KSC scheitert in erster Runde des DFB Pokals
(eis) "Karlsruhe Hoeft auf die zweite Runde", hatten die KSC Fans in der Halbzeit des DFB Pokalspiels zwischen den Offenbacher Kickers und dem Karlsruher SC auf dem Bieberer Berg per Transparent zum Ausdruck gebracht. Allerdings blieb dies nur ein frommer Wunsch der mitgereisten blauweißen Anhänger. Die Mannschaft verlor vor 5.781 Zuschauern mit 1:3 (1:1, 1:1) nach Verlängerung und schied damit bereits in der ersten Hauptrunde des Vereinspokals aus dem Wettbewerb aus."Ich habe zwar Fortschritte im Spielaufbau meiner Mannschaft beobachten können, ummünzen konnten wir dies aber nicht.", so ein geknickter Cheftrainer Stefan Kuntz nach dem Schlusspfiff. "Es bleibt uns jetzt wohl nichts anderes übrig als Selbstvertrauen für die nächste Partie gegen Duisburg aufzubauen."
Die originelle Transparent Botschaft der Schlachtenbummler beruhte auf Hoffnungsträger Moritz Hoeft. 24 Jahre ist er alt, kam vor Saisonbeginn vom 1. FC Pforzheim und lief heute zum ersten Mal von Anfang an im Angriff der Wildparktruppe auf. Stefan Kuntz hatte seinen Worten nach der Trier Klatsche Taten folgen lassen und seine Anfangsformation kräftig nämlich auf sechs Positionen durchgewirbelt. Bernhard Trares, Torsten Kracht, Witold Wawrzyczek und Daniel Graf fanden sich zum Anpfiff auf der Reservebank wieder, auch Clemens Fritz musste sich vor den Augen seines DFB Trainers Ulli Stielike mit einem Platz in der zweiten Reihe begnügen. Der 26 Jährige Angreifer Danny Fuchs musste aufgrund von Zahnproblemen passen und nahm auf der Tribüne Platz. In der Startelf fanden sich folglich sechs Neulinge: Marco Grimm und Gabriel Melkam bildeten zusammen mit Eggimann und Kapitän Waterink die Abwehrkette, Rothenbach, Engelhardt und Haffner liefen zusammen mit Aydin Cetin im Mittelfeld auf, davor die beiden Sturmspitzen Bruno Labbadia und Moritz Hoeft.
Den Kader komplettierte Ivan Saenko von den Amateuren, er musste aber zunächst ebenfalls auf der Bank Platz nehmen.
Weniger als 120 Sekunden nach dem Anpfiff machte sich dann im KSC Lager zum ersten Mal Jubel breit. Die Blauweißen gingen mit 1:0 in Führung, das Team, das in drei Ligaspielen bisher keinen einzigen Treffer erzielen konnte. Zugeschlagen hatte das neue Sturmduo: Moritz Hoeft flankte von der rechten Seite auf Oldie Labbadia, der seinen Kopfball gekonnt im Tor der Hessen unterbrachte. Es sollte aber leider das letzte KSC Tor des Nachmittages bleiben.
Die Karlsruher waren zunächst die spielerisch überzeugendere Mannschaft, versäumte es aber recht bald weiter nachzusetzen und verfiel in die Lethargie, die Zuschauern der Spiele in Burghausen und Trier hinlänglich bekannt sein dürfte.
Fouad Brighache setzte nach 22 gespielten Minuten den ersten Offensivakzent der Gastgeber. Mounir Zitouni erreichte seine gefährliche Flanke aber nicht.
Als dann Patrick Falk per Foulelfmeter den Ausgleich erzielte, war es auch schon wieder vorbei mit den Karlsruher Offensivbemühungen (36.). Dennoch bot sich in Durchgang eins beiden Teams noch je eine Großchance. Dexter Langen prüfte Thomas Walter im Kasten der Gäste mit einem strammen 20 Meter Schuss, Bruno Labbadia köpfte auf Flanke von Charles Haffner an den Offenbacher Pfosten.
Nach dem Seitenwechsel bot sich dem Publikum ein lauer Nachmittagskick mit wenigen Torraumszenen. 25 Minuten nach Wideranpfiff setzte sich Nazir Saridogan gegen die Karlsruher Hintermannschaft durch, sein für den eingewechselten Knappmann gedachter Pass ging aber ins Leere. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit fischte Schlussmann Walter einen Freistoß Christos Kagiouzis aus der Luft und kam damit dem einschussbereiten Christian Knappmann zuvor. In der 89. Minute hätte Bachir Kaba mit einem Eigentor noch für die Entscheidung zu Gunsten des KSC sorgen können, so ging es aber in die Verlängerung.
In der 100. Spielminute dann war es Kagiouzis auf Zuspiel von Dworschak, der zur 2:1 Führung für den Regionalligisten einschoss. Der KSC konnte dem auch mit den drei eingewechselten Offensivkräften Saenko, Graf und Fritz nichts mehr entgegensetzen und lief sich auch in Überzahl der erschöpfte Samir Naciri verließ das Spielfeld nach 105 Minuten, trotz erschöpften Auswechselkontingents in der Offenbacher Hintermannschaft fest.
In der Schlussminute stellte dann erneut Kagiouzis, der per Foulelfmeter zum 3:1 Endstand vollendete.
OFC Coach Ramon Berndroth hatte dann noch ein besonderes Schmankerl für die Zuschauer parat, als er nach dem Elfmeterpfiff mitten auf dem Spielfeld wie ein Stein zu Boden sackte. "Ich wollte aufs Spielfeld laufen. Der Schiedsrichterassistent wollte mich verständlicherweise davon abhalten und da ich früher selbst Fußballer war, bin ich nach einem leichten Körperkontakt erst einmal zu Boden gegangen.", erklärt Berndroth, dass ihm die Macht der Gewohnheit ein Schnippchen geschlagen hatte. "Als ich dann am Boden lag, wurde mir klar, dass das eigentlich nichts bringt, weil ich der Trainer bin und das der Schiedsrichterassistent."
Das nächste Pflichtspiel für den KSC steht in zwei Wochen gegen den MSV Duisburg an, bis dahin hat Trainer Stefan Kuntz Zeit den Spielern verlorenes Selbstbewusstsein zurückzugeben. Zu einer Veränderung in der Anfangsformation wird Kuntz dabei gezwungen sein: Angreifer Labbadia ist noch für die beiden nächsten Ligaspiele gesperrt. Dafür wird dem Coach dann Christian Hassa wieder zur Verfügung stehen, der seine Bänderverletzung auskuriert haben sollte.
Kickers Offenbach:
Thier Zitouni Barletta, Kaba Langen, Dworschak, Falk (70. Knapmann), Naciri, Brighache Petry (78. Kagiouzis), Saridogan (63. Müller)
Karlsruher SC:
Walter Grimm (105. Fritz), Waterink, Eggimann, Melkam Rothenbach (85. Graf), Engelhardt, Cetin, Haffner Labbadia, Hoeft (77. Saenko)
Tore:
0:1 Labbadia (2.)
1:1 Falk (36., FE)
1:2 Kagiouzis (100.)
1:3 Kagiouzis (120., FE)
Gelbe Karten: Falk (33.), Brighache (69.), Petry (76.) Cetin (29.), Sanko (86.), Waterink (111.)
Zuschauer: 5.781
Schiedsrichter: Felix Brych (München)
Assistenten: Roland Greth, Michael Emmer











