Nazarov: "Weiter konstante Leistungen zeigen"

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Dimitrij Nazarov spielt seit eineinhalb Jahren beim KSC und fühlt sich in Karlsruhe "pudelwohl". Der Stürmer über seinen Elfer gegen Aue, das 0:0 gegen Darmstadt und das kommende Spiel gegen Eintracht Braunschweig.

Dimi, gegen Darmstadt hat es trotz Überzahl in der Schlussviertelstunde nur zu einem Punkt gereicht. Gibst du dich damit schlussendlich zufrieden?
Nein, auf keinen Fall. Wir waren am Sieg näher dran und hatten kurz vor Schluss durch Koen van der Biezen auch noch eine gute Chance. Von den Spielanteilen und den Tormöglichkeiten hätten wir das Spiel gewinnen müssen. Deswegen sind wir mit dem Punkt nicht zufrieden.

Trotzdem ist positiv, dass die Serie hält und auswärts wieder mal zu Null gespielt wurde.
Darauf können wir aufbauen. Wir haben wieder wenige Chancen zugelassen. Aber wenn man vorne keine Tore macht, geht es eben 0:0 aus.

Du hast dir in den letzten Wochen einen Stammplatz erkämpft. Wie schätzt du deine bisherige Leistung ein?
Ich merke selber, dass ich im Aufwärtstrend bin. Momentan spüre ich viel Vertrauen vom Trainer und das will ich ihm auf dem Platz zurückzahlen. In jedem Training biete ich mich weiter an. Ich weiß, dass Fußball Tagesgeschäft ist. Deswegen muss jeder Tag ein guter sein, damit man beim KSC in der Startelf steht.

Du spielst für die Nationalmannschaft Aserbaidschans. Bis vor ein paar Wochen hat noch Berti Vogts das Team trainiert. Wie war dein Kontakt zu ihm?
Wir haben uns oft ausgetauscht. Unter ihm durfte ich ein paar Spiele machen und das war eine große Erfahrung für mich, gerade bei Spielen wie gegen Kroatien oder Italien. Das versuche ich in mein Tagesgeschäft mitzunehmen. Ich hoffe, dass es mit dem neuen Trainer so weitergeht.

Was sind deine Ziele mit der Nationalmannschaft?
Wir haben noch keine Punkte gesammelt, das ist unser erstes Ziel. Gegen Italien haben wir erst kurz vor Schluss 1:2 verloren, auch die Niederlage gegen Bulgarien war unnötig. Gegen Malta klappt es mit dem ersten Sieg, davon bin ich überzeugt.

Zurück zum KSC: Du bist seit eineinhalb Jahren hier. Was gefällt dir in Karlsruhe am besten?
Ich fühle mich hier pudelwohl und habe in der Innenstadt eine kleine Wohnung. Die Stadt ist relativ klein und schön. Meine Eltern wohnen auch nur eine Stunde weg. Alles super.

Was unternimmst du abseits des Platzes mit deinen Mitspielern?
Wir machen relativ viel zusammen, gehen beispielsweise öfter mal essen oder wir schauen zusammen Champions-League-Spiele.

Gegen Aue hast du den erlösenden Elfer reingemacht – warst du dir vorher so sicher? Auch andere hätten schießen können…
Ich hab den Jungs gesagt, dass ich mich sicher fühle. Vorher wollte der Ball einfach nicht auf normalem Weg rein gehen. Meine Mitspieler haben mir das Vertrauen geschenkt und ich konnte es zum Glück zurückzahlen. Der Sieg war „dreckig“, aber danach fragt heute keiner mehr.

Der KSC ist auf Platz 8, hat aber Kontakt zur Spitze. Macht es mehr Spaß, dass man jede Woche sieht, dass der KSC oben mitmischt?
Ja, klar. Aber es sind viele Mannschaften oben, da geht alles ganz schnell. Wir wissen auch, dass die Punkte nach hinten dünn sind. Unsere Basis, die Defensive, stimmt bisher. Wir lassen weniger Chancen als letzte Saison zu. Und gegen Aue hat man gesehen, dass wir spielerisch nochmal zugelegt haben. Jetzt wollen wir weiter Punkte sammeln.

Der kommende Gegner im Wildpark ist Braunschweig, ein Bundesliga-Absteiger. Wird das eine harte Nuss?
Wir wollen uns nicht auf dem Bisherigen ausruhen. Mit Eintracht Braunschweig kommt eine starke Mannschaft in den Wildpark. Wir spielen aber wieder voll auf Sieg und rufen unsere Stärken ab: Kompaktheit und Schnelligkeit. Wir wollen durch schönen Fußball zum Erfolg kommen.

Was sind deine persönlichen Ziele für die Saison?
Jetzt muss ich konstant weiter gute Leistungen zeigen. Ich will der Mannschaft mit noch mehr Toren helfen. Ich weiß, dass ich es kann, das habe ich schon ein paar Mal gezeigt. Wenn meine Leistung weiter konstant bleibt, hat der Trainer am Wochenende keine andere Wahl, als mich aufzustellen.

Das Gespräch führte Fabian Herbers

 

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