Stefan Kuntz hofft auf weitere Verstärkung des Kaders / "Karlsruher" bleiben Hauptsponsor / Radio Regenbogen neuer Medienpartner des KSC
(eis) Anderthalb Wochen vor der Heimpartie gegen Erstligaabsteiger 1. FC Köln blickt KSC Cheftrainer Stefan Kuntz optimistisch auf die bevorstehende Spielzeit: "Ich bin mit der Vorbereitung zufrieden, wir haben ein hervorragendes Trainingslager hinter uns und die Integration der Neuzugänge verläuft mehr als zufriedenstellend." Fast scheint der Übungsleiter in sportlicher Hinsicht wunschlos glücklich, zumal sein Team in der Vorbereitungsphase bis dato vom Verletzungspech gänzlich verschont blieb. Zum Saisonbeginn steht Kuntz also bis auf den Langzeitverletzten Jens Boehnke der gesamte, 20 köpfige Kader um Mannschaftskapitän Thijs Waterink zur Verfügung. Aber diese 20 Spieler sind dem sportlichen Leiter in jedem Falle zu wenig. Aus qualitativer Sicht sieht Kuntz zwar gar eine Verbesserung gegenüber der vergangenen Spielzeit, der Kader sei aber dennoch zu klein. Eine Patentlösung hält der Saarländer dafür ebenfalls bereit: Bernhard Trares, zuletzt in Diensten von Waldhof Mannheim, nimmt seit zwei Wochen am Trainingsbetrieb der Wildparktruppe teil. "Bernhard genießt ein enorm hohes Ansehen, sowohl unter den erfahrenen, als auch unter den jungen Spielern. In meinen Augen wäre er eine enorme Verstärkung der Mannschaft." Mit dieser Begründung übermittelte Kuntz der Vereinsführung die Bitte um die Verpflichtung 36 Jährigen, der auf 183 Erst und 226 Zweitligaeinsätze zurückblicken kann.
Dieser Bitte, so verständlich sie beim KSC aufgenommen wurde, stehen allerdings die leeren Kassen des Zweitligisten gegenüber. "Der Trainer trägt die Verantwortung und sieht Defizite im Defensivbereich, das verstehen wir natürlich", stimmt Sportmanager Rolf Dohmen seinem Kollegen zu. Die Frage sei, ob und wie man den Transfer finanziell realisieren könnte. Übertriebene Forderungen, so Dohmen weiter, stelle Trares dabei aber ganz und gar nicht, er würde ohne jedes Grundgehalt und nur für Einsatzprämien spielen, "also fast umsonst", wie der Manager süffisant ergänzt. Trares sei ein Spieler, der die Zeichen im Profifußball erkannt habe, wovon sich viele andere noch eine Scheibe abschneiden sollten. "Deadline" für einen eventuellen Transfer ist der 31. August, dann schließt die Transferliste des DFB. Dennoch möchte man beim KSC schneller Nägel mit Köpfen machen, "aus Gründen der Fairness, gegenüber des Spielers und des Trainers."
Die von der DFL auferlegte Geldstrafe über 200.000 Euro wegen Auflageverstößen im letzten Jahr trägt ebenfalls nicht zur finanziellen Entspannung des Vereins bei. Der Sportclub werde die Rechtsmittel voll ausschöpfen und habe zunächst einmal Einspruch gegen diese Entscheidung eingelegt, erklärt Präsident Gerhard Seiler. Danach stünde dem KSC eine weitere Berufung und der Gang vor ein ordentliches Gericht zur Verfügung. Von letzterem hält das Vereinsoberhaupt wegen der eingeschränkten Möglichkeiten der zivilen Prozessordnung zwar nicht sonderlich viel, dennoch sei das erklärte Ziel diese Strafe nicht entrichten zu müssen.
Derweil verlängerten die Karlsruher Versicherungen den bis zum Saisonende gültigen Kontrakt als Hauptsponsor des Traditionsvereines um ein weiteres Jahr. Die Konditionen bleiben die Selben, "aber im Falle des Aufstieges gibt es natürlich mehr", weist Kurt König, Vorstandsmitglied der Versicherungsgruppe auf alle vorhandenen Eventualitiäten im Kontrakt hin.
Nach der gestrigen Einstellung des Sendebetriebes der "Welle", langjähriger Wegbegleiter und Medienpartner des KSC, gab der Verein heute die Medienpartnerschaft mit dem Mannheimer Privatsender Radio Regenbogen bekannt. Die intensive Bewerbung von Heimspielen, sowie eine intensive redaktionelle Berichterstattung stellen laut Michael Merx, stellvertretender Programmdirektor, den Mittelpunkt der Zusammenarbeit zwischen dem KSC und dem reichweitenstärksten Radiosender Badens dar. Auf die Person des Stadionsprechers hat die neue Medienpartnerschaft keinen Einfluss, Martin Wacker wird den Fans auch künftig bei Heimspielen einheizen.











