Bader: "Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen"

Profis

Gerade einmal sieben Einsätze für die Profis des KSC hat Außenverteidiger Matthias Bader auf dem Buckel – dennoch kennt der gebürtige Pforzheimer den Verein in- und auswendig. 2006 kam er als damals neunjähriger E-Jugendspieler in den Wildpark. Nun steht er vor seinem achten Einsatz in Deutschlands zweithöchster Spielklasse. Wir haben mit unserem U20-Nationalspieler über Interimscoach Lukas Kwasniok, das Dasein als Profifußballer und das letzte Spiel des Jahres am Samstag gegen Braunschweig gesprochen.

Matthias, mit ein paar Tagen Abstand zum Spiel – wie bewertest du den Punktgewinn in Dresden?
Mit unserer gezeigten Defensivleistung sind wir im Großen und Ganzen zufrieden. Wir haben die meiste Zeit kompakt gestanden, kaum Torchancen zugelassen und es den Dresdnern richtig schwer gemacht. Die beiden Szenen, in denen René Vollath uns mit zwei überragenden Paraden im Spiel hält, sind auch ein stückweit  durch Zufall entstanden. Nach vorne haben wir uns schwerer getan. Wenn man die Bälle tief in der eigenen Hälfte erobert – dann ist der Weg zum gegnerischen Tor weit. Gegen Braunschweig wollen wir es offensiv besser lösen. 

Interimscoach Lukas Kwasniok hat in der Abwehr auf eine Fünferkette gesetzt, die offensichtlich für mehr Stabilität gesorgt hat.
Ich denke, vor allem den beiden äußeren Innenverteidigern hat es mehr Sicherheit gegeben, weil sie wussten, dass sie in der Mitte noch jemand absichert. Das nimmt Druck beim Spielaufbau heraus, weil man dann befreiter den Pass nach vorne spielen kann. Auch mir hat das mehr Sicherheit gegeben.

Du hast in Dresden als Linksverteidiger agiert. Ist das für dich als gelernter Rechtsverteidiger eine große Umstellung?
Mit dem Ball am Fuß ist es für mich als Rechtsfuß schon eine kleine Umstellung. Ich bin dann häufiger als sonst nach innen gezogen, um den Ball auf meinem starken Fuß zu haben. Beim Verteidigen spielt die Seite hingegen keine große Rolle. Da sind es nur Kleinigkeiten, an die man sich anzupassen hat – beispielsweise sich im Zweikampf andersherum zu drehen.

Nach deinem Zweitligadebüt am ersten Spieltag hast du in den vergangenen fünf Spielen stets in der Startelf gestanden. Fühlst du dich mittlerweile angekommen im Profigeschäft?
Ich glaube, das Wort angekommen trifft es ganz gut. Vor meinen ersten beiden Spielen gegen Bielefeld und Bochum hatte ich noch ein wenig Lampenfieber, das war in den letzten Spielen eigentlich gar nicht mehr da. Selbst vor den Spielen in Kaiserslautern und Dresden habe ich kaum noch Nervosität verspürt – trotz der beeindruckenden Kulissen dort.

Du kennst Interimscoach Lukas Kwasniok bestens aus deiner eigenen Zeit in der A-Jugend. Ist er im Training genauso locker, wie er sich der Öffentlichkeit präsentiert?
Er versucht immer, die richtige Mischung zu finden zwischen Lockerheit auf der einen und dem nötigen Ernst auf der anderen Seite. Er setzt darauf, dass wir  Spaß an der täglichen Trainingsarbeit haben, verlangt aber auch stets unsere volle Konzentration und Hingabe. Ich denke, das ist auch genau der richtige Ansatz.

Verhält er sich den Profis gegenüber anders als gegenüber Jugendspielern?
In der A-Jugend habe ich ihn, vor allem bei seinen Ansprachen, ein wenig emotionaler erlebt als aktuell bei den Profis. Was nicht heißt, dass er nicht auch jetzt mit Feuer bei der Sache ist und auch mal lauter werden kann. Man merkt ihm einfach an, dass er jeden seiner Spieler besser machen will, egal ob das ein 17-jähriger A-Jugendspieler oder ein 30-jähriger Profi ist.

Du bist auch abseits des Rasens fleißig unterwegs und studierst nebenbei Eventmanagement. Machst du dir etwa schon jetzt – mit gerade einmal 19 Jahren – Gedanken über die Zeit nach der aktiven Karriere?
Nein, darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken gemacht. Ich habe das Studium begonnen, weil es mich interessiert und mir einen Ausgleich zum Fußball bietet. Es ist eine willkommene Abwechslung zum täglichen Training und tut mir gut.  

Du bist 2006 als gebürtiger Pforzheimer zum KSC gestoßen. Hast du aktuell das Gefühl, deinen Kindheitstraum leben zu dürfen?
Wenn ich daran denke, dass ich damals in der E-Jugend zum KSC gekommen bin und der Aufstiegsmannschaft von 2007 noch im Wildpark zugeschaut habe und jetzt selbst dort spielen darf, ist das schon ein verrücktes und vor allem überwältigendes Gefühl. Das ist definitiv ein Traum, der für mich in Erfüllung gegangen ist.

Am Samstag steht gegen Aufstiegsaspirant Braunschweig das letzte Spiel des Jahres bevor. Was für ein Match dürfen Fans und Zuschauer erwarten?
Als Tabellenführer kommen die Braunschweiger natürlich mit viel Selbstvertrauen hierher nach Karlsruhe. Wenn man ihnen die Spielkontrolle überlässt, sind sie ein sehr unbequemer Gegner. Ich denke, Bielefeld hat letzte Woche aber gezeigt, dass auch ein Tabellenführer ins Straucheln kommt, wenn man ihn früh unter Druck setzt und in der gegnerischen Hälfte aggressiv anläuft. Wir wollen sie auf jeden Fall ärgern.

Lukas Kwasniok hatte angekündigt, aus den beiden Spielen gegen Dresden und Braunschweig vier Punkte einfahren zu wollen. Demzufolge dürfte das Ziel für Samstag klar sein, oder?
Die drei Punkte sind immer unser Ziel. Wir gehen auch am Samstag auf den Rasen, um den schlussendlich als Sieger zu verlassen. Ein Punkt hilft uns aktuell nicht wirklich weiter. Wir brauchen jetzt einen Dreier, um in der Tabelle Boden gutzumachen.

Wie wichtig wäre es, zum Abschluss der Hinrunde nochmal einen Heimsieg einzufahren?Nicht nur für unser eigenes Selbstvertrauen, vor allem auch für unsere Fans ist es immens wichtig, zuhause endlich mal wieder zu gewinnen. Wir wollen mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen und unseren Fans zum Jahresende einen Heimsieg schenken.

Noch mehr Einblicke in sein Leben als Profifußballer gibt Matthias Bader am Samstag in „Wildpark Live“. Wir haben den 19-Jährigen im Stadionmagazin mit elf Entscheidungen rund um Fußball, Studium und Karlsruhe konfrontiert. Ihr dürft gespannt sein!

Das Interview führte Amin Mir Falah


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