Labbadia sichert Punkt an alter Wirkungsstätte
(eis) Petrus hatte wahrlich kein Einsehen mit der Terminierung der sportlichen Aktivitäten des Karlsruher SC. Nach einem, fußballtechnisch gesehen, milden Winter für die Kicker aus dem Badischen, setzte am gestrigen Nachmittag beim Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld pünktlich zum Anpfiff ein Mix aus Hagel und Schneeschauern ein, was im Nu einen matschigen, überschneiten und extrem schwer zu bespielender Rasen auf der Bielefelder Alm zur Folge hatte.Im Schatten der Ereignisse auf der KSC Mitgliederversammlung am Freitag Abend konnten die Blau Weißen um 17:45 Uhr dann nach drei Niederlagen in Folge endlich einmal wieder einen Punkt ihr eigen nennen was bei einem Auswärtsspiel beim Aufstiegsaspiranten aus Westfalen sicherlich als Erfolgserlebnis abgebucht werden kann. Das sahen auch die rund 300 mitgereisten KSC Fans unter den 10.234 Zuschauern auf der Bielefelder Alm so.Für die Tore beim 1:1 (0:1) Unentschieden zeigten sich gestern Nachmittag zwei langjährige Profis auf Seiten des KSC und Arminia Bielefeld verantwortlich. Ungewöhnlich war nur, dass Beide ihre Treffer für das Team schossen, welche im Allgemeinen weniger mit ihrem Namen in Verbindung gebracht werden.
Stefan Kuntz, Cheftrainer der Gäste aus dem Badischen, wartete beim Anpfiff mit vier Personellen Veränderungen in seiner Elf auf: Stammkeeper Walter kehrte nach überstandener Grippe Infektion ebenso in die Startformation zurück wie Marco Engelhardt nach absolvierter Gelbsperre. Auch Bruno Labbadia durfte wieder von Beginn an auflaufen. Auf der Bank nahmen dafür zunächst Marco Grimm, der verletzungsbedingt gar nicht mit nach Bielefeld gereist war und Tobias Weis Platz. Ebenfalls unter den ersten Elf fand sich überraschend Aydin Cetin wieder, der die Geschicke im offensiven Mittelfeld der Blau Weißen leitete. Für ihn musste Theo Rus der Startelf weichen.
Im Gegensatz zu den Gästen aus Karlsruhe, die sich zu Beginn der Begegnung mit den äußeren Bedingungen der Partie sichtlich schwer taten, wollten die Bielefelder von Beginn an in die Vollen gehen und die Rollenverteilung von Beginn an festlegen.
Gleich zweimal sah sich die KSC Defensivabteilung in den Anfangsminuten mit dem freistehenden Mittelstürmer der DSC Arminia, Dirk van der Ven, konfrontiert (3. und 11.). Einmal war dieser ob dieser Einladung zum Abschluss so irritiert, dass er völlig überrascht verzog, bei der zweiten Möglichkeit konnte Carsten Rothenbach in höchster Not klären.
Nur knapp das KSC Tor verfehlte ein indirekter, abgefälschter Freistoß von Detlev Dammeier (10.).
Dann hatten sich die Karlsruher aber so langsam eingespielt, erarbeiteten sich mehr Spielanteile und versuchten selbst das Ruder zu übernehmen zumeist versuchten die Akteure ihr Glück aus der zweiten Reihe, was bei dieser Witterung sicherlich ein durchaus Erfolg versprechendes Mittel war.
Ein Konter in der 17. Spielminute stellte die erste gelungene Angriffsbemühung des Sport Clubs dar Danny Fuchs versuchte aber schon aus rund 18 Metern einzuschießen, was Torhüter Mathias Hein nicht vor allzu große Probleme stellte. Auch Bruno Labbadia erging es da zwei Minuten später nicht besser, als er eine Flanke von der rechten Außenbahn nur um Zentimeter verfehlte. Zu seinem dritten Torerfolg in dieser Saison kam Labbadia nach einer halben Stunde, ausgerechnet an seiner alten Wirkungsstätte, aber dennoch: Einen Kopfball von Clemens Fritz aus großer Distanz konnte Hain nur zur Seite klären, Labbadia reagierte am Schnellsten und konnte den Ball aus kurzer Entfernung zur 1:0 Halbzeitführung einschieben.
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der KSC als die optisch überlegene Mannschaft, das Spiel entwickelte sich, trotz des miserablen Geläufs zusehends zu einer ansprechenden Partie.
In der 70. Minute setzte Fatmir Vata eine Direktabnahme trotz freier Schussbahn weit am Tor von Thomas Walter vorbei, ehe die Bielefelder dann doch den Ausgleichstreffer erzielen konnten. Und wieder war es ein Einwechselspieler, der dem KSC zum Verhängnis wurde. Ausgerechnet Christian Wück, von 1994 98 im Diensten des KSC und vor zwei Jahren nach schwerer Verletzung nach Bielefeld gewechselt, nahm sich nach einem Abwehrfehler ein Herz und versenkte die Kugel mit einem strammen Schuss aus elf Metern in den Karlsruher Maschen.
Sechs Minuten vor dem Ende hatten die Badener Glück bei einem Bielefelder Lattentreffer, ehe in der 88. Spielminute Daniel Graf, als er bei einem Alleingang Nerven zeigte, die große Chance zum Führungstreffer ungenutzt ließ.
Fünf Minuten vor dem Ende dezimierten sich die Karlsruher auch noch selbst: Wegen Meckerns sah Angreifer Fuchs die Gelb Rote Karte und fällt somit in der kommenden Begegnung aus.
Der KSC konnte mit diesem Remis seinen Abstand zu Abstiegsrang 16 weiter ausbauen und belegt mit 27 Punkten nunmehr Tabellenposition 13.
Am kommenden Sonntag (15 Uhr) gastiert Rot Weiß Oberhausen im Karlsruher Wildpark. Oberhausen befindet sich nach einer schwachen Hinrunde momentan im Aufwärtstrend und ist kurz davor die Abstiegsplätze zu verlassen.
DSC Arminia Bielefeld:
M. Hain Bogusz, Reinhardt, Borges Klitzpera (81. Wück), Dammeier Dabrowski Brinkmann, Albayrak (68. Diabang) Wichniarek, van der Ven (68. Aracic)
Karlsruher SC:
Walter Waterink, Kracht, Rothenbach Graf, Engelhardt, Melkam Cetin (86. Rus) Fritz (90. Birk), Labbadia, Fuchs
Tore:
1:0 Labbadia (30.)
1:1 Wück (81.)
Gelbe Karten: Albayrak, Brinkmann Fritz, Melkam, Labbadia, Kracht
Gelb rote Karte: Fuchs (85.)











