Heimniederlage am 1. Advent
Zum Auftakt in den Dezember empfing unser KSC den Hamburger SV im BBBank Wildpark. Im Spielbericht gibt es die 1:3-Pleite zum Nachlesen.

Christian Eichners Taktik
Aufgrund der Gelbsperre von Mittelfeldroutinier Leon Jensen war unser Chefcoach Christian Eichner heute zu einer Änderung gezwungen. Wie bereits in der Pressekonferenz von Eichner angekündigt, hatte Blau-Weiß „am Sonntag für alle Fälle eine gute Lösung“. Diese bestand aus Bambasé Conté, der auf die rechte Mittelfeldposition rückte, dafür übernahm Dzenis Burnic die zentrale Rolle neben Nicolai Rapp. Ansonsten ergab sich bei der Elf aus der Fächerstadt ein gewohntes Bild: Weiß hütete das Tor, vor ihm sollte die Viererkette für Ordnung sorgen und im Angriff stürmten Schleusener und Zivzivadze Seite an Seite.
Die Hansestädter von Interimstrainer Merlin Polzin agierten in einer 4-3-3-Formation, bei der es vor allem auf das schnelle Offensivtrio Dompé-Königsdörffer-Jatta zu achten galt.
Das Spiel in der Zusammenfassung
Am 60. Geburtstag von KSC-Legende Burkhard Reich starteten sowohl unsere Blau-Weißen, als auch die in weißer Beinkleidung auflaufenden Rothosen offensivfreudig in die Partie. Das erste Mal gefährlich wurde es nach vier Minuten durch einen Wanitzek-Eckstoß, der im Fünfmeterraum aufsprang. Nach einem kurzen Moment des Chaos konnten die Hamburger die Situation allerdings bereinigen. Auf der Gegenseite ergab sich die erste Torchance ebenfalls nach einem Eckball, Königsdörffers Schuss verfehlte den Kasten von Max Weiß jedoch um einige Meter (9.).
Hamburg am Drücker – KSC macht es sich selbst schwer
Nach den ausgeglichenen ersten Minuten hatte der HSV die Oberhand. Vorstoß um Vorstoß musste die Defensive um Abwehrchef Marcel Franken vereiteln, wodurch sich bis auf zahlreiche Eckstöße keine Chancen ergaben. Im eigenen Ballbesitz konnte Eichners Mannschaft kaum für Entlastung zu sorgen, sodass die Hamburger Aktivposten Richter und Karabec immer wieder im Karlsruher Sechzehner auftauchten. Nach einem eklatanten Fehler im Aufbauspiel war es dann soweit und Jean-Luc Dompé nutzte den Fauxpas mit einem zielgenauen Abschluss von der Strafraumkante zur Gäste-Führung (23.).
Der Rückstand weckte Blau-Weiß auf! Wenige Minuten nach dem Gegentreffer dribbelte sich Bambasé Conté geschickt an zwei Verteidigern vorbei in den Hamburger Strafraum, den anschließenden Schuss wehrte Keeper Heuer-Fernandes jedoch ins Zentrum ab. Der Abpraller landete vor Burnics Füßen, dessen Abschluss war aber zu unpräzise (26.).
Comeback vor der Pause
Der Wille war da und wurde knapp zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff endlich belohnt! Schleusener versuchte eine schöne Herold-Flanke aus zehn Metern direkt zu verwerten, allerdings brachte ein Norddeutscher seinen Fuß noch zwischen Ball und Tor. Während Marvin Wanitzek Richtung Eckfahne schritt, um den Eckball auzusführen, versammelten sich die KSC-Akteure an der Strafraumkante in einer einstudierten Formation. Diese schien den HSV so zu verwirren, dass Schleusener die anschließende Hereingabe frei einköpfen konnte (36.) – Ausgleich!
