte erbeutet. Seid ihr als Aufsteiger damit im Soll?
Als Aufsteiger ist natürlich jeder Punkt wichtig und jeden einzelnen nimmt man gerne mit. Aber ich denke, ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass sogar noch mehr Punkte für uns dringewesen wären. Das Allerwichtigste für uns ist, so schnell wie möglich die nötigen Punkte zu sammeln, um uns von den Abstiegsrängen fernzuhalten. Da sind wir aktuell auf einem guten Weg.
Nachdem du in den ersten vier Saisonspielen noch Einsatzzeiten bekommen hast, bist du in den letzten zwei Spielen nicht zum Zuge gekommen. Wie bewertest du deine persönliche Rolle unter Coach Pavel Dotchev?
Mein Wechsel war erst relativ spät in trockenen Tüchern, weshalb ich fast die gesamte Vorbereitung verpasst habe. Das habe ich durch individuelle Extraschichten erst einmal nachholen müssen. Mittlerweile bin ich bei 100 Prozent, das weiß auch der Trainer. Ich lasse mich überhaupt nicht verrückt machen. Ich weiß, dass für mich noch weitere Einsätze in nächster Zeit herausspringen werden und dass mir der Trainer die Chance geben wird, der Mannschaft zu helfen. Hoffentlich bereits am Samstag.
Vergangene Saison hast du bekanntlich noch das KSC-Trikot getragen. Wann war für dich klar, dass die Zeichen auf Trennung stehen?
Für mich war es schon zu Beginn der Rückrunde klar, dass sich die Wege am Saisonende trennen. Nach drei Jahren war für mich einfach die Zeit reif für einen Tapetenwechsel. Ich wollte einen persönlichen Neuanfang und habe deshalb in der Rückrunde den Entschluss gefasst, zu wechseln. Pavel Dotchev hat mich in den Gesprächen davon überzeugt, dass Aue für mich der richtige Club ist, um hier den nächsten Schritt zu machen.
Drei Jahre hast du in Karlsruhe verbracht. Wie blickst du auf deine Zeit im Wildpark zurück?
Insgesamt war es eine richtig schöne Zeit. Wir haben als Mannschaft zusammen gelacht und geweint, Höhen und Tiefen erlebt. Jeder weiß, wie kurz wir davor standen, in die 1. Liga aufzusteigen. An so etwas wird man sich immer erinnern. Wir haben uns in der Zeit, in der ich dort war, nach dem Wiederaufstieg in die 2. Liga von Saison zu Saison verbessert und die Liga aufgemischt. Der KSC ist und bleibt ein sympathischer Verein, auf den ich nur mit positiven Gefühlen zurückblicke.
Mit Pascal Köpke habt ihr einen weiteren Ex-Karlsruher in euren Reihen. Ihr habt die Hinrunde der vergangenen Saison noch gemeinsam im Wildpark verbracht. Inwiefern verbindet das euch zwei in Aue?
Die gemeinsame Zeit beim KSC verbindet natürlich. Pascal ist ja bekanntlich ein halbes Jahr früher als ich in Aue gelandet und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Club jetzt wieder in der 2. Liga spielt. Als ich dann im Sommer dazugekommen bin, war die Verbindung zwischen uns beiden sofort wieder da.
Jetzt steht am Samstag die Rückkehr in den Wildpark bevor. Beschäftigst du dich damit im Vorfeld oder ist das für dich ein Spiel wie jedes andere?
Für mich ist das auf keinen Fall eine Partie wie jede andere. Um ehrlich zu sein, ist das Spiel für mich ein absolutes Highlight. Wir spielen im Wildpark, das drei Jahre lang mein Wohnzimmer war. Darauf freue ich mich riesig.
Der KSC wartet noch immer auf den ersten Saisonsieg, muss sich mit aktuell vier Punkten begnügen. Wie hast du den Saisonstart der Blau-Weißen aus der Ferne wahrgenommen?
Es hat ja im Kader einen kleineren Umbruch gegeben mit einigen Ab- und Zugängen. Da braucht es natürlich Zeit, bis sich eine Mannschaft gefunden und eingespielt hat. Das ist nichts Ungewöhnliches und auch bei vielen anderen Vereinen zu sehen. Ich bin mir sicher, dass der KSC sich wieder nach oben kämpfen wird. Die Mannschaft hat die nötige Qualität.
Was macht Aue zu einem gefährlichen Gegner?
Wir spielen nicht wie ein typischer Aufsteiger, der sich nur auf das Verteidigen und Kontern beschränkt. Bei uns wird auch das spielerische Element großgeschrieben. Wir suchen das offensive, mutige Kurzpassspiel und wollen mehr agieren als reagieren. Der Kern der Mannschaft ist eingespielt und wurde im Sommer punktuell verstärkt. Das macht uns zu einem unbequemen Gegner für jede Mannschaft in dieser Liga – auch für den KSC.
Das Gespräch führte Amin Mir Falah











