„KSC hat eine tolle Mischung aus Talent und Erfahrung“

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Am Freitag (18.30 Uhr) empfängt der Karlsruher SC im letzten Heimspiel der Hinrunde den VfL Bochum. Carsten Rothenbach begann seine Karriere in Baden und spielt nun im Ruhrpott. In seinen Augen ist das große Plus beim KSC die mannschaftliche Geschlossenheit – und erklärt, wer ihn in Bochum immer noch „Rothe“ ruft.

Carsten, in Karlsruhe hat man schon lange nichts mehr von dir gehört. Wie geht es dir?
Im Großen und Ganzen geht es mir sehr gut. Ich bin vor anderthalb Jahren nach Bochum gewechselt. Meine Frau und ich haben vor knapp einem Jahr Nachwuchs bekommen. Wir sind überglücklich. Sportlich hätte es im letzten halben Jahr etwas besser laufen können.

Beim KSC hast du deine Profikarriere gestartet. Was bedeutet der Verein für dich?
Dem Verein habe ich sehr viel zu verdanken. Ich habe dort die Chance bekommen, Fußballprofi zu werden. Das war eine schöne Zeit. Ich hätte mir keine bessere Ausbildung vorstellen können. Die Bedingungen waren damals genau richtig. Ich denke gern an die Zeit zurück.

Was sind deine schönsten Erinnerungen, wenn du an die Zeit denkst?
Klar, im ersten Jahr sind wir sofort in die zweite Liga aufgestiegen. Das war für den Verein unheimlich wichtig, vor allem aus wirtschaftlichen Gründen. Das hat man auch im Umfeld gespürt. Ich war damals Stammspieler. Es gab zwar auch harte Jahre in Karlsruhe, aber wir haben immer den Klassenerhalt geschafft.

Hältst du noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern?
Man sieht sich ja immer wieder und dann unterhält man sich natürlich über die alte Zeit. Die Mannschaft von damals ist inzwischen weit verstreut. Der ein oder andere ist auch schon im Ruhestand. (lacht)

Beim KSC war dein Spitzname Rothe, aber das hat sich geändert. Wie kam es dazu?
Als ich dann nach St. Pauli gewechselt bin, habe ich bei null angefangen. Dann kam „Jimmy“ Dinzey zu mir und sagte: „Du bist jetzt für mich der Calle!“ Von dem Zeitpunkt hatte ich einen neuen Spitznamen. Es ist immer witzig, wenn ich Leute aus Karlsruhe treffe, die sagen dann auch immer Rothe zu mir, alle anderen Calle. Heiko Butscher ist in Bochum der einzige, der Rothe zu mir sagt.

Der VfL liegt mit 21 Punkten auf Platz 10 der Zweiten Bundesliga. Seid ihr mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?
Eigentlich schon. Im Sommer war ja wieder ein Neuanfang, alles musste sich erst finden. Wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben und aktuell sieht es danach aus. Es ist ein ordentlicher Verlauf.

Was zeichnet die Bochumer Mannschaft aus?
Wir haben eine erfahrene Mannschaft. Sie hat inzwischen zu ihrer Spielweise gefunden, wir stehen etwas defensiver, stellen die Räume gut zu und lauern auf unsere Chancen. Das haben wir in den letzten Spielen auch gut gemacht. Wir wollen in erster Linie punkten und nicht tollen Hurra-Fußball spielen. Wenn man gute Ergebnisse einfährt, steigt das Selbstbewusstsein und dann sind wir auch wieder mehr in der Lage, unsere fußballerische Qualität komplett abzurufen.

Der KSC steht für einen Aufsteiger aus der dritten Liga sehr gut da und belegt mit 26 Punkten Rang 4. Was macht die Mannschaft so stark?
Jens Todt und Markus Kauczinski haben in der Mannschaft eine gute Mischung zwischen talentierten Spielern wie Manuel Torres oder Philipp Klingmann und gestandenen Profis geformt, wie zum Beispiel Dominic Peitz, Dennis Kempe oder Rouwen Hennings, mit dem ich ja bei St. Pauli zusammengespielt habe. In der Mannschaft scheint es zu passen und der Vorteil gegenüber anderen ist, dass ein Großteil schon letzte Saison da war. So etwas formt eine gute Mannschaft, der Rest kommt von allein.

Du als Verteidiger: Vor welchem Spieler des KSC warnst du ganz besonders?
Ich glaube nicht, dass der KSC über die individuelle Stärke kommt, sondern eher über die mannschaftliche Geschlossenheit. Wir müssen das natürlich beachten, es wird so nicht leichter. Es bringt nichts, beim KSC nur einen Spieler auszuschalten. Wir sollten uns darauf konzentrieren, dass die Mannschaft ihre Stärken nicht ausspielen kann.

Was für ein Spiel erwartest du am Freitag?
Das wird ein intensives Spiel, wie so oft im Wildpark. Vielleicht werden ein, zwei Kleinigkeiten entscheiden. Beide Mannschaften werden sich wohl erst etwas abtasten. Mal gucken, ob der KSC sofort angreifen wird. Aber ich glaube an ein taktisch geprägtes Spiel.

Dein Tipp?
Ich glaube, dass wir gewinnen werden. (lacht)

Das Gespräch führte Fabian Herbers.


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