KSC bereitet sich auf Finale vor

Profis von Andreas Eisinger

Es hätte das Spiel des Jahres werden können - weil der KSC-Aufstieg aber seit zwei Wochen fest steht, geht es im Heimspiel gegen den SC Freiburg (Sonntag, 14 Uhr) sportlich nur noch für die Gäste um etwas. Trainer "Ede" Becker will im letzten Zweitliga-Heimspiel trotzdem Vollgas geben.

Von Andreas Eisinger

"Wir haben ja schon in Aue gezeigt, dass wir kämpfen können und sogar einen Rückstand wettmachen", meint der Cheftrainer. Im Gegensatz zum 2:2-Unentschieden vergangener Woche will er im Badischen Derby aber nicht auf seinen zweiten Anzug zurückgreifen. Die erste Garnitur soll aufs Feld, allerdings wackelt der Einsatz von zwei Stammkräften. Christian Eichner plagt sich mit einer Knieverletzung herum, fällt möglicherweise aus. "Das Spiel wäre ein ganz besonderes Erlebnis für ihn, deshalb will er unbedingt spielen", sagt Becker. Deshalb will er den Abwehrspieler nicht schonen, ihn allerdings auch nur zum Einsatz bringen, wenn die medizinische Abteilung keine Einwände hat. Im Mannschaftstraining am Morgen verletzte sich Edmond Kapllani leicht - das könnte möglicherweise eine weitere Chance für Angreifer Jiri Kaufman eröffnen, der trotz einer Kahnbeinverletzung mit Spezial-Manschette einsatzbereit wäre, und weiterhin auf einen neuen Vertrag hofft.

 

Innerhalb weniger Stunden waren unter der Woche die zusätzlichen 1.000 Eintrittskarten vergriffen, die ein hartnäckiger Manager Rolf Dohmen bei den Sicherheitsbehörden durchgesetzt hatte. Mit knapp 30.000 Zuschauern ist der Wildpark restlos ausverkauft - die KSC-Fans wollen den letzten Zweitligaauftritt ihrer Mannschaft feiern, die 3.500 bis 5.000 Freiburger Anhänger zittern um den Aufstieg. Mit einer Niederlage könnte für den Badischen Nachbarn der Traum von der Bundesliga beendet sein.

 

"Besonders auswärts war Freiburg zuletzt stark", erwartet Trainer Becker ein ganzes Stück Arbeit für sein Aufstiegs-Team. Zu Hause hingegen schwächelte der SC zuletzt, vielleicht wegen der Querelen um die Nachfolge von Trainer Volker Finke. Becker kann das egal sein, er will Vollgas geben und keine Wettbewerbsverzerrung betreiben: "Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen die drei Punkte hier behalten!"

 

Ein Sieg im letzten Saison-Heimspiel würde auch den Fans gefallen nach dem Aufstiegsspiel gegen Unterhaching blieben sie brav in ihren Blöcken und stürmten nicht auf den Rasen. "Davor muss man den Hut ziehen, da waren sie sehr diszipliniert", lobt Manager Dohmen das Verhalten. Am Sonntag ist mit über 500 Ordnungskräften und genau so vielen Polizisten das größte Sicherheits-Aufgebot seit Jahren im Wildpark vertreten. Trotzdem glaubt Dohmen nicht, die Erstürmung des Platzes nach dem Schlusspfiff verhindern zu können.

 

Bauchschmerzen bereitet Dohmen dieser Umstand aber nicht: "Wir haben für den Rasen schließlich keine Verwendung mehr." Schon am Montag rollen die Bagger an, das Spielfeld wird in der Sommerpause einige Meter in Richtung Haupttribüne verlegt und erhält eine Rasenheizung. Deshalb sei es auch kein Problem, wenn sich die Fans einen Teil des Platzes als Andenken an die Aufstiegssaison mit nach Hause nähmen. Im Anschluss gibt es rund ums Stadion Freibier der Brauerei "Rothaus" - ab 17 Uhr, anderthalb Stunden lang.


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