KSC startet fulminant in die Rückrunde

(eis/eck) Mit 4:1 deklassierte die Mannschaft des Karlsruher SC am heutigen Abend den VfL Bochum im ersten Pflichtspiel nach der Winterpause im heimischen Wildparkstadion.Welch eine kämpferische Leistung das Team von Trainer Stefan Kuntz ihren Fans im Spiel gegen den Tabellenvierten aus dem Ruhpott zeigen würde, konnte sich vor dem Anpfiff noch keiner der 8.800 Zuschauer ausmalen. Auch ohne Neuverstärkung während der spielfreien Wochen konnten die Badener mit einem gelungenen Kombinationsspiel und enormem Selbstvertrauen aufwarten.

Kuntz entschied sich vor der Begegnung für eine äußerst offensive Ausrichtung seiner Elf. Die Wichtigkeit dieser Entscheidung unterstrich nach dem Schlusspfiff auch Mittelstürmer Bruno Labbadia: "Wir haben heute stark nach vorne gespielt, Cetin und Graf waren sehr agil, jeder hat nach hinten gearbeitet und vor Allem hatten wir keinerlei Respekt vor unserem Gegner."
Clemens Fritz stand dem Übungsleiter am heutigen Abend nicht zur Verfügung. Dieser laboriert an einem Virusinfekt und wurde durch den spielfreudigen Aydin Cetin ersetzt. Ebenfalls nicht mit von der Partie war Abwehrroutinier Torsten Kracht auf Grund seiner Gelbsperre. Folglich rückte Youngster Carsten Rothenbach in die Viererkette der Blau Weißen, welche Theo Rus auf der rechten Defensivseite komplettierte.
Daniel Graf agierte auf der ihm angestammten rechten Seite ungewohnt offensiv und sorgte ein ums andere Mal für Gefahr durch seine Hereingaben.
Der Spieler der Begegnung war aber zweifelsohne Werner Heinzen, der nach seiner langwierigen Verletzungspause in der 70. Minute ins Spiel kam und gerade einmal 40 Sekunden später mit einem Treffer aufwarten konnte.

