Park: "Ich will jetzt auch Tore schießen!"
Jung-Bin Park gehört zu den jungen Talenten beim KSC, erkämpfte sich zuletzt durch starke Trainingsleistungen viele Einsatzzeiten und überzeugte auf der rechten Außenbahn. Im Interview spricht er über seine Anfänge in Deutschland, seine Freundschaft zu Hiroki Yamada und den kommenden KSC-Gegner Greuther Fürth, bei dem er schon Bundesliga-Luft schnuppern durfte.

Jung-Bin, gegen Sandhausen hat der KSC nur 1:1 gespielt. Zwei verlorene Punkte?
Wir wollten das Spiel natürlich gewinnen. Wir haben auch alles gegeben und mit dem ersten Tor hat das gut geklappt. Der Ausgleich war nicht verdient und ich finde, das sind zwei verlorene Punkte.
Du hast in letzter Zeit viel gespielt. Bist du mit deinen Einsätzen zufrieden?
Ja, aber nicht vollständig. Am Anfang stand ich nicht im Kader und habe nicht gespielt, deswegen bin ich dem Trainer jetzt sehr dankbar, dass ich in letzter Zeit spielen durfte. Mit meiner Einstellung war ich zufrieden, aber ich will jetzt auch Tore schießen und Vorlagen geben. Jeden Tag gebe ich alles dafür.
Du bist seit letzter Saison beim KSC. Wie gefällt es dir hier?
Sehr gut. Meine Mitspieler sind freundlich und total nett. Auch die Stadt ist sehr schön, meine Freundin wohnt auch hier. Sie unterstützt mich sehr. Der Verein ist etwas Besonderes und die Fans gehören zu den lautesten der Liga.
Du unternimmst abseits des Platzes einiges mit Hiroki Yamada, richtig?
Ja, wir waren zusammen in Paris. Wir laden uns auch gegenseitig ein und kochen gemeinsam. Wir sprechen dann meist Englisch miteinander.
Ist Japanisch und Koreanisch zu unterschiedlich?
Ja, total. Das ist wie Deutsch und Holländisch. Also ein paar Wörter sind gleich, aber mehr auch nicht. Trotzdem verstehen wir uns sehr gut. Ich will ihm auch bei seiner Eingewöhnung in Deutschland helfen.
Er war bei seinem Ex-Verein Kapitän und hat auch schon bei der Nationalmannschaft gespielt. Ist er auch ein Vorbild für dich?
Fußballerisch ist er überragend. Ich merke, dass er viel Erfahrung hat und er gibt mir manchmal Tipps, was ich auf dem Platz besser machen kann. Das hilft mir sehr. Ich habe sehr viel Respekt vor Hiros Technik.
Du bist jetzt vier Jahre in Deutschland. Was ist der größte Unterschied zu Südkorea?
Das Essen ist der größte Unterschied. Generell ist ja alles anders, die Kultur, die Menschen oder der Fußball. Inzwischen bin ich an Deutschland gewöhnt und mir geht es gut.
Wie bist du nach Deutschland gekommen?
Ich wollte in die Bundesliga und war großer Fan vom deutschen Fußball. Dann bekam ich in Salzburg und Wolfsburg die Chance, ein Probetraining zu absolvieren. Beide Mannschaften wollten mich, aber ich wollte definitiv nach Deutschland. Zum Glück hat es geklappt.
Du hast beim VfL Wolfsburg eine Ausbildung gemacht. Welche?
Als ich 16 Jahre alt war, habe ich dort als Koch eine Ausbildung gemacht.
Und warum?
Ich musste wegen meiner Aufenthaltsgenehmigung die Ausbildung machen. Das war sehr hart, weil ich nebenbei trainieren musste. Als Koch musste ich acht Stunden am Stück im Stehen arbeiten. Danach bin ich kaputt zum Training. Ich bin froh, dass ich mich jetzt nur auf Fußball konzentrieren kann.
Kochst du immer noch gerne?
Sehr gerne, am liebsten koreanisch. Zum Beispiel mit Hiroki oder mit meiner Freundin. Wenn die Zeit da ist, koche ich gerne.
Am Sonntag geht es zu deinem Ex-Verein Greuther Fürth. Du hast dort schon Bundesliga gespielt. Wie war dort deine Erfahrung?
Das war eine geile Erfahrung. Damals war Mike Büskens Trainer, der von mir überzeugt war. Und wenn der Trainer hinter dir steht, ist das motivierend. Die Bundesliga war ein tolles Gefühl und es ist mein Ziel, langfristig Bundesliga-Spieler zu sein. Vielleicht klappt das auch mit dem KSC, das wäre der schönste Weg. Wenn wir konzentrierter auftreten, sind wir von den Spitzenteams auch gar nicht so weit weg wie das momentan in der Tabelle scheint. Wir haben einfach in der letzten Zeit zu viele Punkte unnötig liegen lassen.
Was ist Euer Ziel für Sonntag in Fürth?
Das ist eine spielerisch sehr starke Mannschaft und sie haben gute Einzelspieler. Aber ich glaube, sie sind nicht so stark wie letzte Saison. Klar ist aber: Wir werden sie nicht unterschätzen, weil sie unangenehm spielen, gerade zu Hause. Die können alle kicken, aber wir auch.
Das Gespräch führte Fabian Herbers
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