KSC holt den Pokal
Mit einem 1:0-Erfolg hat sich der KSC den Badischen Krombacher Pokal gesichert. Vor 2455 Zuschauern besiegte der Zweitiga-Aufsteiger den FC Nöttingen durch einen Treffer von Elia Soriano.

Aus dem Waldseestadion in Forst berichtet Kristof Heinz
KSC-Trainer Markus Kauczinski hatte angekündigt, seinen gesamten Aufstiegskader mit nach Forst zu nehmen und hat seinen Worten Taten folgen lassen. Zwar standen mit Martin Stoll und Selcuk Alibaz nur zwei Spieler aus der Mannschaft in der Startelf, die am Samstag mit dem 1:1 gegen Rostock den Aufstieg in die zweite Liga klargemacht hatte, auf der Bank hatte aber alles Platz genommen, was Rang und Namen im KSC-Kader hat, so auch Mittelfeldregisseur Hakan Calhanoglu, der den Verein am Saisonende in Richtung Hamburg verlassen wird.
Und gleich zu Beginn versuchten die Blau-Weißen, die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen und ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. Aber auch Nöttingen versteckte sich nicht und spielte in den Anfangsminuten mutig nach vorne. Und der Oberligist hatte sogar die erste Torchance der Partie. Nach einem Eckball kam Leutrim Neziraj frei zum Kopfball, setzte den Ball aber weit übers Tor (13.). Doch dann drehte der KSC auf. Nach einer Alibaz-Ecke verlängerte Elia Soriano den Ball in die Mitte, wo Martin Stoll kurz vor der Torlinie zum Schuss kam, den Ball aber über den Kasten beförderte (15.). Direkt im Anschluss schickte Timo Kern Angreifer Karim Benyamina, der aber allein vor FCN-Keeper Sascha Rausch den Ball nicht an diesem vorbeibrachte (15.). Wiederum nur eine knappe Minute war es dann so weit. Benyamina flankte in die Mitte, wo Soriano völlig alleingelassen den Ball zur Führung in die Maschen köpfen konnte (16.).
Kurz nach dem Treffer hatte der KSC eine weitere Torgelegenheit, Soriano konnte seinen Fallrückzieher nach Flanke von Alibaz aber nicht genau platzieren (22.). Im Anschluss verwalteten die Blau-Weißen ihre Führung, Nöttingen biss sich die Zähne an der souveränen KSC-Verteidigung um Kapitän Martin Stoll aus. Nach einer knappen halben Stunde zappelte der Ball dann im Karlsruher Gehäuse, das Schiedsrichter-Team verweigerte dem FCN-Treffer aber wegen einer klaren Abseitsposition die Anerkennung (30.). Die Szene sorgte jedoch kurzzeitig als Weckruf für den FCN, immerhin Pokalverteidiger im Badischen Krombacher Pokal. Kurz darauf zwang Riccardo Di Piazza KSC-Keeper Mathias Moritz mit seinem Fernschuss zu einer Glanzparade (32.). Nach einem Stellungsfehler in der KSC-Defensive kam Timo Brenner im Strafraum an den Ball, war aber zu überrascht um aus der Szene Kapital zu schlagen (36.). Kurz vor der Pause eine letzte Chance für den Oberligisten. Thorben Schmidt konnte sich auf der rechten Seite gegen Dennis Cagara durchsetzen und in die Mitte flanken. Di Piazza hatte seinen Fernschuss aber zu hoch angesetzt und stellte damit Moritz im KSC-Tor nicht vor Probleme (42.).
Zur Halbzeit wechselte KSC-Coach Kauczinski zweimal. Für Dennis Cagara und Selcuk Alibaz kamen Parker Walsh und Hakan Calhanoglu ins Spiel.
Und wieder war es der unterklassige Verein, der die erste Torchance in der zweiten Halbzeit hatte. Der eingewechselte Reinhard Schenker hatte aber sein Visier noch nicht richtig eingestellt, sein Volleyschuss ging klar übers KSC-Tor (55.). Es dauerte über eine Viertelstunde bis der KSC gefährlich vor das FCN-Tor kam. Patrick Dulleck hatte mit einem Steilpass Soriano geschickt, der auf rechts Karim Benyamina ins Spiel brachte. Der legte zurück auf den mittlerweile aufgerückten Dulleck, dessen Schuss aber von der Abwehr abgeblockt wurde (62.).
Kauczinski versuchte nun, frischen Wind in die Offensive zu bringen und wechselte Simon Brandstetter für den Torschützen Elia Soriano (65.) sowie Jimmy Marton für Timo Kern (70.) ein. Die nächste Torchance hatte allerdings Nöttingen. Der eingewechselte Mario Bilger kam auf der rechten Seite an den Ball, KSC-Keeper Moritz konnte seinen Schuss aber über das Tor lenken (73.). Auch Nachwuchsspieler Sven Mende kam jetzt zu seinem Einsatz, für ihn verließ Karim Benyamina das Feld (78.). Dem KSC war nun die Erschöpfung nach dem anstrengenden Saisonfinale anzumerken, Nöttingen warf mit dem Mute der Verzweiflung alles nach vorne. Schenker schickte Bilger auf der linken Seite, der verzog aber aus aussichtsreicher Position (84.). Der KSC ließ aber nichts mehr anbrennen und sicherte sich am Ende mit 1:0 den Pokalsieg.
Ersatzkapitän Martin Stoll nahm nach Spielende den Pokal vom Spielausschussvorsitzenden Günther Seith und bfv-Präsident Ronny Zimmermann entgegen und ließ sich mit seiner Mannschaft von den 2455 Zuschauern feiern. Michael Wittwer, dem Trainer des unterlegenen FC Nöttingen war zwar nach der Finalniederlage verständlicherweise nicht nach Feiern zumute, dennoch freute sich der ehemalige KSC-Verteidiger über den mit dem Finaleinzug verbundenen Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals.
KSC-Coach Markus Kauczinski zeigte sich bei der Pressekonferenz zufrieden mit der Leistung seines Teams: „Wir wollten hier gewinnen, das haben wir getan. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr investiert als nötig, darüber bin ich der Mannschaft aber nicht böse.“
KSC-Aufstellung:
Moritz – Cagara (46. Walsh), Stoll, Haas, Schwertfeger – Dulleck, Varnhagen, Kern (70. Jimmy Marton), Alibaz (46. Calhanoglu) – Soriano (65. Brandstetter), Benyamina (78. Sven Mende)