Vermeintlicher Traumstart wird zum Albtraum
Der KSC kam mit einer klaren Mission aus der Halbzeitpause: Die Führung sollte her! Hierfür kombinierte sich Blau-Weiß über die linke Seite in die Hamburger Gefahrenzone, wo Wanitzek einen Klärungsversuch von HSV-Kapitän Schonlau in die Füße gespielt wurde. Unsere Nummer zehn schweißte die Kugel direkt in die Maschen, der Torjubel dauerte allerdings nur kurz an (49.), denn der Linienrichter hatte seine Fahne gehoben – Abseits!
Blau-Weiß schmeckte diese Entscheidung ganz und gar nicht, der HSV machte hingegen das Beste daraus und spielte direkt munter auf das Karlsruher Tor. Dompé, der bereits zum 0:1 getroffen hatte, fasste sich an der linken Strafraumkante ein Herz und zirkelte das Kunstleder unhaltbar in den rechten Knick (55.). Schockstarre nach des erneuten Rückstandes? Keineswegs! Vom Anstoß weg wollte unsere Mannschaft den Gegentreffer wieder egalisieren, Conté traf mit seinem Schuss nach einer Ecke allerdings nur die Querlatte (58.).
Auch in den Folgeminuten hatte der KSC mehr vom Spiel, konnte jedoch nur selten bis ins letzte Drittel vorrücken. Hamburg verteidigte hochkonzentiert und diszipliniert, unseren Blau-Weißen ergaben sich dadurch kaum Räume. Wenn Karlsruhe aber doch mal im gegnerischen Sechzehner vorstellig wurde, war es brandgefährlich! Jungs Abschluss aus sieben Metern wehrte die HSV-Defensive in letzter Sekunde ab, bei Eckbällen hatten die Gäste die Lufthoheit (81.). Eichners Mannschaft gab sich weiter nicht auf, es fehlte allerdings das notwendige Quäntchen Glück. So scheiterte Schleusener in der 84. Minute per Volley nur knapp.
K.O. nach Konter
In den Schlussminuten warf Blau-Weiß alles nach vorne, wodurch sich für den HSV Kontermöglichkeiten ergaben. In der 88. Minute nutzten die Norddeutschen in Person des eingewechselten Davie Selke eine solche Gelegenheit für die Entscheidung. Die Messe war damit gelesen und der Auftakt in intensive sechs Tage missglückt.
Fazit & Ausblick
Ein ernüchternder Nachmittag im BBBank Wildpark! Am 14. Spieltag zeigte unser KSC zu wenig, um gegen eine qualitativ hochwertige Mannschaft, wie den HSV zu bestehen. Die Hamburger agierten über die meiste Zeit cleverer, Blau-Weiß erlaubte sich hingegen zu viele Fehler.
Durch die Niederlage stehen wir nun auf Rang fünf der Tabelle. Lange Zeit, um sich über die heutige Partie zu ärgern gibt es nicht, denn bereits am Mittwoch steht das DFB-Pokalachtelfinale gegen den FC Augsburg an.
Die Daten zur Partie
KSC: Weiß – Jung, Franke, Beifus (86. Pfeiffer), Herold – Wanitzek, Rapp (86. Egloff), Burnic (61. Heußer), Conté (72. Hunziker) – Schleusener, Zivzivadze
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Mikelbrencis, Hadzikadunic, Schonlau, Muheim – Richter (78. Poreba), Elfadli, Karabec (88. Sahiti) - Dompé (88. Pherai), Königsdörffer (78. Selke), Jatta (65. Baldé)
Tore: Schleusener (36.) | Dompé (23., 55.), Selke (88.)
Schiedsrichter: Sascha Stegemann
Gelbe Karten: Burnic (55.), Zivzivadze (68.), Franke (90.) | Königsdörffer (60.), Elfadli (72.), Dompé (85.), Selke (90.)
Ort: BBBank Wildpark
Zuschauende: 31.845 (ausverkauft)











