Schwache Karlsruher wecken Erfurter Torhunger

Mit 2:4 setzte der KSC seine Auswärtsschwäche in Erfurt fort. Schon nach zwei Minuten gerieten die Blau Weißen in Rückstand, glichen dann zwar aus, verloren am Ende aber verdient. Zum fünften Mal steht der KSC in der Ferne als Verlierer da.

Von Andreas Eisinger
Drei Angreifer bot Lorenz Günther Köstner mit Dundee, Freis und Saenko in Erfurt auf, um die bisher alles andere als torhungrigen Thüringer in die Schranken zu weisen. Doch es kam anders: Nach frühem Rückstand schlug der KSC vor 7.608 Zuschauern zwar zurück, unterlag am Ende aber klar und verdient mit 2:4 (2:3). Nur magere sieben Mal hatte die schwächste Offensive der Liga vorher getroffen, gegen die Badener besserte sie ihre Torbilanz kräftig auf. In der Tabelle bleiben die Karlsruher auf Rang 12, ließen aber die große Chance ungenutzt, sich noch vor der Winterpause von den Kellerplätzen abzusetzen.

Der Rückenwind vom Trier Sieg war schon nach knapp 120 Sekunden abgeflaut, Enrico Neitzel leitete den torreichen Nachmittag im Steigerwaldstadion ein. Nach einer Hereingabe von der rechten Seite war der Torschütze KSC Verteidiger Martin Stoll entwischt und brachte die Gäste völlig aus dem Konzept. Dass die Blau Weißen bereits nach neun Minuten ebenfalls jubeln durften, hatten sie größtenteils einer Koproduktion der Erfurter Henning Bürger und René Twardzik zu verdanken: Bürger legte den Ball auf seinen eigenen Schlussmann zurück, dessen Befreiungsschlag vom Schienbein des mitgelaufenen Sebastian Freis ins Tor abprallte. Der erhoffte Aufschwung nach dem Ausgleich blieb aus, stattdessen legten die Hausherren nach. Zuerst traf Andreas Richter flach aus der Distanz (17.), später erneut Neitzel aus völlig freier Position aus 16 Metern (23.). Die Führung hätte durchaus höher ausfallen können allein Schiedsrichter Uwe Kemmling ließ bei den Badenern Nachsicht walten, als er zuvor ein Handspiel von Christian Kritzer im Strafraum ungeahndet gelassen hatte.

Noch vor dem Pausenpfiff brachte sich die Wildparkelf, bei der Masmanidis für Saenko auf die Bank musste, zurück ins Spiel und schloss durch Jan Männer an. Nach einer guten halben Stunde nutzte der Mittelfeldspieler einen Abpraller von Angelo Barletta, zog direkt ab und bezwang Schlussmann Twardzik. Unmittelbar vor dem Seitenwechsel ließ Freis die Chance zum Ausgleich ungenutzt und traf nur das Außennetz.

In Durchgang zwei konnten die Gastgeber einen Gang zurückschalten, ohne dabei ihren Vorsprung in Gefahr bringen zu müssen. Zwar sorgte der für Saenko eingewechselte Alexandar Mladenov auf Seiten des KSC für frischen Offensiv Wind, glücklos blieb aber auch er. Stattdessen machten die Thüringer den Sack zu: Ralf Klingmann traf direkt per Freistoß von der rechten Seite und ließ erstmals in dieser Saison Markus Miller schlecht aussehen (64.). Kurz vor Ende gab Danny Schwarz nach langer Verletzungspause sein Comeback, konnte das Spiel aber nicht mehr in eine andere Richtung lenken.

"Wir wissen, was die Stunde geschlagen hat", analysierte Lorenz Günther Köstner nach der fünften Auswärtspleite. "Gegen Dusiburg stehen wir jetzt wieder mit dem Rücken zur Wand, wollen bis zur Winterpause aber trotzdem noch etwas holen". Schon am Freitag gastieren die Zebras im Wildpark. Dort verlor der Karlsruher SC bisher nur einmal, Grund zur Hoffnung macht aber auch die Bilanz von Flügelflitzer Christian Hassa: Zwei Tore stehen auf dem Zweitliga Konto des Franken, beide erzielte er gegen Duisburg, beide Male gewann der KSC.


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