U17 mit Torfestival gegen Mainz 05
Ein hochklassisches und temporeiches U17-Bundesliga-Spiel sahen die Zuschauer in der Begegnung zwischen dem KSC und Mainz 05. Mit einem 7:3-Sieg behielt der KSC seine weiße Weste, bleibt weiterhin ohne Niederlage und verließ verdient als Sieger den Platz.

Von Roland Denefleh
Da gleichzeitig der VfB Stuttgart sich mit einem 1:1-Remis in Nürnberg begnügen musste, ist nun der KSC neuer Tabellenführer in der U17-Bundesliga Süd/Südwest. Allerdings war der KSC-Sieg nicht in allen Phasen des Spiels so deutlich.
Zunächst jedoch, das Spiel hatte noch nicht begonnen, musste das Trainergespann Michael Streichsbier und Rene Corsmeier einen Schock verdauen. Lukas Barth, der seit dem 1. Spiel in Ulm wegen einer Knöchelverletzung pausieren musste, verletzte sich kurz vor Ende der Aufwärmphase wieder und so musste schon vor dem Anpfiff die erste Umstellung vorgenommen werden. Es gilt zu hoffen, dass sich Lukas Barth schnell wieder erholt und der Mannschaft schnellstmöglich wieder zur Verfügung steht.
Mit Anpfiff des Spiels setzte der KSC die Gäste aus Mainz sofort unter Druck und bereits in der ersten Viertelstunde konnten einige Chancen verbucht werden. Die klarste Chance hatte Jimmy Marton bereits in der 3. Spielminute, als er nach einem klugen Pass von Max Denefleh frei auf den Mainzer Torhüter zusteuerte, sein Schuss aus halbrechter Position aber knapp das Gehäuse verfehlte. Schon von Beginn an zeichnete sich ab, die Zuschauer sollten ein extrem offensiv geführtes Bundesligaspiel sehen und all diejenigen, die den Weg in den Wildpark fanden, wurden für ihr Kommen belohnt. Das torreiche Spiel wurde in der 15. Spielminute von Hakan Calhanoglu eröffnet. Marcel Mehlem erkämpfte sich mit einer tollen Aktion den Ball von den Mainzern und bediente sofort Hakan Calhanoglu, der 16 Meter vor dem Tor auf der halblinken Position wartete. Ohne zu zögern zirkelte Hakan Calhanoglu den Ball unhaltbar für den Mainzer Torhüter ins rechte Toreck. Wie schon so oft aber in der Vergangenheit musste der KSC prompt den Ausgleich hinnehmen. Schon in der Anfangszeit des Spiels zeigte sich die Defensive in einige Aktion zu unkonzentriert und so führte ein Fehlpass im Defensivmittelfeld in der 19. Spielminute zum Ausgleich der Gäste. Nachdem der Ball in der KSC-Hälfte abgefangen wurde, überspielte der Mainzer Tim Fahrenholz noch die KSC-Innenverteidigung und vollendete aus halblinker Position gekonnt zum 1:1-Ausgleich.
Aber die KSC-Jungs erholten sich schnell von dem Schock und in der 23. Minute war es Hakan Calhanoglu, der im linken 16-Meter-Raum annähernd jeden Mainzer Defensivspieler narrte und dann den Ball auf den Elfmeterpunkte passte. Nachdem dann die Mainzer den ersten Schuss blocken konnten, war es Kevin Akpo-Guma, der mit einem weiteren Schuss ins rechte Toreck zur erneuten Führung abschließen konnte. Das Spiel wurde nun immer schneller und es kam die Zeit der Sololäufe. In der 31. Spielminute war es Tizian Amon, der über das gesamte Feld spurtete und in letzter Sekunde vorm Mainzer Tor abgeblockt wurde. In der 34. Spielminute mussten dann die KSC-Spieler eine strittige Situation überstehen, als der Mainzer Tim Fahrenholz nach einem Solo im 16er von den KSC-Innenverteidigern in die Zange genommen wurde. Nach dem Fall des Spielers forderten die Mainzer vehement nach einem Strafstoß, der aber vom Schiedsrichtergespann nicht gegeben wurde. Postwendend fiel dann das 3:1 für den KSC. Diesmal war es Ernesto De Santis, der mit einem Solo auf der linken Angriffsseite frei vor dem Mainzer Torhüter auftauchte und mit einem Schuss durch die Beine des Torhüters zur 3:1-Führung traf. Nur drei Minuten später war es Hakan Calhanoglu, der abermals mit einem Solo in Schussposition kam, aber dieses Mal das Gehäuse nur knapp verfehlte. Die 1. Halbzeit wurde mit einer Chance von Mainz 05 beendet, ein Weitschuss verfehlte jedoch knapp das KSC-Gehäuse. Somit konnten die KSC-Jungs aufgrund der Vielzahl von Torchancen mit einer verdienten 3:1-Führung in die Pause gehen.
