KSC legt Bilanz vor

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Im Rahmen der ordentlichen Mitgliederversammlung hat das KSC-Präsidium am Montagabend in der Karlsruher Stadthalle die Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres 2013/14 vorgelegt. Der Verlust fiel dabei deutlich geringer aus als ursprünglich prognostiziert.

Der Verein hat das Geschäftsjahr demnach mit einem Minus in Höhe von 203.000 Euro abgeschlossen. Dies bedeutet eine Verbesserung gegenüber dem Planansatz von 765.000 Euro bzw. 79 Prozent. Damit konnte der Verlust im vierten Jahr in Folge zurückgefahren werden. "Wir sehen Licht am Ende des Tunnels", sagte Präsident Ingo Wellenreuther.

Durch den Aufstieg in die zweite Bundesliga konnten Mehreinnahmen in den Bereichen Meisterschaftsspiele, Logen- und Businesskunden und beim Hauptsponsor erzielt werden. Auch die TV-Einnahmen fielen gegenüber dem Vorjahr deutlich höher aus. Zudem konnte der Verein Transfereinnahmen in Höhe von 775.000 Euro generieren.

Das negative Kapital des Vereins belief sich zum 30. Juni dieses Jahres auf 4,9 Millionen Euro.

Laufende Saison: Finanzielle Konsolidierung bleibt oberstes Ziel
Auch die laufende Saison soll wiederum vom Streben nach Konsolidierung gekennzeichnet sein. Der von der DFL Deutsche Fußball Liga genehmigte Haushaltsplan sieht Einnahmen in Höhe von rund 18,1 Millionen Euro und Ausgaben in Höhe von rund 18,2 Millionen Euro vor. Dies führt zu einem Verlust von 58.000 Euro.

Dieser Verlust ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass trotz beschränkter Ertragsmöglichkeiten des Vereins weiterhin erhebliche Beträge im Jugendbereich und bei der zweiten Mannschaft investiert werden, was im ersten Schritt zu deutlichen Defiziten in diesen Bereichen führt. Jedoch ist es das Ziel der Verantwortlichen, die Saison 2014/15 entgegen dem bei der DFL eingereichten Haushaltsplan mit einem ausgeglichenen Ergebnis abzuschließen.

Verwaltungsrat mit Zusammenarbeit sehr zufrieden
"Wir sind sehr zufrieden, was die Zusammenarbeit mit dem Präsidium angeht", sagte Verwaltungsratsvorsitzender Michael Steidl. Nach der Wahl des amtierenden Gremiums im vergangenen Jahr habe man gemeinsam mit dem Präsidium einige Spielregeln für die Zusammenarbeit definiert. "Beide Seiten halten sich daran", sagte Steidl. "Wir fühlen uns ausreichend informiert und ins aktuelle Geschehen einbezogen."

Stadion-Neubau: KSC präsentiert erste Bilder
Ausführlich legte Wellenreuther vor den 300 anwesenden Mitgliedern den Stand der Verhandlungen des Vereins mit der Stadtverwaltung zum geplanten Stadion-Neubau im Wildpark dar. "Seit einem Jahr gab es zahlreiche Sitzungen zwischen dem KSC und seinen Gremien und der Stadtverwaltung. Der KSC hat zudem mit Dr. Claus Binz einen Experten für Stadionbau und Betrieb hinzugezogen." Der Verein habe gegenüber der Stadt im August des letzten Jahres alle Problempunkte benannt, falls im Wildpark ein neues Stadion entstehen sollte und im November 2013 ein Anforderungsprofil für ein neues Stadion erstellt.

Mit Unterstützung der Firma Inreal Technologies GmbH präsentierte Wellenreuther in einer 3D-Animation erste Bilder des zukünftigen Stadion-Areals. "Ich bin optimistisch, aber wir müssen noch zwei, drei ganz wesentliche Punkte klären", erklärte der 54-jährige zum aktuellen Stand der Verhandlungen. Die Mitglieder unterstützten die bisherigen Verhandlungsergebnisse des Vereins bei einer Abstimmung nahezu einstimmig.

Weiter steigende Mitgliederzahlen
Erfreulich verläuft weiterhin Mitgliederentwicklung des Vereins, wie Wellenreuther berichtete. Derzeit hat der KSC 6.187 Mitglieder, so viele wie seit über 40 Jahren nicht mehr. Im Zeitraum zwischen dem 1. Juli 2013 und dem 30. Juni 2014 verzeichnete der KSC insgesamt 518 Neueintritte.

