U19: Turbulentes Derby im Wildpark endet unentschieden

aKAdemie von David Ruf

Nicht zu bereuten hatten die rund. 200 Zuschauer ihr Kommen zum Verfolgerderby der U19-Junioren zwischen dem KSC und dem SC Freiburg. Auf dem schwer zu bespielenden Rasen fanden die Südbadener zunächst besser ins Spiel, hatten mehr Ballbesitz und versuchten den KSC immer wieder in der eigenen Spielhälfte zu attackieren.

Der KSC kam nicht gut ins Spiel, aber die neu formierte Innenverteidigung stand sicher und so ergaben sich auf beiden Seiten keine klaren Torchancen. Zehn Minuten vor der Pause nutzen die Gäste aus dem Preisgau den ersten Fehler im Karlsruher Spielaufbau zum abseitsverdächtigen 1:0. „Das wir einen Fehlpass in der Spieleröffnung machen ist eine Sache, wie schlecht wir dann aber taktisch verteidigt haben, dass darf in der Junioren-Bundesliga eigentlich nicht passieren. Da brauchen wir uns nicht drüber unterhalten, ob es dann Abseits war oder nicht.“ kommentiert Trainer Böhm den Führungstreffer der Freiburger. Die größte Möglichkeit zum Ausgleich hatte Thomalla in der 40. Minute. Nach super Zuspiel von Malsam stand er völlig frei vorm Freiburger Tor, brachte allerdings den Ball nicht unter Kontrolle. Kurz vor dem Seitenwechsel wurde es dann turbulent. Nach einem Zweikampf in der Nähe des Karlsruher Strafraum lies sich der Karlsruher Keusch provozieren und schoss seinem Gegenspieler aus kurzer Distanz den Ball gegen die Beine und sah hierfür zur Überraschung aller die Rote Karte. Der KSC versucht sich in die Pause zu retten, bekam aber in der Nachspielzeit nochmals einen fragwürdigen Freistoß gegen sich. Freiburg spielte den Ball scharf vors Karlsruher Gehäuse und die nach dem Platzverweis nicht organisierte Abwehr konnte den guten Kopfball zur 2:0 Führung für die Gäste nicht verhindern.

Kurz nach Wiederbeginn kam es sogar noch schlimmer. Zunächst scheiterte Freiburg noch am Pfosten, in der 49. Minute fiel dann aber doch das 3:0 für die Mannschaft von Trainer Christian Streich. Der nach langer Verletzungspause erstmals wieder eingesetzte Blank blockte einen Schuss, der Ball fiel aber wieder einmal einem Freiburger Stürmer vor die Füße. Lienhard ließ sich nicht lange Bitten und erzielte mit seinem zweiten Treffer das dritte Tor für die Gäste. „ In dem Moment hatte ich schon ein wenig Angst, dass wir unter die Räder kommen. Wenn noch 40 Minuten zu spielen sind und du mit zehn Mann 3:0 zurückliegst, dann kann so was auch schon mal richtig in die Hose gehen. Was die Mannschaft dann allerdings geleistet hat ist schon enorm und zeugt von großem Willen und vom Teamgeist der Truppe.“ so Böhm nach dem zwischenzeitlichen 3:0 für den SC Freiburg. Fünf Minuten nach später setzte sich Hasel im Strafraum gut gegen zwei Gegenspieler durch, es kam zu einem Kontakt und das Schiedsrichtergespann zeigte auf den Punkt. Thomalla verwandelte zum Anschluss für den KSC. Jetzt wollte der KSC mehr, stellte um, bracht mit Alexander Schoch einen weiteren offensiven Mittelfeldspieler und spielte frech nach vorne. Wenig später hatte Malsam eine gute Kopfballchance, der Ball strich allerdings knapp über das Freiburger Tor. Nur zwei Minuten später wurde der gleiche Spieler von Thomalla genial im Zentrum frei gespielt. Wieder kam es zum Kontakt im Strafraum. Der Schiedsrichter entschied erneut auf Strafstoß für den KSC und verwies den Freiburger Verteidiger ebenfalls des Feldes. Thomalla verwandelte erneut und so stand es plötzlich nur noch 2:3. Jetzt warf der KSC alles nach vorne. Malsam spielte Thomalla sehenswert frei, dieser hatte den Blick für seinen besser postierten Mitspieler und so erzielte Jones den vielumjubelten Ausgleich für den KSC in der 74. Minute. In den letzten Minuten war es ein offener Schlagabtausch, beide Teams wollten den Sieg und spielten munter nach vorne. Mit etwas Glück hätte der KSC sogar noch gewinnen können. Diesmal hatte Malsam Jones frei gespielt, dieser passte alleine vorm Freiburger Tor noch einmal quer zum freistehenden Thomalla. Thomalla schob den Ball über die Linie, stand hierbei aber wohl im Abseits und so blieb es schließlich beim letztendlich leistungsgerechten Remis.

„Nach diesem Spielverlauf bin ich mit dem Ergebnis natürlich mehr als zufrieden. Für uns fühlt es sich jeher nach einem Sieg an, aber mit etwas Glück hätten wir ja sogar noch gewinnen können. Das wird mein Freiburger Kollege sicherlich aus seiner Sicht etwas anders beurteilen. Wenn man in der Fremde 3:0 führt, dann muss man eigentlich auch gewinnen“, resümiert KSC-Trainer Böhm das ereignisreiche Spiel. „Den ersten Durchgang haben wir völlig verschlafen, da waren wir nicht auf dem Platz und beim Platzverweis für Keusch hätte ich mir etwas mehr Fingerspitzengefühl erhofft. Meiner Meinung nach war es ein Foul an Tobias und sein Vergehen als Tätlichkeit zu werten finde ich doch zu hart. Das wir nach der Pause unsere komplette Innenverteidigung zu ersetzen hatten, ist auch nicht ohne. Schlussendlich hatten wir heute auch das Glück auf unserer Seite und so nehmen wir den Punkt gerne mit. Klar ist auch, dass wir mit dieser Leistung in der letzten Woche unser Spiel gewonnen hätten, dann wäre das Remis am heutigen Tag überhaupt kein Problem. Jetzt haben wir eine Woche Zeit unsere Abwehr neu zu formieren und dann wartet die nächste schwere Aufgabe in Nürnberg auf uns. Schließlich kommt am 5.12. mit dem VfB Stuttgart der aktuelle Tabellenführer im letzten Spiel der Hinrunde in den Wildpark“, blickt Böhm auf das Restprogramm bis zur Winterpause.


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