Spielbericht: KSC – SG Dynamo Dresden

Wildes 3:3 gegen Dynamo Dresden

Spielberichte von Jan Hoffmann

Am 25. Spieltag empfingen wir die SG Dynamo Dresden zum Heimspiel im BBBank Wildpark. Im Spielbericht gibt es das Remis zum Nachlesen. 

Christian Eichners Taktik 

In den vergangenen beiden Spielen bewährte sich die Startelf in ihrer 5-3-2-Formation. Unser Cheftrainer Christian Eichner vertraute daher auf dieselben Mannen, die auch schon bei den 3:1-Erfolgen gegen Kiel und Magdeburg begonnen hatten. Einzig im Tor war der blau-weiße Übungsleiter zu einer Änderung gezwungen, da Stammkeeper Hansi Bernat aufgrund einer Gelbsperre auf der Tribüne Platz nahm. Der junge Däne wurde von Robin Himmelmann ersetzt, der somit nach eineinhalb Jahren beim KSC zu seinem Pflichtspieldebüt kam. Gleich drei Neuerungen gab es dafür auf der Bank, denn neben Ersatztorhüter Aki Koch standen auch Lilian Egloff und Nicolai Rapp nach ihren Verletzungen zum ersten Mal seit mehreren Wochen wieder in unserem Aufgebot. Shio Fukuda und Meiko Wäschenbach rotierten in diesem Zuge für das Feldspieler-Duo aus dem Kader. 

Das Spiel in der Zusammenfassung 

Fehlstart für Blau-Weiß 

Bei bestem Fußballwetter pfiff Schiedsrichter Florian Badstübner den heutigen Fußballnachmittag an. Die Mission für die Eichner-Elf war klar, der dritte Sieg in Folge sollte her! Die unglaubliche Stimmung auf den Rängen übertrug sich in den Anfangsminuten allerdings nicht auf die in blau gekleideten Akteure auf dem Rasen. Stattdessen schlug Dresdner nach drei Minuten in einem Moment der Unaufmerksamkeit eiskalt zu. Auf die Balleroberung in der Karlsruher Hälfte folgte eine Passkombination in den Strafraum. Dort legte Rossipal auf Hauptmann ab, der die Kugel aus spitzem Winkel an Robin Himmelmann vorbeischob. Der KSC-Debütant brachte zwar noch seine Fingerspitzen an den Ball, konnte den Einschlag aber nicht mehr verhindern.  

Pari vom Punkt 

Nach dem frühen Rückstand benötigten unsere Blau-Weißen einige Minuten, um in der Partie anzukommen. Simic war es dann, der in der 19. Minute mit einem Sololauf erste offensive Akzente setzte. Seine Flanke in den gegnerischen Strafraum konnte die Dynamo-Defensive jedoch vereiteln. Zwei Zeigerumdrehungen später erarbeitete sich die Eichner-Elf einen Eckstoß, den sich unser Kapitän Marvin Wanitzek zur Aufgabe nahm. Die Hereingabe landete am zweiten Pfosten bei Roko Simic, der per Kopf in den Fünfmeterraum auf Christoph Kobald ablegte. Beim Versuch Dresdens Keeper Schreiber zu umkurven, fällte dieser unseren Innenverteidiger mit der Hand. Schiedsrichter Badstübner zeigte sofort auf den Punkt! Elfmeter sind beim KSC bekanntlich eine Angelegenheit für Marvin Wanitzek. Unsere Nummer zehn blieb cool und setzte die Kugel links unten in die Maschen (22.). 

Dynamo schlägt zurück 

Der verdiente Ausgleich hielt allerdings nicht lange stand. Nur sechs Minuten nach dem Elfmetertor kamen die Gäste über unsere linke Defensivseite vor das KSC-Tor. Von der Strafraumkante schlug Jason Ceka eine Flanke in Richtung Robin Himmelmann. In der Luft rauschte Ben Bobzien an, hielt seinen Fuß in die Flugkurve des Ball und touchierte die Kugel leicht. Unser Schlussmann hatte nicht damit gerechnet und musste zusehen, wie die Kugel zum erneuten Rückstand in seinem Tor landete (28.). Mit der Führung im Rücken sicherten sich die Sachsen noch mehr Spielanteile, während der KSC kaum Zugriff bekam. Hatte die Eichner-Elf dann mal die Kugel, wurde mit dem Ballbesitz fahrlässig umgegangen. So war kurz vor der Pause ein Fehlpass auf Höhe der Mittellinie Ursprung eines Dynamo-Konters. Hierbei marschierte Hauptmann über 30 Meter in die Karlsruher Hälfte. Am Strafraum angekommen spielte er einen Doppelpass mit Angreifer Vincent Vermeij, den Dresdens Kapitän Hauptmann wiederum per Volley zum 1:3-Halbzeitstand vollendete (44.). Die erste Hälfte begann, wie sie begonnen hatte: maximal ernüchternd.  

