Traut: "Arbeite hart an meinem Comeback"
Bis zum 4. Spieltag lief seine Rückkehr zum KSC nach Plan - dann riss sich Sascha Traut das Kreuzband. Der Verteidiger über seine Regeneration, die Niederlagenserie des KSC und den kommenden Gegner Aalen.

Sascha, dein Kreuzbandriss ist nun schon ein paar Wochen her. Wie geht es dir?
Mir geht es den Umständen entsprechend gut. Die Reha läuft nach Plan und auch der zweite, kleine Eingriff, der noch notwendig geworden war, ist gut verlaufen. Ich arbeite hart an meinem Comeback.
Wie hast du die Situation im Zweikampf mit Marc Schnatterer erlebt?
Mir war direkt klar, dass da was Schlimmeres passiert ist. Es hat einmal komplett gekracht. Diesen Ton höre ich manchmal noch, aber ich versuche, das auszublenden und will jetzt nur noch nach vorne schauen.
Kannst du uns einen Einblick in deinen Tagesablauf geben?
Ich bin jeden Tag zwischen vier und fünf Stunden in der Reha. Da spule ich dann mein Programm ab und bin auch in therapeutischer Behandlung. Dann bin ich natürlich relativ viel zuhause, da ich auch noch kein Auto fahren kann. Vielmehr kann ich momentan – noch – nicht machen .
Deine Rückkehr nach Karlsruhe lief ja eigentlich gut. Du hattest dir einen Stammplatz erkämpft. Wie schwer war es, in die Stammelf zu kommen?
Da reinzukommen war schon happig. Ich musste die Jungs erst mal kennen lernen, aber da haben sie es uns Neuen nicht schwer gemacht. Wir haben vom Trainer die Chance bekommen, uns zu beweisen und das hat dann auch gut geklappt – bis eben zum 4. Spieltag und der Verletzung.
Wie schwer wird es, dich wieder an die erste Elf zu kämpfen?
Ich mache mir zur konkreten Rückkehr noch keine Gedanken, das ist alles noch zu weit weg. Ich bin ja noch auf Krücken, an Fußball denke ich erst übermorgen. Aber natürlich freue mich jetzt schon wieder, für den KSC spielen zu können.
Du hast in der KSC-Geschäftsstelle deine Ausbildung gemacht. Was hat sich in der Zeit beim KSC verändert?
Eigentlich gar nicht so viel. Viele Gesichter in der Geschäftsstelle sind gleich geblieben. Nur die Mannschaft hat sich bis auf Martin Stoll komplett geändert – in diesem Punkt ist der Fußball natürlich schnelllebig.
Enrico Valentini meinte, in Aalen war Sascha Traut sein erster Kontakt zum Badischen. Bist du ein bisschen sein Integrationshelfer?
Er tut sich da überhaupt nicht schwer, sich zu integrieren. Wenn er Fragen hat, kann er gerne kommen, aber Enrico ist ein pflegeleichter Typ und kommt hier gut zurecht.
Der KSC hat die letzten drei Spiele verloren. Zum ersten Mal gibt es nach langer Erfolgsserie eine Durststrecke. Wie schätzt du das ein?
Man muss sagen, dass das drei Topgegner waren. Das Spiel gegen Ingolstadt hätten wir auch gewinnen können. Und Leipzig war einfach gut. Die haben ihre Chancen eiskalt genutzt. Bei RB ist im Kader eine sehr hohe Qualität. Gegen Lautern haben wir nicht unser bestes Saisonspiel gezeigt. Es ist also keine Schande, gegen diese Teams zu verlieren. Aber: Wir schauen nach vorne und wollen jetzt den VfR Aalen schlagen.
Du sprichst den VfR Aalen an, deinen Ex-Verein. Du hast dort die letzten vier Jahre gespielt. Worin unterscheiden sich die beiden Vereine am meisten?
In Karlsruhe ist einfach alles eine Nummer größer. Von der Tradition bis zum Umfeld. Aalen ist gerade zwei Jahre in der 2. Bundesliga, der KSC kann dagegen auf eine tolle Historie zurückblicken. Aber der VfR hat eine gute Truppe zusammen und das Trainerteam macht einen guten Job.
Die Aalener stehen auf dem 14. Tabellenplatz. Das Ziel muss ganz klar drei Punkte sein, oder?
Ich hoffe natürlich, dass wir drei Punkte holen. Aber klar ist das für mich nicht. Auch zu meiner Zeit wurden die Aalener immer unterschätzt. Der VfR war immer der vermeintliche Punktelieferant. Und bei 1860 München haben sie zuletzt auch gewonnen, was sicherlich kein Pflichtsieg ist. Aber wenn wir alles abrufen, gewinnen wir.
Wo machst du die Stärken der Aalener aus?
Sie haben es geschafft, vier, fünf Stammspieler zu ersetzen. Jetzt haben sie wieder ein junges, talentiertes Team. Sie verfügen über einen guten Zusammenhalt und das macht sie aus.
Nach drei Niederlagen: Wie muss der KSC agieren, um die drei Punkte im Wildpark zu behalten?
Ich sehe die Situation nicht als Krise. Wir haben drei wichtige Spiele verloren, aber es waren Topteams und so etwas passiert im Reifeprozess. Gegen Aalen holen wir drei Punkte und dann sieht die Welt wieder anders aus.
Das Gespräch führte Fabian Herbers
Zum Spielerprofil von Sascha Traut >>











