Meffert: "Es hat sich angefühlt, als würde ich nach Hause kommen"

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Nach zwei Jahren in Diensten des Karlsruher SC verabschiedete sich Jonas Meffert im vergangenen Sommer in Richtung Breisgau, um beim SC Freiburg den Schritt in Liga eins zu wagen. Nun ist der Mittelfeldmotor wieder zurück an alter Wirkungsstätte – zumindest vorübergehend. Bis Saisonende haben sich die Blau-Weißen ein zweites Mal die Dienste des gebürtigen Kölners gesichert. Wir haben mit dem Rückkehrer unter anderem über seine Zeit im Breisgau, die Trainertypen Streich und Slomka sowie das kommende Gastspiel beim VfL Bochum gesprochen.

Jonas, als der Anruf von Oliver Kreuzer kam – hast du da noch lange überlegen müssen?
Als sich abgezeichnet hat, dass Freiburg mich ziehen lassen würde und der KSC sein Interesse bekundete, habe ich nicht mehr lange überlegen müssen. Die Entscheidung ist mir dann sehr leicht gefallen. Ich kenne den Club, die Spieler, die Fans, das Umfeld bestens und bin überzeugt, dass ich hier wieder die Spielpraxis sammeln kann, die ich brauche und die mir in Freiburg verwehrt blieb.

Warum hat es in Freiburg zumindest im ersten Anlauf nicht so geklappt wie erhofft? Kam der Schritt Bundesliga für dich zu früh?
Das zu bejahen, fällt mir schwer. Ich habe mich eigentlich bereit gefühlt für die Bundesliga. Ich habe im ersten halben Jahr einfach nie eine wirkliche Chance gehabt, mich zu beweisen. Christian Streich hat mir zu Saisonbeginn erklärt, dass er in erster Linie auf die Spieler setzen würde, die bereits in der Vorsaison an Bord waren, weil er weiß, was er an ihnen hat und ihnen vertrauen kann. Die Mannschaft hat dann gute Spiele abgeliefert und viele Punkte eingefahren. Dass der Trainer dann keine Veranlassung sah, personelle Wechsel vorzunehmen, kann ich nachvollziehen.

Hast du der kurzen Zeit in Freiburg trotzdem auch etwas Positives abgewinnen können?
Definitiv. Ich habe, auch wenn ich nicht viel gespielt habe, in der kurzen Zeit auch viel Positives mitnehmen können. Ich habe meine Lehren daraus gezogen, auch was meine persönliche Erwartungshaltung angeht und bin guter Dinge, dass es für mich jetzt wieder vorwärts geht.

Du bist erst einmal bis Saisonende ausgeliehen – wie hoch stehen denn die Chancen, dass wir dich auch langfristig wieder im Wildpark sehen?
Darüber mache ich mir zurzeit gar keine Gedanken. Abgesehen von meiner persönlichen Situation geht es jedem Spieler so, dass er von Woche zu Woche, von Spiel zu Spiel schaut. Jetzt geht es ausschließlich darum, dass wir Gas geben und versuchen, so viele Punkte wie möglich zu sammeln.

Wie war es für dich, das erst Mal wieder hier aufs Trainingsgelände zu fahren?
Es hat sich angefühlt, als würde ich nach Hause kommen. Einen Großteil der Truppe kenne ich natürlich bestens, es sind aber auch viele neue Gesichter mit dabei, die ich in den kommenden Tagen hoffentlich näher kennenlernen werde. Ich freue mich tierisch auf die nächsten Monate.

Glaubst du, dass die Mannschaft unter dem neuen Chefoach auf Anhieb verstärken kannst?
Der Trainer ist natürlich auch für mich erst einmal neu. Für mich geht es darum, seine Spielphilosophie zu verinnerlichen und auf dem Platz das umzusetzen, was er von mir sehen möchte. Dass ich die meisten Spieler und auch das Umfeld kenne, ist sicherlich ein Pluspunkt, den ich mitbringe. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich der Mannschaft sofort weiterhelfen kann.

Du hast Christian Streich kennengelernt, jetzt Mirko Slomka. Die beiden wirken, als wären sie vom Typ her das genaue Gegenteil des jeweils anderen. Siehst du das auch so?
Auch wenn ich Mirko Slomka erst seit ein paar Tagen kenne – man merkt, dass beide Trainer Bundesliga-Erfahrung mitbringen und ganz klare Vorstellungen haben. Sie haben ihren Plan, wissen genau, was sie von den Spielern auf dem Platz sehen wollen und arbeiten sehr akribisch bis ins letzte Detail. Christian Streich ist von seiner Art her vielleicht etwas emotionaler und Mirko Slomka dagegen etwas analytischer.

Im ersten Spiel hat der neue Coach gleich seinen ersten Dreier gelandet – wie ordnest du den Sieg zum Rückrundenauftakt ein?
Am Anfang ist es der Mannschaft schwer gefallen, ins Spiel reinzufinden, was nach der Winterpause und mit einem neuen Trainer auch nicht überraschend ist. In der zweiten Halbzeit hat die Truppe dann zeigt, welche Qualität in ihr steckt. Es hat Spaß gemacht, den Jungs zuzuschauen. Im Endeffekt haben wir vielleicht ein Gegentor zu viel kassiert, haben dafür aber auch drei Tore geschossen. Es war ein verdienter Sieg und enorm wichtiger Sieg, der uns Rückenwind gibt für die nächsten Spiele.

Nun folgt das Auswärtsspiel beim VfL Bochum. Wie schwierig wird die Aufgabe?
Einfach wird es ganz bestimmt nicht – wie immer in dieser Liga. Es wird ein hartes Stück Arbeit und ein hart umkämpftes Spiel. Die Bochumer haben ihr erstes Spiel in der Rückrunde verloren, werden also alles geben, um daheim die ersten Punkte einzufahren. Dafür müssen und werden wir gewappnet sein.

Werden wir dich am Sonntag bereits im Einsatz sehen?
Als Spieler will man natürlich in jedem Spiel von Beginn an auf dem Platz stehen. Die Entscheidung trifft aber allein der Trainer. Bereit dafür fühle ich mich auf jeden Fall. Ob es dazu kommt, werden wir am Sonntag sehen. Das Wichtigste ist, dass wir mit drei Punkten im Gepäck zurück nach Karlsruhe fahren.

Das Interview führte Amin Mir Falah


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