‚Zebras‘ in prekärer Lage
Zwei Siege, zwei Unentschieden, sieben Niederlagen und 8:21 Tore! Die Bilanz des MSV Duisburg nach elf Spieltagen ist relativ ernüchternd.

Von Andreas Kleber
Sprach man in Duisburg zum Rundenbeginn nach fünf Pleiten in Folge zunächst noch von einem „klassischen Fehlstart“, so dürfte man sich inzwischen darüber im Klaren sein, dass der ursprünglich anvisierte Platz im gesicherten Mittelfeld der Tabelle nach derzeitigem Stand der Dinge nur schwer zu realisieren sein wird.
Dabei hatten die Verantwortlichen des MSV den Ernst der Lage doch bereits frühzeitig erkannt und mit der Entlassung von Trainer Oliver Reck nach dem dritten Spieltag die populärste aller Maßnahmen in sportlichen Krisenzeiten getroffen. Als Nachfolger von Reck wurde Kosta Runjaic verpflichtet, der sich zuvor beim Drittligisten SV Darmstadt 98 um die sportlichen Belange gekümmert hatte. Wesentlich weitergeholfen hat den MSV der Trainerwechsel allerdings noch nicht. Zwar gewannen die „Zebras“ am neunten Spieltag völlig überraschend beim in der Tabelle hoch angesiedelten FC Energie Cottbus, doch die darauf folgende 0:2-Heimpleite gegen Ingolstadt ließ den überraschenden „Dreier“ schnell zur Makulatur werden.
„Wir werden hart arbeiten müssen, wahrscheinlich bis zum letzten Spieltag“, stellte sich Runjaic nach der dritten Heimniederlage auf einen langen Abstiegskampf ein. Anlass zur Hoffnung gibt der verdiente 2:0-Auswärtserfolg beim SV Sandhausen am vergangenen Samstag.
Die sportliche Talfahrt dürfte den Vereinsoberen vor allem in finanzieller Hinsicht große Sorgen bereiten, hatte man bei der Lizenzierung doch Rang acht als durchschnittliche Platzierung angegeben. Das bedeutet, dass dem Bundesliga-Gründungsmitglied ein nicht unerheblicher Einbruch in punkto Fernsehgeldern bevorsteht. Schon allein deshalb wird der Pokalfinalist des vergangenen Jahres (0:5 gegen Schalke 04) heute alles daran setzen, ins Achtelfinale einzuziehen, was sich mit knapp einer halben Million Euro auf der Habenseite des MSV-Kontos niederschlagen würde. Den Einzug in die zweite Pokalrunde haben die Duisburger im Übrigen einem 1:0-Erfolg beim Halleschen FC zu verdanken.











