Gegner im Detail: Der 1. FC Heidenheim

Profis

Am 29. Spieltag ist der 1. FC Heidenheim im Wildpark zu Gast. Wir werfen einen genaueren Blick auf den Tabellen-Siebten.

Der FC Heidenheim spielte eine hervorragende Hinserie und belegte nach 17 Spieltagen mit drei Punkten Rückstand auf den VfB Stuttgart den vierten Tabellenplatz. In der Rückrunde tut sich die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt bislang allerdings recht schwer. Mit dem Abstieg werden die Schwaben aber auch im dritten Jahr nach ihrem Aufstieg in die zweite Liga wohl nichts zu tun haben.

Einer der Väter des Erfolgs ist Schmidt, der seit fast neun Jahren die sportlichen Geschicke des FCH leitet. Der gebürtige Heidenheimer führte den Club als Coach von der Oberliga bis ins Unterhaus des deutschen Profifußballs. Dem 43-Jährigen eilt der Ruf voraus, ein ehrlicher und sympathischer Typ zu sein, der im positiven Sinne fußballverrückt ist. In der Analyse und der Vorbereitung des Gegners ist Schmidt extrem akribisch und überlässt nichts dem Zufall.

Eine weitere Personalie, die den fast schon kometenhaften Aufstieg des FCH wie kaum ein anderer verkörpert, ist der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald. Vor 22 Jahren übernahm der heute 49-Jährige den Abteilungsleiterposten beim FCH und dirigierte den Verein aus der Landesliga in die 2. Liga. Aus seinen ambitionierten Zielen hat der Macher noch nie einen Hehl gemacht. Daher kam es auch nicht wirklich überraschend, als er zu Beginn dieser Spielzeit feststellte: „Wir wollen irgendwann einmal den Aufstieg in die Bundesliga schaffen. Wenn ich nicht diese Vision hätte, hätte ich auch keinen Antrieb mehr, mich hier zu engagieren. Aber wir wissen eben auch ganz genau, dass wir dafür erst die Voraussetzungen schaffen müssen. Dafür gilt es schon noch rund 20 bis 30 Millionen in die Arena und die Infrastruktur im Umfeld zu investieren. Es muss also schon noch einiges erledigt werden, ehe wir soweit sind!“

Die dritte Konstante im Bunde ist Kapitän Marc Schnatterer, der innerhalb der Mannschaft eine enorme Wertschätzung genießt. Der 31-Jährige trägt seit 2008 das Heidenheimer Trikot und besitzt bei den Fans des FCH längst Kultstatus. Beim VfB Stuttgart in der Jugend als zu leicht empfunden, kam er über den TSV Bönnigheim und die SGV Freiberg zum KSC, wo er aber in der Regionalliga mangels physischer Robustheit ebenfalls nicht den Durchbruch schaffte. Ganz anders in Heidenheim: Dort trifft der offensive Mittelfeldspieler seit Jahren zweistellig. Selbst als ihn 2014 lukrative Offerten aus der Bundesliga erreichten, lehnte Schnatterer ab und unterschrieb beim FCH einen „Rentenvertrag“ bis 2020. Verlass ist auch auf Torhüter Kevin Müller, der Jan Zimmermann im Sommer als Nummer eins zwischen den Pfosten ablöste und auf Anhieb zum absoluten Rückhalt avancierte.

von Andreas Kleber


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