Vorschau: KSC Trier

(eis) Ein schleppender Kartenvorverkauf und das miese Wetter lassen nicht gerade auf einen gut gefüllten Wildpark hoffen, wenn der KSC morgen (15 Uhr) gegen Eintracht Trier um den Klassenerhalt kämpft. "In der vergangenen Saison waren am vorletzten Spieltag knapp 20.000 Zuschauer im Stadion", erinnert sich Sportmanager Rolf Dohmen. "Gegen Trier werden es lang nicht so viele und das enttäuscht mich schon ein wenig". Cheftrainer Lorenz Günther Köstner nickt zustimmend, hat die passende Erklärung aber schon parrat: "Wir haben die Saison umgekehrt gespielt. Letztes Jahr waren wir schon abgeschrieben und haben eine Aufholjagd gestartet, dieses Jahr stehen wir nicht einmal richtig unten drin."

Ruhig und gefasst saß der Fußballlehrer am Freitag da, versuchte sich an einer Analyse des Spiels in Regensburg und blickte auf die Partie gegen das Team von der Mosel. Nichts mehr erinnerte an den tobenden Lorenz Günther Köstner, der nach dem schwachen Auftritt beim zurückliegenden Auftritt fauchte: "Habe ich in der Halbzeit denn etwa chinesisch gesprochen?" Nach einer gemeinsamen Videoanalyse am Donnerstag zogen Mannschaft und Trainer dasselbe Resümee gegen Trier wird diese Leistung nicht genügen.

Obwohl diesmal keiner aus dem Kader wegen einer Sperre zuschauen muss, wird Köstner auch morgen nicht aus den Vollen schöpfen können. Für "Abdul" Ouakili war selbst der Blick zur Leinwand eine Tortur. Am Donnerstag Morgen zog sich der Marokkaner im Mannschaftstraining ein steifes Genick zu, sein Einsatz morgen ist fraglich. Auch um Bernhard Trares muss der Chefcoach zittern, dem Oldie macht eine Oberschenkelzerrung zu schaffen. Obwohl Marco Engelhardt nach seiner Gelbsperre wieder mit dabei ist, würden beide Ausfälle Köstners personelle Planungen durcheinander werfen: "Ouakili wurde viel gescholten, aber seit er gesperrt war, haben wir kein Feldtor mehr erzielt."

Schelte musste sich auch Lorenz Günther Köstner unter der Woche anhören. Zu defensiv sei die Grundausrichtung der Mannschaft in den zurückliegenden Spielen, so die einhellige Meinung der Zaungäste beim Training im Wildpark. Der Trainer gibt den Kiebitzen teilweise Recht: "Bernhard Trares hat aus dem Gefühl heraus oft weiter hinten gespielt, als er eigentlich sollte." Als erfahrener Spieler wisse er, wie wichtig jeder Punkt sei und wolle der Abwehr einfach Sicherheit verleihen. "Aber klar ist doch auch, dass wir nur offensiv agieren können, wenn wir in der Defensive unsere Zweikämpfe gewinnen. Das war in den letzten Partien nicht so, also kann man auch nicht alles nach vorne werfen."

Mit einem Heimsieg über die starken Trierer würden die Badener die 40 Punkteschwelle überschreiten. Ob diese allerdings in diesem Jahr zum Klassenerhalt reichen, ist zumindest fraglich. Rechenspielchen möchte Köstner deshalb aber nicht anstellen: "Ich gehe davon aus, dass auch 43 Punke notwendig sein können aber weiter bringt uns das doch nicht, wir wollen morgen einfach gewinnen."


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