KSC unterliegt Duisburg
Mit einer schwachen Leistung unterlag der KSC im letzten Heimspiel der Hinrunde dem MSV Duisburg mit 0:3 und kann in der Tabelle am Sonntag auf einen Abstiegsplatz abrutschen. Nach nur einer halben Stunde war das Spiel entschieden.
Von Andreas Eisinger
Die vorweihnachtliche Stimmung war schon nach einer halben Stunde im Eimer. Mit einer Rabattaktion hatte der KSC in den vergangenen Tagen versucht, das Stadion zum Vorrundenabschluss gegen den MSV Duisburg ordentlich zu füllen. Rund 11.000 Zuschauer boten im Wildpark dann auch eine stattliche Kulisse dar, zur Eigenwerbung konnte die junge Mannschaft den Abend jedoch nicht nutzen. Schon nach 29 Minuten lagen die Hausherren hoffnungslos mit 0:3 in Rückstand und mühten sich nach der Pause vergeblich, ins Spiel zurückzukehren.
In der Anfangsphase hätten die Hausherren gut und gerne mit demselben Ergebnis in Führung gehen können, ein gut aufgelegter MSV Keeper Georg Koch und die Duisburger Hintermannschaft brachten Sebastian Freis jedoch zur Verzweiflung. In nur 120 Sekunden scheiterte der Youngster zwei Mal nach öffnenden Zuspielen (12. und 13.), nach einem Kopfball von Jan Männer zappelte der Ball gar in den Maschen (16.). Flankengeber Ioannis Masmanidis hatte zuvor aber mit der Hand angenommen und der Treffer zählte nicht. Die engagierten Bemühungen des Newcomers blieben nichts als brotlose Kunst, eine KSC Druckphase vermochte der 19 Jährige ebenso wenig einzuleiten. Stattdessen schlug in den folgenden 10 Minuten der Tabellen Zweite aus dem Ruhrpott erbarmungslos zu und nahm die Karlsruher Hintermannschaft auseinander.
Alexander Bugera traf als Erster, nachdem er und Dirk Lottner mit einem Doppelpass die blauweiße Verteidigung ausgehebelt hatten (18.). Nach einem Schnitzer von Miller Vertreter Martin Fischer durfte Kapitän Lottner auch selbst jubeln, nur zwei Minuten später konnte Peter van Houd einen Lattenkracher seelenruhig annehmen und abstauben. In der Zwischenzeit hatte sich erneut Sebastian Freis eine Einschussmöglichkeit erarbeitet, kurz nach dem 0:3 scheiterte Ioannis Masmanidis, der für Ivan Saenko im Mittelfeld spielte am Duisburger Sieg war zu diesem Zeitpunkt aber schon nicht mehr zu rütteln.
Da die Wildparkelf auch in der Folge nicht zur Erheiterung der enttäuschten, aber weiter lautstarken KSC Fans beitragen konnte, sorgte wenigstens Schiedsrichter Dominik Marks für Auflockerung. In höchster Not brachte Thomas Kies Aziz Ahanfouf zu Fall, Marks pfiff, nestelte in Brust und Gesäßtasche, machte sich dann auf den Weg zu Assistent Markus Häcker. Grund für die Spielunterbrechung: Der Referee hatte seine Karten in der Kabine vergessen, Häcker sorgte für Abhilfe, sodass Kies der gelbe Karton nicht erspart blieb.
Nach dem Seitenwechsel wirkte das KSC Spiel sortierter und nicht mehr so verunsichert, selbst Ergebniskosmetik blieb den Gastgebern aber verwehrt. "Man darf bei aller Enttäuschung nicht vergessen, dass die Mannschaft zurückgeschlagen hat", leistete Cheftrainer Lorenz Günther Köstner schon kurz nach dem Abpfiff Wiederaufbauarbeit. Sein Gegenüber Norbert Meier pflichtete ihm bei: "So klar wie es scheint war die Sache heute nicht. Wir hätten auch in Rückstand geraten können, dann wäre das Spiel wohl anders gelaufen."
Nach dem Schlusspfiff war der Arbeitstag der jungen Mannschaft lange nicht beendet: Gut 400 frustrierte Anhänger blockierten die Ausfahrt und taten lautstark ihren Unmut kund. Zur Beschwichtigung gab es zuerst Lob von Coach Köstner ("Man muss sagen, dass die Fans auch nach dem 0:3 nicht aufgegeben und die Mannschaft weiter unterstützt haben") und später die Möglichkeit zum direkten Gespräch mit Mannschaft und Sportdirektor Rolf Dohmen.
In der Zweitligatabelle bleiben die Badener trotz der Niederlage auf Rang zwölf, können aber am Sonntag noch in die Abstiegsränge verwiesen werden. 17 Punkte stehen den zu Buche, 20 gab Köstner vor zwei Wochen als Minimalziel bis zur Winterpause aus. Obwohl die Lausitz nie ein gutes Pflaster für den KSC war, sollen die nun in Cottbus her bei Energie verabschieden sich die Karlsruher in einer Woche in die Winterpause.











