Karlsruhe fiebert Heim-Comeback entgegen
Ein wenig merkwürdig klingt "Ede" Beckers Analyse des ersten Trainings auf dem neuen Wildparkrasen schon. "Das ist ganz ungewohnt, die Anzeigentafel hängt nicht mehr über dem Tor", lautet des Cheftrainers Fazit nach der Übungseinheit vor leeren Rängen.

Von Andreas Eisinger
Die Sommerpause hat den Profis des KSC nicht nur einen feinen Rasen und eine darunter liegende Heizung beschert - im Hinblick auf einen späteren Stadionumbau wurde das Spielfeld um einige Meter in Richtung Haupttribüne verlegt. Das Ergebnis ist eine Asymmetrie im weiten Wildparkrund: Der Rasen ist nicht mehr mittig, sondern verschoben ins Stadion eingebettet. Und weil die in der Hintertorseiten-Mitte aufgehängte Großbildleinwand aus der Kicker-Perspektive irgendwo nahe der Eckfahne flimmert, berichtete Becker von einer kurzzeitigen Verwirrung. "Zumindest ist es gewöhnungsbedürftig", findet der Trainer vor seinem ersten Bundesliga-Heimspiel als Verantwortlicher gegen Hannover 96 (morgen, 20.30 Uhr).
Die Beschaffenheit der neuen Spielfläche überwiegt die Irritation durch eine ungewohnte Optik jedoch deutlich: Vor auf Erdhügeln verspringenden Bällen muss sich morgen jedenfalls keiner der KSC-Profis fürchten. Becker erwartet starke Hannoveraner, die ihre Auftaktpleite im Nord-Derby gegen den Hamburger SV (0:1) wett machen möchten. Die Karlsruher dagegen sind heiß auf das erste Bundesligaspiel im Wildpark seit über neun Jahren und haben ein ausverkauftes Haus und den Auftaktsieg bei Pokalsieger 1. FC Nürnberg im Rücken. "Darauf wollen wir natürlich aufbauen", sagt Becker.
Beim "Dreier" im Fränkischen habe ihm am besten gefallen, wie seine Spieler nach dem Abpfiff reagiert haben. "Sie haben sich gefreut, aber genau gewusst, wie sie den Sieg zu nehmen haben", berichtet "Ede" Becker. Man hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn Nürnberg schon nach wenigen Minuten in Führung gegangen wäre und deshalb sollen seine Jungs gegen Hannover eine Schippe draufpacken.
Voraussichtlich darf die siegreiche Elf beim Heim-Comeback unverändert antreten, also wieder mit Konterspieler Christian Timm statt Alexander Iashvili und Edmond Kapllani im Sturm statt Sebastian Freis. Massimilian Porcello ist wieder nicht dabei und darf sich zurecht als Pechvogel fühlen: Eigentlich hatte sich der Mittelfeldspieler von seinem Muskelfaserriss erholt und sich an die Mannschaft herangekämpft - da verletzte er sich im Training an den Adduktoren. Da auch der Langzeitverletzte Florian Dick (Kreuzbandriss) noch nicht vor seiner Rückkehr steht, bleibt auch die Reserve auf den erst am späten Donnerstagnachmittag angelieferten, neuen Auswechselbänken unverändert.











