KSC erkämpft Unentschieden in der Nachspielzeit
(eis) In buchstäblich letzter Sekunde konnte Gabriel Melkam dem Karlsruher SC am Samstag Nachmittag im Heimspiel gegen den LR Ahlen den Ausgleichstreffer zum 2:2 (0:2) Unentschieden erzielen und sorgte somit für den dritten Punkterfolg der Blau Weißen in der Rückrunde der Zweiten Fußballbundesliga.Dem vorübergehenden Aufatmen waren zwei Halbzeiten vorangegangen, wie sie unterschiedlicher nicht hätten verlaufen konnten. Das, was die Schützlinge von Trainer Stefan Kuntz den 7.800 Zuschauern im Karlsruher Wildparkstadion in Durchgang eins vorgesetzt hatten, was die Fans in der laufenden Spielzeit bisher zu Gesicht bekamen. Verunsicherte Karlsruher, die sich vor dem Seitenwechsel nicht eine einzige Torchance erarbeiten konnten, trafen auf ebenfalls schwache Ahlener diese waren aber wenigstens so clever zwei Einladungen der KSC Defensivabteilung auszunutzen und sich ein scheinbar sicheres Torpolster vorzulegen.Dass es schlussendlich doch noch zu einem Remis reichte, ist couragierten 45 Minuten zu verdanken, in denen die Wildparktruppe einen enormen kämpferischen Einsatz an den Tag legte, die in der Nachspielzeit, Sekunden vor dem Abpfiff, dann auch belohnt wurde.
Bei der Erklärung für die Leistungsdifferenz, die sein Team an den Tag legte, kommt auch der Cheftrainer ins Stutzen: "Ich habe in der Halbzeitpause an die Ehre der Spieler appelliert und auf einmal lief es. Vor dem Spiel hatten wir noch mehr zu verlieren als in der Pause, da hatten die Fans mit dem Spiel eigentlich schon abgeschlossen. Von daher ist das wohl eine reine Kopfsache", so Stefan Kuntz nach dem Abpfiff. Anders ist es wohl auch nicht zu erklären, dass beispielsweise Mannschaftskapitän Waterink, dem vor dem Pausentee noch kapitale Fehlpässe unterlaufen waren, auf einmal zum Aktivposten avancierte, der das KSC Spiel mit klugen Zuspielen aus der Abwehr heraus aufbaute.
Im Vergleich zur 0:2 Niederlage beim MSV Duisburg, stellte der Übungsleiter seine Startformation auf drei Positionen. Der für Carsten Rothenbach in der Abwehr spielende Carsten Birk tauschte mit Thijs Waterink die Positionen und agierte, wie in der Vorrunde praktiziert, als Abwehrchef. Die hierdurch frei gewordene Position im Mittelfeld übernahm der widergenesene Gabriel Melkam, Aydin Cetin lief für den an einer Gehirnerschütterung laborierenden Tobias Weis auf, Werner Heinzen besetzte die rechte Außenbahn und verdrängte Holger Seitz in die Rolle des Reservisten.
Nach einem zaghaften Kopfballversuch Waterinks nach einer Ecke von der linken Seite in den Anfangsminuten, überließen die Karlsruher schon früher einzig und alleine den Gästen aus Oberhausen das Feld, die bereits nach 14 gespielten Minuten erstmals zuschlugen. Nach einem Pass von Marcus Feinbier startete Mittelfeldspieler Zeljko Sopic durch, überlupfte den herauseilenden Schlussmann Walter gekonnt und erzielte das zwischenzeitliche 0:1. Thomas Walter verletzte sich bei dieser Aktion am Knie so schwer, dass er ausgetauscht werden musste. Da die etatmäßige Nummer zwei, Bastian Becker, auf Grund einer Angina nicht mit von der Partie sein konnte, musste Amateurkeeper Martin Fischer im Gehäuse der Badener Position beziehen.
Erst acht Minuten später machten die Karlsruher klar, dass auch sie rein physisch noch auf dem Feld vorhanden waren, der aufgerückte Thorsten Kracht verpasste eine Verlängerung Gabriel Melkams mit dem Kopf nur knapp.
Als der Ahlener Stefan Fengler frei auf den eingewechselten Fischer zulief, konnte Werner Heinzen gerade noch so klären (26.), ehe Blondschopf Feinbier zehn Minuten später auf 0:2 erhöhen konnte. Nach einem erneuten Fehler in der Hintermannschaft, setzte sich Feinbier im Strafraum durch und schob aus spitzem Winkel souverän ein.
Nach dem Seitenwechsel kam Bruno Labbadia für Marco Engelhardt in die Partie, dennoch wirkte die gesamte Karlsruher Mannschaft wie ausgewechselt. Es waren nur wenige Sekunden gespielt, als Clemens Fritz die konsternierten Anhänger und Mitspieler Morgenluft wittern ließ und den Anschlusstreffer markieren konnte. Seinem Strammen Flachschuss aus zehn Metern hatte Marco Sejna im Tor der Ahlener nichts entgegenzusetzen.
Acht Minuten nach Wideranpfiff blieb die Pfeife des schwachen Schiedsrichters Jürgen Jansen stumm, als er, entgegen seiner ansonsten eher kleinlichen Spielauslegung, nach einem Foul an Clemens Fritz im Ahlener Strafraum nicht auf Strafstoß entschied.
Der KSC ließ die Gäste nun nicht mehr zum Zuge kommen, schaffte es aber auch nicht, eine der zahlreichen Chancen in etwas Zählbares umzumünzen.
Erst in der Nachspielzeit sorgte Gabriel Melkam für die große Erlösung. Nach einem Freistoß Aydin Cetins drückte der Nigerianer den Ball hinter die Torlinie, ehe Schiedsrichter Jansen zum Schlusspfiff ansetzte.
Karlsruher SC
Walter (17. Fischer) Birk Waterink, Kracht Heinzen (77. Rothenbach), Engelhardt (46. Labbadia), Melkam Cetin, Fuchs Graf, Fritz
LR Ahlen
Sejna Zimmermann, Daschner, Schuster, Fengler Renfurm (88. Labak), Sopic (58. Gorschlüter), Hamann Arnold Bamba, Feinbier
Tore:
0:1 Sopic (14.)
0:2 Feinbier (36.)
1:2 Fritz (46.)
2:2 Melkam (90.)
Gelbe Karten: Fritz Arnold, Renfurm, Sejna
Zuschauer: 7.800
Schiedsrichter: Jürgen Jansen (Essen)
Assistenten: Marc Seemann, André Pütz