Die 2. Halbzeit begann, wie sie beginnen musste. Mainz war nicht gewillt, die 1. Saisonniederlage hinzunehmen und versuchte mit Macht, den Anschlusstreffer zu erzielen. Nun begann die wohl entscheidende Phase des Spiels, denn nur zwei Minuten nach Wiederbeginn erzielten die Gäste den Anschlusstreffer durch den Spieler Steven von der Burg. Mit einem Schuss aus 16 Metern überwand er den KSC-Torhüter Max Reule. Die KSC-Defensive zeigte sich nun teilweise sehr indisponiert und in der 45.Spielminute wäre fast der Ausgleich gefallen. Aber zum Glück für den KSC traf der gleiche Mainzer Spieler bei einem Kopfball nur die Latte. Die Probleme in der KSC-Defensive erkannte natürlich auch KSC-Trainer Michael Streichsbier und stellte sofort seine Viererkette um, damit das Defensivspiel mehr Stabilität bekommt. Die Maßnahmen zeigten die gewünschte Wirkung und in der 55. Spielminute konnte der KSC seinen 4. Treffer erzielen. Ein ungenauer Befreiungsschlag des Mainzer Torhüters konnte Ernesto de Santis 25 Meter vor dem Mainzer Tor abfangen und setzte sofort Hakan Calhanoglu in halblinker Position in Szene. Dieser wartete auf Jimmy Marton, legte den Ball auf und Jimmy Marton ließ dem Mainzer Torhüter mit einem platzierten Schlenzer ins lange Eck keine Abwehrchance. Aber wer glaubte, dass sich die Mainzer aufgaben, sah sich getäuscht und im weiteren Verlauf versuchten sie, mit weiteren Offensivaktionen wieder Anschluss zu finden. Aber zum einen stellte sich die KSC-Defensive immer besser auf diese Aktionen ein und zum anderen versuchten die Mainzer viel zu sehr mit Einzelaktionen durch die KSC-Mitte zum Erfolg zu kommen. Der KSC hatte natürlich nun mehr Raum in der Offensive und in der 61. Spielminute verhinderte der Mainzer Torhüter mit einer Glanzparade gegen den freistehenden Hakan Calhanoglu einen weiteren Treffer des KSC. Aber in der 66. Spielminute war der Torhüter machtlos, als eine präzise getimte Ecke von Hakan Calhanoglu bei Patrick Berecko am langen Pfosten landete und dieser sträflich allein gelassen von den Mainzern unbedrängt mit dem Kopf auf 5:2 erhöhen konnte. 4 Minuten später fiel dann das 6:2 durch den gleichen Spieler. Mainz 05 hatte vor dem KSC-Tor einen Freistoss, der von der KSC-Mauer jedoch geblockt wurde und Ernesto de Santis in Ballbesitz brachte. Dieser begann nun mit einem Solo über das gesamte Spielfeld, ließ sich von keinem Gegenspieler aufhalten und bediente dann mit einem Querpass im Mainzer 16er den mitgelaufenen Patrick Berecko, der nur noch in das leere Tor einschieben musste. Der letzte KSC-Treffer fiel in der 75. Spielminute durch einen verwandelten Elfmeter von Tizian Amon. Vorausgegangen war ein Foulspiel an Ernesto de Santis, der im 16er der Mainzer umgerissen wurde. Den letzten Treffer dieser Partie erzielten die Gäste in der Nachspielzeit. Der Mainzer Steven von der Burg konnte das Ergebnis zum 7:3 korrigieren, als er im 5-Meter-Raum freistehend KSC-Torhüter Max Reule keine Chance ließ. Nur Sekunden später beendete das Schiedsrichtergespann das hochklassige und temporeiche U17-Bundesliga-Spiel.
“Die Jungs haben sich heute selbst belohnt. Was die Mannschaft für eine Spielfreude gezeigt hat war schon toll. Allerdings müssen wir die nächsten zwei Wochen nutzen, um unser Defensivverhalten zu verbessern", so KSC-Trainer Michael Streichsbier nach dem Spiel.
KSC: Reule, Akpo-Guma, Schuster (47. Wähling), Berecko, Denefleh, Schiek (56. Heck), Amon, Mehlem (71. Helbig), De Santis, Calhanoglu, Marton (64. Laschuk)