Seit einigen Wochen läuft eine neue Mitgliederwerbekampagne unter dem Motto „Ich bin KSC. Du auch?“. Die Aktion umfasst unter anderem eine City-Light Plakat-Aktion mit dem Konterfei von KSC-Kapitän Dirk Orlishausen.

Jubiläumskampagne und zahlreiche weitere Maßnahmen im letzten Jahr
Wellenreuther verwies im Jahresbericht des Präsidiums auf zahlreiche weitere durchgeführte Maßnahmen des Vereins. Im Mittelpunkt standen die Feierlichkeiten anlässlich des 120. Geburtstages des KSC mit dem Festakt im Karlsruher Konzerthaus am 26. Juli mit dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, Wolfgang Niersbach, als Festredner. Der Festakt war Teil einer Festwoche, in deren Rahmen sich die Abteilungen des Vereins präsentierten. Zum Abschluss der Festwoche war Erstligist Hertha BSC zu einem Freundschaftsspiel zu Gast im Wildpark.

Anlässlich des Vereinsjubiläums hatte der Verein eine Festschrift herausgegeben, die alle Mitglieder kostenlos erhalten hatten. Im Rahmen der Jubiläumskampagne gab es zudem am 6. Juni, dem Tag der Vereinsgründung, ganzseitige Anzeigen in verschiedenen Tageszeitungen sowie eine City-Light Plakat-Kampagne.

Sehr gute laufe der Verkauf der aktuellen Trikotkollektion, so Wellenreuther. Neben dem weißen Auswärtstrikot und dem schwarzen Ausweichtrikot präsentiert sich aber vor allem das blau-weiße Jubiläumstrikot als Verkaufsschlager. Das Trikot war in enger Abstimmung zwischen Verein, dem Ausrüster hummel und den Fans entstanden.

Einen sechsstelligen Betrag hat der Verein im vergangenen Jahr in den Umbau des Clubhauses auf dem Wildparkgelände investiert. Dabei wurden verschiedene Maßnahmen wie die Renovierung der Außenfassade, der Einbau neuer Fenster und der Umbau des Treppenhauses durchgeführt. Zudem wurde die Südwestbank Lounge renoviert.

In der Sommerpause der Bundesliga hat der Verein außerdem die Betten Ritter Lounge räumlich verlagert. Die Verlagerung war notwendig geworden, da die bisherige Fläche seit dem Saisonbeginn in der zweiten Bundesliga vom TV-Mediendienstleister Sportcast genutzt wird.

Wellenreuther: "Bedauern Vorfälle in Kaiserslautern"

Zu Beginn des Jahresberichts des Präsidiums war Wellenreuther noch einmal auf die Geschehnisse rund um die Partie am Samstag in Kaiserslautern eingegangen. "Wir bedauern die Vorfälle auf der Südtribüne nach dem Spiel", so Wellenreuther. "Der KSC ist froh und stolz, eine große Anzahl treuer und friedlicher Fans zu haben. Gewalttäter und Chaoten gehören aber nicht dazu. Auf sie legt der Verein auch keinen Wert. Weder als Mitglied, noch als Begleitung unserer Heim- und Auswärtsspiele.

Der KSC verurteile das Verhalten der gewalttätigen Stadionbesucher aufs Schärfste und werde die Vorfälle in enger Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen aufarbeiten, so Wellenreuther weiter. Inakzeptabel sei es aber auch, in welch feindlicher Atmosphäre die KSC-Anhänger in Kaiserslautern empfangen worden seien. Zudem sei das Betreuerteam des KSC vor dem Mannschaftshotel am Marktplatz von 20 bis 25 Ultras aus Kaiserslautern am Vorabend des Spiels bedroht und körperlich bedrängt worden.

"Das alles hat mit Fußball nichts zu tun. Der KSC distanziert sich davon in aller Form" erklärte Wellenreuther. "Ich wiederhole mich gerne: Wir brauchen jetzt eine Allianz der Anständigen." Der Verein habe seine Hand in der Vergangenheit gereicht und die Fanarbeit intensiviert. "Dafür erwarten wir aber auch eine Absage an jede Form von Gewalt und ein dauerhaft friedliches Verhalten bei Heim- und Auswärtsspielen", so Wellenreuther.


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