Neue Taktik, frischer Wind 

Zum Start der zweiten Halbzeit änderte Christian Eichner die taktische Ausrichtung seiner Mannschaft. Christoph Kobald blieb in der Kabine, für ihn kam Philipp Förster in die Partie. Dieser Wechsel hatte zur Folge, dass sich die Defensive fortan in einer Viererkette formierte und das Mittelfeld in einer Raute mit Förster auf der Zehn agierte. Im Zuge der taktischen Umstellung erhöhten sich der Ballbesitzanteil und die Ballsicherheit unserer Blau-Weißen, Torchancen ließen jedoch zunächst auf sich warten. Zwar wurden die Angriffe technisch sauber vorgetragen, doch weder Wanitzeks Distanzschuss (58.), noch sein direkter Freistoßversuch (60.) fanden den Weg ins Tor der Gäste.  

Hoffnung durch Traumtor 

Die Mühen und der durch die Einwechslung von Fabian Schleusener erhöhte Offensivdrang wurden schließlich dennoch mit dem Anschlusstreffer belohnt. Roko Simic fand im Strafraum seinen Sturmpartner Louey Ben Farhat, der das Kunstleder daraufhin in bester Stürmermanier aus Drehung in den rechten Knick hämmerte (68.). Nur wenige Sekunden später gelang Vorlagengeber Simic beinahe ein eigener Treffer, sein Flugkopfball landete allerdings am rechten Torpfosten (70.). 

Der Kampfgeist der Eichner-Elf war durch den Treffer zum 2:3 endgültig geweckt. Mit einem hohen Pressing wurde versucht, frühe Ballgewinne zu generieren. Der Offensivdrang hatte jedoch auch zur Folge, dass die Dresdner beim Überspielen der vordersten Ketter viel Raum hatten. In der 74. Minuten wurden die Sachsen durch einen Schuss von Sterner aus der zweiten Reihe gefährlich, Karlsruhes Rückhalt Robin Himmelmann konnte sich aber mit einer wichtigen Parade auszeichnen.  

Erneut per Strafstoß 

Für die Schlussminuten zog Christian Eichner mit den Einwechslungen von Lilian Egloff und Nicolai Rapp nochmal alle Register. Der Erstgenannte setzte nach einer Hackenvorarbeit auf Louey Ben Farhat direkt eine Duftmarke, der Schuss landete allerdings im Toraus (88.). Unser KSC ließ aber nicht locker, die unglaublich lauten Ränge lieferten die weiteren Prozentpunkte an Energie. So kam es in der 94. Minute dann doch noch zum mittlerweile hochverdientem Ausgleich und erneut war es Marvin Wanitzek aus elf Metern. Dem Strafstoß ging ein Foul an der Strafraumkante voraus. Schiedsrichter Badstübner hatte zunächst auf Freistoß entschieden, korrigierte seine Entscheidung aber nach Rücksprache mit dem Videoassistenten Patrick Hanslbauer.  

Der völlig entfesselte KSC war mit dem Remis aber noch nicht zufrieden und stürmte weiter auf das gegnerische Tor. Wenige Sekunden vor dem Ende landete der Ball tatsächlich noch im Netz, Louey Ben Farhat befand sich zum Zeitpunkt des Zuspiels für seinen vermeintlich goldenen Treffer allerdings im Abseits. Somit endete eine wilde Partie wie auch schon in der Hinrunde beim Stand von 3:3. 

Fazit & Ausblick 

Nach diesen ereignisreichen 90 plus neun Minuten heißt es erstmal Durchatmen. Die Eichner-Elf machte eine schwache erste Hälfte im zweiten Durchgang wett und belohnte sich am Ende beinahe noch mit dem Heimsieg. Angesichts des Spielverlaufs dürfen wir mit der Punkteteilung aber zufrieden sein und die positiven Aspekte der Partie mit in die neue Trainingswoche nehmen. 

Am kommenden Sonntag, dem 15. März geht es für Blau-Weiß dann zum Derby auf den Betzenberg. Der Gästeblock ist restlos ausverkauft. 

Die Daten zur Partie 

KSC: Himmelmann – Jung, Ambrosius, Franke, Kobald (46. Förster), Herold – Burnic (66. Schleusener), Kwon (90.+5 Rapp), Wanitzek – Simic (87. Egloff), Ben Farhat 

SG Dynamo Dresden: Schreiber – Sterner, Pauli, Keller, Rossipal – Ceka (87. Risch), Wagner, Hauptmann, Amoako, Bobzien (87. Kutschke) – Vermeij (77. Daferner) 

Ergebnis: 3:3

Tore: Wanitzek (22., 90.+4), Ben Farhat (68.) | Hauptmann (3., 44.), Bobzien (28.)  

Gelbe Karten: Burnic (51.), Ben Farhat (90.+8)

Schiedsrichter: Florian Badstübner 

Ort: BBBank Wildpark 

Zuschauende: 33.180 (Heimfans: 28.948, Gästefans: 3.560, Pufferplätze: 672)


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