Giannikis: "Wir sind fokussiert und vorbereitet"

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Am Sonntag (13.30 Uhr) absolviert der KSC gegen Fortuna Düsseldorf sein erstes Pflichtspiel in 2015. Das Trainerteam der Badener hat dabei die Winterpause akribisch gearbeitet, damit der KSC weiter so furios aufspielt. Argirios Giannikis, Co-Trainer von Markus Kauczinski, erklärt im Interview seine Aufgaben, seine Erwartungen und hofft auf viele Fans im Wildpark.

Herr Giannikis, wie ist der aktuelle Stand der Mannschaft?
Die Vorfreude ist nach langer, intensiver Vorbereitung groß. Wir freuen uns, dass die Liga wieder losgeht. Alle sind heiß auf das Spiel gegen Düsseldorf.

Viele Plätze im Kader sind hart umkämpft. Steht die erste Elf schon?
Ein Gerüst steht, aber es sind noch ein paar Plätze offen. Das ist aber auch normal bei einer so hohen Qualitätsdichte, wie wir sie bei uns haben. Die letzte Entscheidung wird erst nach dem Abschlusstraining fallen.

Der KSC hat in der Hinrunde sehr ansehnlichen Fußball gezeigt. Woran wurde in der Winterpause gefeilt, damit dies in der Rückrunde noch besser wird?
Wir haben versucht, alle Prozesse weiter zu optimieren. Vor allem haben wir das Augenmerk auf das Spiel mit Ball gelegt. Wir müssen nach vorne zielorientierter werden - und daran haben wir auch gearbeitet. Hinzu kamen die Bereiche ‚Standards‘ und ‚Defensives Arbeiten‘, welche wir auf dem Zettel hatten.

Markus Kauczinski und sie gelten in diesen Bereichen als akribische Trainer. Macht ihn das so besonders für den KSC?
Es geht darum, dass nichts dem Zufall überlassen wird. Wir wollen der Mannschaft Sicherheit geben - und da sind Details sehr wichtig. Darauf achten wir im Trainerteam generell sehr genau. Das hilft der Mannschaft am Ende enorm, um zielgerichtet zu arbeiten.

Der Vertrag von Rouwen Hennings wurde in der Winterpause verlängert. Warum ist er ein wichtiger Schlüsselspieler?
Rouwen kam in einer schweren Zeit zum KSC, als wir in der 3. Liga gespielt haben. Er hat den gesamten Prozess mit durchlaufen und sich dabei selbst weiterentwickelt. Auf dem Platz verkörpert er den absoluten Siegeswillen. Das spürt die Mannschaft und das spüren auch die Fans. Deswegen war es wichtig, dass er seinen Vertrag verlängert.

Die Liga ist sehr ausgeglichen. Warum schafft es kein Team, sich klar abzusetzen und warum haben Traditionsmannschaften wie 1860 München und St. Pauli so große Probleme?
Wir reden hier von einer ausgeglichenen Liga, weil die Leistungsdichte insgesamt sehr hoch ist. Es entscheiden am Ende oft Kleinigkeiten darüber, wer als Sieger vom Platz geht. Ich glaube nicht, dass man die Probleme der einen oder anderen Mannschaft gezielt am Stichwort „Traditionsmannschaft“ festmachen kann – da gibt es ja auch welche, bei denen es gut funktioniert, beispielsweise in Kaiserslautern oder bei uns. Aber generell sind Fernanalysen da sehr schwer.

Generell gelten Co-Trainer als die rechte Hand des Cheftrainers. Wie sieht ihr Aufgabenbereich genau aus?
Markus Kauczinski und ich arbeiten schon sehr lange zusammen. Zuvor war ich eigenständiger Trainer  - und ich darf auch im Trainerteam von Markus eigenständiger Trainer sein. Ich habe meine Aufgaben im Trainingsbereich wie Implementierung, Vorbereitung oder Spielanalyse. Alles passiert in Absprache - Markus ist der Chef, gibt Sachen vor und segnet alles ab, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich nur der „Hütchenaufsteller“ bin. Im Gegenteil: Ich kann mich beim KSC voll entfalten.

Wie sind sie zum KSC-Trainerteam gekommen?
Ich war in Mannheim bei einem kleinen Verein Trainer. Und Markus hat mich von dort  zum KSC geholt. Zuerst war ich U19-Co-Trainer unter Markus, dann U18-Cheftrainer, im Anschluss bin ich zur U19 und schließlich zum Profiteam gewechselt.

Was sind ihre Ziele?
Für mich geht es natürlich neben den Zielen, die wir mit dem Team haben, um meine persönliche Weiterentwicklung. Die nächste Hürde ist der DFB-Lehrgang zum Fußballlehrer. Und sportlich möchte ich mit dem KSC weiterhin genauso erfolgreich sein.

Neuzugang Ylli Sallahi wurde vom Cheftrainer sehr gelobt. Hat er sich schon gut integriert und gute Chancen auf einen Einsatz am Sonntag gegen Düsseldorf?
Die Mannschaft ist dafür bekannt, dass sie Neuzugänge schnell integriert. Das war auch hier der Fall - und Ylli hat die Chance bekommen und auch genutzt, sich schnell zu integrieren. Sportlich hat er schon angedeutet, was er kann und hat gezeigt, dass er Gas gibt. Ebenso haben das aber auch seine Mitspieler getan. Durch ihn erhöhen wir unsere Leistungsdichte und unsere Gefahr bei Standards. Er muss sich im athletischen Bereich noch steigern und unser System verinnerlichen, aber da ist er auf einem guten Weg.

Hiroki Yamada wurde in der Vorbereitung auch zentral getestet. Etwas für die Zukunft oder schon am Sonntag?
Kann sein, muss aber nicht. Wir haben viel ausprobiert, um variantenreicher zu sein. Es ist eine Option, aber nur eine von vielen. Hiroki hat über links starke Leistungen gezeigt und wir haben für die zentrale Position auch andere gute Jungs wie Dimi Nazarov.

Am Sonntag ist Düsseldorf im Wildpark zu Gast. Ein ideales Spiel, um sich, wie Markus Kauczinski sagt, sich oben festzukrallen?
Auf jeden Fall gehen wir mit viel positiver Spannung in das Spiel. In der aktuellen Situation ist es nicht entscheidend, welcher Gegner kommt. Die Mannschaft ist heiß,  wir sind fokussiert und vorbereitet. Es wird Zeit, dass es endlich wieder losgeht. Gegen Düsseldorf ist es ein Duell zweier Teams mit großer Tradition und zweier direkter Konkurrenten, das macht es umso spannender. Wir hoffen, dass uns viele Fans unterstützen werden.
 
Was ist der Schlüssel zum Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf?
Geduld.

Das Gespräch führte Fabian Herbers


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