Mitglieder sprechen Seiler das Vertrauen aus / DFL erteilt Lizenz mit Auflagen

(eis) Am Dienstagabend schenkten 377 der 384 anwesenden Mitglieder des Karlsruher SC Gerhard Seiler das Vertrauen und wählten den 71 jährigen Ex Oberbürgermeister zum Vereinspräsidenten.Seiler war am Anfang März als Notvorstand des Badischen Fußballzweitligisten eingesetzt, nachdem Amtsvorgänger Detlef Dietrich wenige Tage zuvor das Handtuch geworfen und seinen Posten zur Verfügung gestellt hatte.

Die Führungsriege um Neu Präsident Seiler und Vize Michael Steidl komplettiert Rolf Hauer, der bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung in der Neureuter Badnerlandhalle 305 von 377 Stimmen erhielt und als zweiter Vizepräsident die Nachfolge des vor Weihnachten zurückgetretenen Martin Lenz antritt. Selbes hatte der 56 Jährige bereits am 22. Februar getan und war auch hier satzungskonform gewählt worden, musste aber nur wenige Tage später seinen Posten wieder räumen um den Weg für Notvorstand Seiler frei zu machen.
"Dieses Wahlergebnis tröstet mich über viele schwere Stunden hinweg und ermuntert mich für weitere schwere Stunden", bedankte sich Seiler nach Amtsantritt bei seinen Mitgliedern. Konfrontiert mit dem sensationellen Wahlergebnis von 99 Prozent Zustimmung, entgegnet der Wirtschaftswissenschaftler keck: "Wissen Sie, ich mag Rekordergebnisse. Ich wurde auch schon von 3.000 Wahlberechtigten einstimmig zum Präsidenten des Deutschen Städtetages gewählt."

Noch vor seiner Wahl zum Vereinsoberhaupt hatte Seiler die Lizenzerteilung durch die Deutsche Fußball Liga bekannt gegeben die mitgelieferten Auflagen und Bedingungen seien aber, so der Ex OB "sehr hart". "Dass Spielerverkäufe von Nöten sein würden, war abzusehen, bei diesen Auflagen kommen wir aber gar nicht umhin", macht der Universitätsprofessor keinen Hehl aus der prekären Situation des Sport Clubs.

Bis zum 28. Mai hat das neu gewählte Führungsgremium der Blau Weißen nun Zeit die Auflagen der DFL zu erfüllen, welche die Voraussetzung für die Lizenzierung darstellen. Um den Verein finanziell zu sanieren strebt Seiler eine Ausgliederung des Profibereichs in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien an. Der Verein hält dabei zwar das Gros der Abteilungsanteile, den Teilhabern würde aber ein Mitspracherecht eingeräumt werden, ohne dies nur schwer Investoren zu finden seien.
Da dieses Konzept aber ohnehin nur im Profifußball zulässig ist, genieße der sportliche Klassenerhalt und die erfolgreiche Lizenzierung zunächst einmal Priorität. "Wer glaubt, wir hätten wegen des drohenden Lizenzentzugs gegen Reutlingen schon über den Berg, der kann irren.", warnt Seiler eindringlich davor die Rechtsmittel der Reutlinger zu unterschätzen. "Aber das freut mich, denn das tut der Kasse unseres KSC sehr gut", ergänzt er im selben Atemzug.


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