SV Waldhof Mannheim Karlsruher SC
(eis) Am vorletzten Spieltag der Zweiten Fußballbundesliga verpasste es der Karlsruher SC den sportlichen Klassenerhalt perfekt zu machen. Mit einer 1:2 (0:1) Niederlage beim SV Waldhof Mannheim sackte der KSC auf Abstiegsrang 15 ab. Dass die Karlsruher in der kommenden Spielzeit wohl, unabhängig vom letzten Spieltag, dennoch in der Zweiten Liga antreten werden, verdanken sie dem Lizenzentzug des SSV Reutlingen. Der wird dadurch in der Saisonabschlusstabelle auf den letzten Platz gesetzt und muss in die Oberliga absteigen. Da die Entscheidung über den von Reutlingen eingelegten Protest gegen die Entscheidung der Deutschen Fußball Liga (DFL) noch aussteht und die Schwaben so, zumindest theoretisch, doch noch die Klasse halten könnten, ist im Karlsruher Wildpark in einer Woche das große Zittern angesagt. Im direkten Aufeinandertreffen mit Tabellennachbar Unterhaching spielen die Badener dann Tabellenposition 15 aus, die in der Endtabelle dann aber wohl Nichtabstiegsrang 14 entsprechen wird.
In der heutigen Begegnung vor 8.350 Zuschauern im Mannheimer Carl Benz Stadion musste Cheftrainer Stefan Kuntz auf den gesperrten Carsten Birk und den verletzten Carsten Rothenbach verzichten, der leicht angeschlagene Bruno Labbadia nahm zunächst einmal auf der Bank Platz. Dafür liefen Marco Grimm und Theo Rus in der Karlsruher Abwehrreihe, sowie Clemens Fritz im Angriff der Blau Weißen auf.
Waldhof Trainer André Egli schickte David Montero, Christian Fickert und Zeno Bundea für Dariusz Pasieka, Juri Maximov und Mounir Boukadida ins Rennen.
Es waren gerade einmal neun Minuten gespielt, da musste der KSC erneut einen frühen Rückstand hinnehmen. Nach einem Foul Theo Rus an Sascha Licht im Karlsruher Strafraum schoss Bernhard Trares die Hausherren mit einem zentral plazierten Strafstoß mit 1:0 in Führung.
Erst nach 15 gespielten Minuten konnten die Karlsruher mit der ersten nennenswerten Möglichkeit aufwarten. Clemens Fritz köpfte nach einer Hereingabe durch Aydin Cetin aber am Tor der Quadratestädter vorbei.
Die nächste Einschussmöglichkeit bot sich Daniel Graf, der an der Strafraumgrenze freistehend, aber mit dem Rücken zum Tor, angespielt wurde, ihm das Spielgerät beim Drehschuss aber vom Spann rutschte (26.). Der KSC war nun das bessere zweier schwacher Teams, schaffte es aber nicht sich zwingende Tormöglichkeiten zu erkämpfen. Zwei Versuche aus der Distanz, Danny Fuchs aus 27 Metern (28.) und Gabriel Melkam vier Minuten vor dem Pausenpfiff konnte Waldhof Keeper Carsten Nulle mit einiger Mühe entschärfen, das war dann aber auch alles, was die 22 Akteure den Zuschauern in Durchgang eins noch zu bieten hatten.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte das Team von Trainer Stefan Kuntz den Druck und begann vielversprechend. Gabriel Melkam spielte drei Minuten nach Wideranpfiff Daniel Graf im Mannheimer Strafraum an, dieser scheiterte aber aus spitzem Winkel an Nulle, der auch den Nachschuss von Danny Fuchs mit einer Glanzparade über die Latte lenken konnte.
Nach 52 gespielten Minuten rückte dann Schiedsrichter Uwe Kemmling in den Fokus der rund 2.000 mitgereisten Karlsruher. Der Unparteiische zückte nach einer vermeintlichen Notbremse Torsten Krachts die rote Karte, obwohl dieser weder letzter Mann war, noch ein bösartiges Foul begangen hatte.
Dezimiert mühten sich die Karlsruher zwar weiter, mussten dem Gegner aber notgedrungen in der Defensive Räume öffnen. In der 57. Spielminute scheiterte der Mannheimer Bundea völlig freistehend am Karlsruher Lattenkreuz, ehe er sieben Minuten später, erneut unbedrängt, dann doch auf 2:0 erhöhen konnte. Vorangegangen war allerdings ein Ballverlust des nach hinten aufgerückten Daniel Grafs, der dabei unsanft zu Fall gebracht worden war. Dann keimte dank Clemens Fritz nochmals Hoffnung im Karlsruher Lager auf. Nach Vorarbeit von Daniel Graf und Bruno Labbadia, schoss der Blondschopf aus 14 Metern platziert zum 1:2 Anschlusstreffer aus Karlsruher Sicht ein. Von nun an überließ der Regionalligaaufsteiger aber wieder den Waldhöfern das Feld. Bernhard Trares und der eingewechselte Gabriel Urdaneta scheiterten in der Folgezeit völlig frei vor Keeper Walter an ihren Nerven und verfehlten das Karlsruher Gehäuse weit.
Sieben Minuten vor Spielende schickte der schwache Uwe Kemmling dann noch Stefan Kuntz auf die Tribüne. Der Karlsruher Chefcoach hatte sich über den Schiedsrichterassistenten echauffiert, welcher ihm die Einwechslung Stefan Ertls untersagen wollte. "In Reutlingen ist mir das schonmal passiert, dass der Assistent meine Wechselabsicht ignorierte und auf einen günstigeren Zeitpunkt warten wollte.", so der Übungsleiter. Um die Legitimität seines Ärgers unter Beweis zu stellen, beruft sich Kuntz auf die Aussage von Schiedsrichterlehrwart Eugen Striegel, der ihm einmal versichert habe, eine dezimierte Mannschaft dürfe zu jedem Zeitpunkt der Begegnung auswechseln.
"Vier meiner Spieler standen in den ersten 20 Minuten ja gar nicht auf dem Feld!", maulte der noch immer angesäuerte Saarländer nach dem Schlusspfiff. "Jetzt kommts auf die Begegnung gegen Unterhaching an, die müssen wir gewinnen." Den Klassenerhalt allein aus sportlicher Sicht zu schaffen, sei nämlich "Eine Frage der Ehre".
SC Waldhof Mannheim:
Nulle Hoersen, Vukotic, Barbosa, Fickert (88. Pasieka) Licht, Montero, Bundea (72. Teber), Trares Catic (63. Urdaneta) Klausz
Karlsruher SC:
Walter Rus (61. Labbadia), Waterink, Kracht, Grimm Cetin (73. I. Melkam), Engelhardt, Melkam, Fuchs Graf, Fritz (83. Ertl)
Tore:
1:0 Trares (9. FE, Rus an Licht)
2:0 Bundea (64.)
2:1 Fritz (72.)
Gelbe Karten: Vukotic, Klausz, Barbosa, Bundea Fritz, Rus, Walter
Rote Karte: Torsten Kracht (51. Notbremse)
Zuschauer: 8.350
Schiedsrichter: Uwe Kemmling (Burgwedel)
Assistenten: Christian Soltow, Sven Callies
Statistik:
SV Waldhof Mannheim Karlsruher SC
Eckstöße: 1:2
Fouls: 29:14
Abseits: 6:2











