KSC legt Bilanz vor

von David Ruf

Das KSC-Präsidium hat auf der diesjährigen Mitgliederversammlung am Montag in der Karlsruher Schwarzwaldhalle seine Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010/11 vorgelegt. KSC-Präsident Ingo Wellenreuther verwies dabei auch auf die Erfolge des amtierenden Vorstands.

Von David Ruf
Der Verlust des Vereins belief sich zum 30. Juni 2011 auf rund 2,5 Millionen Euro. Damit konnte der ursprünglich im September 2010 auf 3,6 Millionen Euro prognostizierte Verlust deutlich gemindert werden. Das negative Kapital des Vereins beläuft sich nun auf rund 2,7 Millionen Euro. Die Bilanzsumme liegt bei knapp 8,3 Millionen Euro.

Um die Lizenz für die laufende Saison zu erhalten, „mussten wir verschiedene Klippen umschiffen“, sagte Präsident Ingo Wellenreuther vor den 515 anwesenden Mitgliedern. „Es waren intensive Anstrengungen notwendig.“

Als Gründe für den Verlust führte das Präsidium unter anderem den fehlenden sportlichen Erfolg in der abgelaufenen Saison und die daraus notwendigen, außerplanmäßigen Neuverpflichtungen in der Winterpause an. „Mit den aktuellen Rahmenbedingungen haben wir größte Schwierigkeiten, in die schwarzen Zahlen zu kommen“, so Wellenreuther weiter.

Im Amateur- und Jugendbereich wurden die Ausgaben noch einmal um etwa 200.000 Euro erhöht, um so steigenden Anforderungen gerecht werden zu können. Der KSC hat nun die Erfordernisse für die letzte Stufe (drei Sterne) der Zertifizierung als Leistungszentrum des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erfüllt. Die Zertifizierungsanforderungen erforderten zusätzliche Ausgaben, führen jedoch nach Erteilung der Auszeichnung zu erhöhten Zuschüssen durch den DFB.

Der Haushaltsplan für das laufende Geschäftsjahr sieht Einnahmen in Höhe von rund 15,1 Millionen Euro vor, denen Ausgaben in Höhe von rund 17,1 Millionen gegenüber stehen. Der Verlust von rund 2 Millionen Euro sei hauptsächlich auf erhebliche Einnahmerückgänge insbesondere bei den TV-Einnahmen zurückzuführen, da der KSC nach dem erzielten Tabellenplatz in der abgelaufenen Saison im TV-Ranking der DFL weiter herabgestuft wurde, so das Präsidium in seinem Jahresbericht.

Der neu gefasste und verlängerte Vermarktungsvertrag mit SPORTFIVE soll zur Stärkung des operativen Geschäfts und der Einnahmeseite beitragen. Wesentliches Merkmal des Vertrages sind Mindesteinnahmen aus Werbung und Sponsoring in Form einer Garantiesumme, die dem Verein ein hohes Maß an Planungssicherheit bieten. Der neben Günter Pilarsky zweite amtierende Vizepräsident Georg Schattling betonte auf der Bilanzpressekonferenz im Vorfeld der Mitgliederversammlung die Wichtigkeit der Sponsoreneinnahmen. „Das Sponsoring ist die einzige Schraube, an der wir etwas machen können. Hieran arbeiten wir intensiv.“ Auf der Ausgabenseite gelte es, eine konsequente und restriktive Ausgabenpolitik zu verfolgen, so das Präsidium.

Im Bereich der Investitionen wies Wellenreuther auf mehrere unter der Ägide des aktuellen Präsidiums realisierte Projekte hin. Neben dem im Sommer eröffneten neuen Nachwuchsleistungszentrum als neue und moderne Herberge des KSC-Talentteams wird derzeit - ebenfalls in Containerbauweise - an Stelle des nicht mehr nutzbar gewesenen Rundbaus ein neuer und vergrößerter Fanshop errichtet. Außerdem soll die personell aufgestockte Marketingabteilung darin Büros beziehen. Bereits realisiert wurde darüber hinaus die Neuverlegung eines Kunstrasenplatzes mit neuen Toren und der Errichtung von großzügigen Ballfangzäunen, da der alte Kunstrasenplatz seit Jahren nicht mehr verletzungsfrei bespielbar war.

Auch in der Geschäftsstelle habe sich einiges getan, die personelle Neuordnung komme hier weiter gut voran, derzeit werde zudem an der Einführung einer neuen Software gearbeitet. Außerdem werde in Kürze die neue Videowand im Stadion montiert und auch die Anschaffung eines neuen Mannschaftsbusses stehe demnächst an.

„Finanziellen Erfolg haben wir nur bei sportlichem Erfolg“, gab der 51-jährige dem ebenfalls anwesenden Profikader mit auf den Weg. „Hier gibt es nichts zu beschönigen, wir haben einige Punkte zu wenig. Direkt an das Team gewandt meinte Wellenreuther: „Es ist jetzt an der Zeit, dass wir uns endlich auch mal wehren!“


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