Köstner will über die Einheit zum Sieg
(eis) "Das wird kein Selbstlauf", erhebt KSC Trainer Lorenz Günther Köstner vor der anstehenden Heimaufgabe gegen den SV Waldhof Mannheim den Zeigerfinger. "Die stehen mit dem Rücken zur Wand und wollen unbedingt gewinnen." Unterschätzen dürfe man die Mannheimer auf gar keinen Fall, so der Fußballlehrer. Die Quadratstädter stehen mit nur vier Zählern zwar abgeschlagen am Tabellenende der Zweiten Fußballbundesliga, zogen aber unter der Woche mit einem 2:1 Sieg über den viertklassigen Bahlinger SC ins Achtelfinale des DFB Pokals ein. Dabei konnten die Mannheimer zwar nur begrenzt Selbstvertrauen tanken, dennoch glaubt Köstner daran, dies könne für die Blauschwarzen Signalwirkung haben: "Das war sicherlich kein souveräner Sieg, aber ich denke schon, dass sie das pushen könnte."
Der sportliche Leiter im Wildpark ist sichtlich bemüht den Ball flach zu halten finden sich die Badener nach zuletzt sieben Punkten in drei Spielen doch damit erstmals seit langem in der Favoritenrolle wieder. Hinzu kommt, dass Mannheim trotz eines 30 Mann starken Kaders Probleme hat eine schlagkräftige Truppe für den Sonntag zusammenzukratzen. Viele der Akteure sind nur bedingt zweitligatauglich, Krystof Kowalik und Emeka Ifejiagwa flogen bei der 0:4 Klatsche gegen Aufsteiger Burghausen vom Platz und fehlen Trainer Walter Pradt ebenso, wie aller Voraussicht nach Gernot Plassnegger. Diesen bezeichnet Köstner als "geniale Verstärkung" der Gäste und verhehlt nicht, dass ihm ein verletzungsbedingter Ausfall des Österreichers gar nicht einmal so unrecht wäre.
Von einer Entspannung der Verletztensituation kann aber auch im Karlsruher Lager keine Rede sein: Zu den bisherigen Ausfällen gesellte sich am Montag bei der Partie gegen Mainz auch Aydin Cetin. Der Türke erlitt kurz vor dem Seitenwechsel eine große Platzwunde am Knie und wird frühestens zum Oberhausen Spiel wieder einsatzbereit sein. Dieser Ausfall trifft den Cheftrainer hart: "Aydin war in der Zeit, in der ich hier bin, einer der besten Spieler." Da aber alles Murren nicht weiterhilft, beschränkt sich Köstner gleich aufs Wesentliche und verkündet Ivan Saenko für Cetin von Beginn an ins Rennen zu schicken. "Seine Leistung am Montag hat mir sehr imponiert", so sein Vorgesetzter, "kaum war er auf dem Feld, hat er zu einem Sprint angesetzt, das finde ich einfach klasse." Mit Ausnahme dieser Veränderung wird am Sonntag wohl die Mainz Startelf beginnen.
13 Feldspieler stehen Köstner derzeit zur Verfügung, "das reicht normalerweise", gibt sich der Oberfranke bescheiden. Eine Grippewelle beispielsweise, macht er aber unumwunden deutlich, könne dem kleinen Kader den Dolchstoß versetzen: "Ich weiß, dass kein Geld da ist. Aber es ist meine Aufgabe nachzuhaken, sonst würde das Präsidium sagen, ich wolle ja gar keine neuen Spieler haben."
Wegen der angespannten personellen Situation freute sich der Trainer sehr über die Fortschritte im Heilungsprozess Mario Eggimanns. Der schweizer Juniorennationalspieler hat seine Rückenverletzung soweit auskuriert, nimmt seit gestern wieder am Mannschaftstraining Teil und könnte gegen Mannheim durchaus auf der Bank Platz nehmen. Für Fuchs und Hassa kommt ein Einsatz nach wie vor zu früh, Hassa stünde ein OK der medizinischen Abteilung vorausgesetzt in der Vorrunde aber wenigstens noch als Notnagel bereit.
Eine gelöste Stimmung herrscht seit dem 2:2 Auswärtsunentschieden bei Mainz 05 am vergangenen Montag. Nach einem 0:2 Rückstand gaben die Blauweißen noch mal kräftig Gas und entführten so von den Rheinhessen einen hoch verdienten Punkt. "Ich möchte jetzt natürlich nicht auf die Euphoriebremse treten", so Köstner, "aber als Trainer darf ich die erste Halbzeit nicht vergessen." Und da, erklärt der Fußballlehrer, habe seine Elf spielerisch mit Nichten mit dem Aufstiegsaspiranten aus Mainz mithalten können. "Aber die Mannschaft hat gegen Mainz und Berlin gezeigt, dass sie zurückschlagen kann, sie hat gegen Braunschweig gezeigt, dass sie einen Vorsprung halten kann, mit dem Einsatz bin ich grundsätzlich sehr zufrieden!", stellt Köstner seinem Team nach einem Monat Trainertätigkeit beim KSC ein ordentliches Zeugnis aus.
Mit 15.000 Zuschauern im Wildpark rechnet Sportmanager Rolf Dohmen am Sonntag. "Das ist sicherlich sehr hoch gegriffen, aber es ist ja Derby...". Das Wetter spiele bei der Zuschauerzahl immer eine große Rolle, dennoch sei es wichtig gegen Mannheim zahlreiche Besucher ins Stadion zu locken, da der Verein bislang um 1.600 Zuschauer hinter dem kalkulierten Schnitt von 11.000 zurückliegt. "Der Sturm beim Spiel gegen Berlin hat uns da nach unten gerissen", so Dohmen.
Und Lorenz Günther Köstner lässt keinen Zweifel daran, dass er seiner Mannschaft auftragen wird dem Publikum das Bestmöglichste zu präsentieren. Es erwarte niemand, dass die Elf zaubert, aber schönen Fußball wolle jeder Zuschauer gerne sehen. "Ich will gewinnen und zum Ende der Vorrunde 17 oder 18 Punkte auf dem Konto haben dann kann ich ein positives Zwischenfazit ziehen."