Begonnen hatte die Partie mit einem Paukenschlag. Nach nichteinmal sieben gespielten Minuten waren die Blau Weißen bereits mit 1:0 in Führung gegangen. Torschütze war wieder einmal Danny Fuchs mit einer entschlossenen Direktabnahme. Nach einem Abpraller von Aydin Cetin fackelte Fuchs nicht lange und überwand Rein van Duijnhoven mit einem Flachschuss.
Dies sorgte im Team der Badener für einen starken Auftrieb in, der Folgezeit präsentierte sich der KSC als klar feldüberlegene Mannschaft. 15 Minuten dauerte es bis sich der VFL zum ersten Mal dem Kasten von Thomas Walter näherte. Nach einer Flanke von Colding bekam Hashemian allerdings nicht genug Druck hinter den Ball, sodass der Karlsruher Schlussmann nicht in ernsthafte Schwierigkeiten geriet. In der 23. Spielminute setzte Aydin Cetin nach einem Doppelpass mit Bruno Labbadia die Kugel über das gegnerische Gehäuse. Fünf Minuten später kamen die Gäste nochmals gefährlich vor das Karlsruher Gehäuse Hashemian verfehlte mit einem Schuss aus 18 Metern das Karlsruher Tor nur knapp. Das sollte es dann aber für eine ganze Weile auch gewesen sein mit dem Offensivdrang der Westfalen.
Aydin Cetin sorgte für die nächste Riesenchance, als er nach einer Flanke von Daniel Graf frei zum Kopfball kam, mit welchem er van Duijnhoven, aber auch dessen Kasten um Zentimeter überlupfte.
Vor der Halbzeit erhöhte der KSC gar noch auf 2:0: Von Bruno Labbadia angespielt, versenkte der agile Daniel Graf die Kugel unhaltbar zwischen den Bochumer Pfosten.
Bruno Labbadia hätte vor dem Seitenwechsel gar noch auf 3:0 erhöhen können, sein strammer Schuss aus spitzem Winkel verfehlte das Tor aber knapp.
Nach einer kurzen "Auszeit" beider Teams direkt nach Wiederanpfiff, machte der KSC schon bald da weiter, wo er vor dem Pausentee aufgehört hatte. Erneut war es Daniel Graf, der frei vor Rein van Duijnhoven auftauchte dieser wusste sich nur mit einem Foul zu helfen, was Schiedsrichter Uwe Kemmling mit einer gelben Karte und einem Strafstoß für die Gastgeber bestrafte. Mit diesem scheiterte daraufhin Carsten Birk, im Nachsetzen konnte er allerdings eine präzise Flanke von der rechten Seite nach innen bringen, welche Gabriel Melkam per Kopf zur 3:0 Führung vollstreckte.
In der Folgezeit zeigte sich ein ums andere Mal, dass das Zusammenspiel in der Winterpause trainiert wurde und nun durchaus seine Früchte trug. Bruno Labbadia schlenzte in der 62. Spielminute die Kugel in den freien Raum, setzte Theo Rus über die rechte Außenbahn in Aktion wessen präzise Flanke Gabriel Melkam nur knapp verfehlte.
In der 70. Spielminute musste Stefan Kuntz dann verletzungsbedingt auswechseln. Daniel Graf zog sich in einem Zweikampf eine Knöchelverletzung zu, eine endgültige Diagnose über das Aumaß dieser Verletzung steht zur Stunde noch aus.
Für den ex Offenbacher kam dann Werner Heinzen in die Begegnung, der von den Fans sogleich frenetisch begrüßt wurde. Wie erwähnt, so lag dieser schon 40 Sekunden später vor freude strahlend vor dem Fanblock und ließ sich von den Anhängern und Mannschaftskameraden gebührend feiern. Einen wunderschönen, entschlossenen Alleingang vollstreckte der 32 Jährige souverän zum zwischenzeitlichen 4:0.
Nun schalteten die Karlsruher einen gang zurück und verlegten ihr Spiel zunehmend in die Defensive.
Der 4:1 Anschlusstreffer für die Gäste durch Haschemian in der 75. Spielminute stellte nur noch Ergebniskosmetik dar am Ende blieb es beim hochverdienten 4:1 Erfolg für die Wildparktruppe.
"Dieser Sieg hat uns enormes Selbstbewusstsein beschert, abheben dürfen wir allerdings auf keinen Fall. Vor uns liegen schwere Wochen, in denen wir gegen die stärksten Teams der Liga antreten müssen.", beschwichtigte Cheftrainer Stefan Kuntz die Euphorie, die sich nach dem Schlusspfiff ausbreitete. Ganz besonders freute sich der Übungsleiter über das gelungene Come Back Werner Heinzens. Sein Treffer habe ihm enorm geholfen wieder an die Form vor seiner Verletzung anzuknüpfen, dennoch sei sowohl bei, als auch bei Tobias Weis noch ein deutlicher Abstand zu deren Optimalform erkennbar.

Am kommenden Freitag muss sich der KSC auf die Reise nach Saarbrücken begeben. Anpfiff der Begegnung gegen den Tabellenletzten im Saarbrückener Ludigspark Stadion ist um 19 Uhr.


Karlsruher SC:

Walter Grimm, Waterink, Rothenbach (60. Seitz), Rus Graf (70. Heinzen), Birk, Melkam, Fuchs (78. Weis) Cetin, Labbadia


VfL Bochum:

Van Duijnhoven Colding (60. Bemben), Fahrenhorst, Stickroth (45. Toplak) , Meichelbeck Schindzielorz, Wosz, Mandreko Freier (70. Toppmöller), Christiansen Hashemian


Tore:

1:0 Fuchs (7.)
2:0 Graf (37.)
3:0 Melkam (55.)
4:0 Heinzen (73.)
4:1 Hashemian (75.)

Gelbe Karten: Van Duijnhoven, Fahrenhorst, Bemben

Schiedsrichter: Uwe Kemmling (Burgwedel)
Assistenten: Carsten Kadach, Holger Grabanowski


Match
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