Tabellenführer aus Westfalen im Blick
„Die Gegner haben sich auf uns eingestellt, und es wird nicht einfacher werden“, sagte Münsters Trainer Pavel Dotchev nach dem torlosen Unentschieden beim 1. FC Saarbücken Anfang des Monats.

Von Andreas Kleber
Zudem war der Überraschungself der Saison bei ihrem Gastspiel im Ludwigspark anzumerken, dass einige Spieler nicht ganz so frisch wirkten wie in den Partien zuvor und daher kein richtiger Spielfluss aufkommen wollte. So gesehen, kam die länderspielfreie Zeit den Preußen gerade zur rechten Zeit, um ihre Akkus wieder aufzuladen.
Wesentlichen Anteil am Höhenflug der Münsteraner haben die beiden „Oldies“ Matthew Taylor (31) und Daniel Masuch (35). Während der US-Amerikaner Taylor bislang bester Torschütze des SC ist, hielt Masuch seinen Kasten in acht von 13 Spielen sauber. So kommt es nicht von ungefähr, dass Münster zu den Mannschaften zählt, die bislang die wenigsten Gegentore hinnehmen musste. Wenn man in Bezug auf Münster von Leistungsträgern spricht, dürfen aber auch Amaury Bischoff und Dimity Nazarov nicht unerwähnt bleiben. Der im elsässischen Colmar geborene Mittelfeldspieler Bischoff, der über Racing Straßburg, Werder Bremen, Arsenal London den portugiesischen Erstligisten Académica Coimbra und Zweitligist CD Aves nach Münster kam, besticht beim Bundesliga-Gründungsmitglied sowohl durch seine Spielintelligenz, als auch seine Torgefahr. Die bisher gezeigten Leistungen des 22-jährigen Deutsch-Kasachen Nazarov – wie Taylor und Amaury im Übrigen ein Neuzugang – blieben auch Aserbaidschans Bundestrainer Berti Vogts nicht verborgen. Da Nazarov in der Sowjetunion geboren wurde und derzeit nur den deutschen Pass besitzt, kann er sowohl für Russland, als auch für alle anderen Teilrepubliken der ehemaligen Sowjetunion antreten. Auf sein Debüt in der Nationalmannschaft muss Nazarov, der nicht nur als Vollstrecker, sondern auch als Vorbereiter zu überzeugen weiß, allerdings noch ein wenig warten, da der aserbaidschanische Verband es nicht rechtzeitig geschafft hat, ihm für das WM-Qualifikationsspiel gegen Russland am 16. Oktober einen Pass zu beschaffen. Die Verantwortlichen von Münster dürften darüber nicht allzu traurig gewesen sein, kann „Dima“ sich vorerst doch weiter auf den Höhenflug des „Preußen-Adlers“ zu konzentrieren.
SC Preußen 06 Münster
Das Gründungsdatum
30. April 1906
Die Vereinsfarben
Schwarz-Weiß-Grün
Die Mitgliederzahl
1.500
Die größten Erfolge
Deutscher Vizemeister 1951
Deutscher Amateurmeister 1994
Aufstieg in die 3. Liga 2011
Das Stadion
Preußenstadion (15.050 Plätze)
Das Präsidium
Dr. Marco de Angelis (Präsident)
Georg Krimphove (Vizepräsident)
Siegmund Höing (Vizepräsident)
Carsten Gockel (Vorstand Sport/Geschäftsführer)
Thomas Bäumer (Aufsichtsratsvorsitzender)
Der Trainer
Pavel Dotchev, geb. 28.09.1965 in Sofia (BUL)
(24 A-Länderspiele für Bulgarien)
Spielerstationen:
Lokomotive Sofia
ZSKA Sofia
Hamburger SV
FC Hansa Rostock
Holstein Kiel
SC Paderborn 07
Trainerstationen:
2003-2005 SC Paderborn 07
2005-2008 FC Rot-Weiß Erfurt
2008-2009 SC Paderborn 07
2010 ZSKA Sofia (BUL)
2010-2011 SV Sandhausen
Seit 24. Januar 2012 beim SC Preußen Münster
Der Kapitän
Stefan Kühne
Die Zugänge
Mahmut Sönmez / RKSV Leonidas Rotterdam (NED)
Amaury Bischoff / Desportivo Aves (POR)
Dominik Schmidt / Eintracht Frankfurt
Matthew Taylor / SC Paderborn 07
Dima Nazarov / Eintracht Frankfurt II
Robin Neupert / 1899 Hoffenheim II
Dennis Dowidat / Borussia Mönchengladbach II
Tommy Grupe / FC Hansa Rostock II
Kevin Schöneberg / FC Viktoria Köln
Addy-Waku Menga / vereinslos
Die Abgänge
Radovan Vujanovic / LASK Linz (AUT)
Björn Kluft / Eintracht Braunschweig
Massimo Ornatelli / SC Paderborn 07
José Pierre Vunguidica / SV Wehen Wiesbaden
Marco Riemer / FC Carl Zeiss Jena
Julian Westermann / Sportfreunde Lotte
Dominique Ndjeng / SC Fortuna Köln
Patrick Huckle / SV Waldhof Mannheim
Jonathan Bourgault / vereinslos
Daniel Chitsulon / vereinslos
Nejmeddin Daghfous / vereinslos
Jürgen Duah / vereinslos
Das Saisonziel
Einstelliger Tabellenplatz
Das letzte Spiel
Man muss schon lange in den Annalen zurückblättern, um das bislang letzte
Aufeinandertreffen beider Clubs ausfindig zu machen. Stattgefunden hat die Partie am 22. Januar des Jahres 1966 in der ersten Runde des DFB-Pokals, als der KSC den SC Preußen Münster im Wildparkstadion mit 3:0 (3:0) aus dem Wettbewerb kegelte. Die Tore für die Gastgeber vor gerade einmal 4.000 Zuschauern erzielten damals die beiden inzwischen verstorbenen Horst-Dieter Berking (5.+24.) und Hartmann Madel (21.).











