Köstner will Fürth zweite Niederlage beibringen
Schon um 17.30 ertönt am Dienstag der Anpfiff zur Englischen Woche. Im Wildpark will Trainer Köstner Tabellenführer Fürth ein Bein stellen. Martin Stoll ist Wackelkandidat in der Startelf, er wurde am Freitag an der Lippe genäht.
Von Andreas Eisinger
Mit den Erfolgserlebnissen Essen und München im Rücken empfängt der Karlsruher SC am Dienstagabend den Spitzenreiter der Zweiten Liga. Die Spielvereinigung Greuther Fürth, letztes Jahr im Tabellenmittelfeld versunken, führt die Klasse mit 22 Punkten und nur einer Niederlage souverän an. "Ich habe der Mannschaft gesagt, dass die Fürther morgen mal dran sein müssen", berichtete Lorenz Günther Köstner am Freitag. Auf der Sportschule Schöneck schwört der Franke die Blauweißen bis morgen auf ein mutiges Auftreten gegen seine Landsleute ein: "Wir haben in der vorletzten Saison mit einem 2:1 gegen Greuther die Klasse gehalten, also können wir sie auch morgen schlagen. Ein 2:0 wäre mir aber lieber, damit Markus Miller endlich mal nicht hinter sich greifen muss."
Auf die Unterstützung der Zuschauer wird das junge Team wie immer bauen können. So stimmgewaltig, wie es beim Auftritt des Ligaprimus zu erwarten wäre, wird der Support aber wohl nicht ausfallen. Die frühe Anstoßzeit um 17.30 Uhr bereitet Rolf Dohmen noch immer Bauchschmerzen. "Eigentlich ist es eine Schande, dass der Tabellenerste kommt und vielleicht 8.000 oder 9.000 Leute im Stadion sind", zuckte der Sportmanager mit den Schultern. Dohmen hofft, dass trotz schwachen Vorverkaufs zumindest 10.000 Zuschauer den Weg in den Wildpark finden werden. Der Grund für den nicht gerade arbeitnehmerfreundlichen Spielbeginn ist der Bezahlsender Premiere. Um 20 Uhr jagt in der Ersten Liga Bayern München Spitzenreiter Wolfsburg und der Münchner Sender ist live am Ball. Um auch von den Zweitligaspielen berichten zu können, beginnen die schon am Vorabend. Von den Medieneinnahmen profitieren alle Profi Clubs, deshalb beschwichtigt Dohmen: "Wir bekommen 3,5 Millionen Euro Fernsehgelder pro Jahr, ein großer Teil kommt von Premiere. Deshalb wollen wir nicht zu sehr meckern. Aber für die Zuschauer ist das natürlich eine ungünstige Anspielzeit."
Ob Stadion und Fernsehzuschauer Verteidiger Martin Stoll über Rasen und Bildschirm laufen sehen werden, ist derzeit noch unklar. Am Freitag hatte sich der 22 Jährige in München eine Platzwunde an der Lippe zugezogen und musste genäht werden. "Ich werde auf jeden Fall spielen", gab sich Stoll selbst zuversichtlich und brennt auf seinen Einsatz. Coach Köstner tritt aber in die Bremse: "Die Wunde ist noch recht frisch, sollte sie stark anschwellen, kann sie erneut aufplatzen. Damit würden wir ihm und uns keinen Gefallen tun." Ob Stoll gegen Fürth mitwirken kann, entscheidet sich im Lauf des Dienstags. Sollte die medizinische Abteilung grünes Licht geben und Stoll problemlos köpfen können, wird er erneut in der Startelf auflaufen.
Ansonsten wird Köstner voraussichtlich die Elf ins Rennen schicken, die in München punkten konnte. Mit Sean Dundee, Ivan Saenko und Sebastian Freis dürften erneut drei nominelle Spitzen für Torgefahr sorgen. Trotzdem hielt sich der Fußballlehrer die ein oder andere Option offen: "Es kommt auch darauf an, wie Freis seine beiden ersten Profi Einsätze verdaut hat. Wenn ich im Abschlusstraining sehe, dass er wieder sein funkeln in den Augen hat, wird er auch spielen."











