KSC wartet weiter auf erstes Saisontor

(eis) Nach außen wirkte Stefan Kuntz gewohnt locker, nach dem 0:0 Unentschieden seiner Elf beim Regionalligaaufsteiger Wacker Burghausen. Im Inneren des Fußballlehrers aber brodelte es gewaltig. Diesen Eindruck bestätigte er dann auch verbal: "Wir hatten heute vier bis fünf Totalausfälle in der Mannschaft." Den Grund für den Zorn des Saarländers hatte seine Mannschaft in den 90 vorangegangenen Minuten geliefert. Das torlose Remis ist im Vergleich zur Auftaktniederlage gegen Köln "eine Steigerung im Resultat" was ihm die Zornesröte ins Gesicht trieb war die Art und Weise, in der das Unentschieden zu Stande kam.

Nicht mit ins Bayrische waren Bruno Labbadia, der wegen seiner Rotsperre fehlte und Christian Hassa, der verletzt ausfiel, gereist. Dafür schickte Kuntz Clemens Fritz und Marco Engelhardt ins Rennen und rotierte auch taktisch kräftig durch: Die Viererkette, die im Köln Spiel einen soliden Eindruck hinterlassen hatte, blieb bestehen, Engelhardt und Geburtstagskind Bernhard Trares, der gestern seinen 37. Geburtstag feierte, agierten im defensiven Mittelfeld. Davor sollte Gabriel Melkam das Angriffsspiel einleiten, Daniel Graf und Danny Fuchs als hängende Spitzen über die Flügel den einzigen nominellen Angreifer Fritz versorgen.

Burghausen Trainer Rudi Bommer, der am heutigen Montag sein 45. Lebensjahr vollendet, wartete ebenfalls mit zwei personellen Veränderungen im Vergleich zur Partie gegen Eintracht Trier auf. Youssef Mokhtari und Ronald Schmidt nahmen auf der Bank Platz, die linke Mittelfeldseite beackerten stattdessen Thomas Broich und Rajko Tavcar. Letztgenannter stand im WM Kader der slowenischen Nationalelf und steht erst seit Freitagabend in Diensten des SV Wacker. Beim 1. FC Nürnberg ausgemustert, absolvierte der 28 Jährige die Saisonvorbereitung in Burghausen, am Freitag dann gaben die Vereinsverantwortlichen grünes Licht für seine Verpflichtung.

Die Vorzeichen der Partie ähnelten sich stark: Beide Teams wollten einen Fehlstart in die Saison ausmerzen, Burghausen unterlag Mitaufsteiger Trier mit 1:2, Karlsruhe kassierte gegen den 1. FC Köln eine unglückliche 0:1 Niederlage.
Und dass es am Ende bei einem 0:0 blieb, das hätten die Blauweißen der Abwehrreihe und der taktischen Disziplin zu verdanken, resümierte Stefan Kuntz nach dem Schlusspfiff.
In der Tat, Burghausen bestimmte von Beginn an das Spielgeschehen und wären die Bayern in der ersten halben Stunde gegen eine völlig konsternierte KSC Elf nicht so fahrlässig mit Torgelegenheiten umgegangen, wäre die Partie bereits zum Pausenpfiff entschieden gewesen.

Den Anfang machte in der 8. Spielminute Marc Younga, der eine Hereingabe von Neuzugang Tavcar nur knapp verfehlte. 60 Sekunden später rettete Danny Fuchs die Karlsruher vor dem Rückstand, einen Nachschuss Martin Oslislos fälschte der Angreifer knapp zum Eckstoß ab. Burghausen bestach mit einer souveränen Defensivleistung und präsentierte gleichwohl ein gefälliges Angriffsspiel besonders über die rechte Außenbahn. So auch, als Toralf Konetzke nach Vorlage von Oslislo das Karlsruher Gehäuse verfehlte (21.). Eine erneute Einschusschance bot sich Konetzke nach einer Tavcar Flanke, Mario Eggimann klärte aber in höchster Not (34.)
Fünf Minuten vor dem Seitenwechsel wurde es Stefan Kuntz dann zu bunt. Für den überforderten Witold Wawrzyczek kam Aydin Cetin in die Partie, der das brachliegende Mittelfeld besetzen sollte. Gabriel Melkam ging zurück in die Viererkette, Daniel Graf und Clemens Fritz tauschten die Positionen.

Doch auch nach dem Pausentee, bot sich den 5.900 Zuschauern im Wacker Sportpark ein unverändertes Bild, Younga leitete mit einem Pfostenknaller aus 12 Metern den zweiten Durchgang ein (48.).
Nach über einer Stunde dann die erste Offensivbemühung des KSC, doch Torhüter Kay Wehner war nach einer Hereingabe Danny Fuchs’ vor Aydin Cetin am Ball (65.). Die Partie verflachte nun zusehends, Torchancen wurden Mangelware.
Toralf Konetzke bot sich in der 73. Spielminute die wohl größte Chance der Partie. Völlig alleinstehend versprang dem Mittelstürmer der Ball. Nach dieser Szene setzte Stefan Kuntz seine Hoffnungen mit der Hereinnahme Carsten Rothenbachs ganz auf die Defensive. Vor dem Schlusspfiff sorgte einzig Daniel Graf nochmals für eine Karlsruher Präsenz vor dem gegnerischen Gehäuse. Nach einem Eckstoß setzte der Ex Offenbacher seinen Schuss aber einige Meter über das Tor.

"Ein Sieg für uns wäre sicher verdient gewesen schade, dass wir das Tor nicht getroffen haben." Eine Feststellung Rudi Bommers, der auch sein Pendant Stefan Kuntz nicht so recht widersprechen mochte mit dem sehr glücklichen Ergebnis müsse man zufrieden sein. Zum Fehlen des in der Kritik stehenden Bruno Labbadia bemerkte Kuntz, die jungen Spieler hätten verpasst zu beweisen, dass sie an ihm vorbei sind. In Bezug auf die Leistung seines Teams droht der Coach gar mit der Höchststrafe: "Es kann gut sein, dass sich der ein oder andere am Freitag auf der Tribüne wiederfinden wird.
Dann tritt der KSC in Trier an und hat im Moselstadion ab 19 Uhr die Gelegenheit endlich das erste Saisontor zu erzielen.





SV Wacker Burghausen:

Wehner Hertl Örüm, Frühbeis Forkel, Oslislo, Burghartswieser, Broich, Tavcar (63. Mokhtari) Younga, Konetzke (73. Lützler)


Karlsruher SC:

Walter Waterink, Kracht, Eggimann, Wawrzyczek (40. Cetin) Trares, Melkam, Engelhardt (53. Haffner) Graf, Fuchs (73. Rothenbach) Fritz



Gelbe Karten: Tavcar (62.) Younga (70.) Melkam (48.), Trares (51.), Fritz (58.)

Zuschauer: 5.900

Schiedsrichter: Lutz Wagner
Assistenten: Ralf Späker, Stefan Reuß


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