Gemeinderat gibt grünes Licht für Umbau
Der Karlsruher Gemeinderat hat am Dienstagabend den Weg für einen Umbau des Wildparkstadions frei gemacht. Die Bürgervertreter erklärten mit ihrer mehrheitlichen Zustimmung die Absicht, den Wildpark für insgesamt 58 Millionen Euro zu einem reinen Fußballstadion mit 35.000 Zuschauerplätzen umzubauen.

Von Andreas Eisinger
Demnach baut die „Karlsruher Fächer GmbH & Co. Stadtentwicklung – AG“ das Stadion in eine reine Fußballarena um, der städtische Teil der Investitionssumme soll zu gegebener Zeit in den Haushalt eingebracht werden. Die Stadt bringt ihr Eigentum am Wildpark und das zugehörige Grundstück ein.
Unklar ist noch, wie dann das Mietverhältnis zwischen Stadt und Verein aussehen wird. Die Stadtverwaltung möchte das neue Stadion nicht direkt an den KSC verpachten, sondern mit dem Verein eine Betriebsgesellschaft gründen. Die Betriebskosten würden dann durch Teile der Erträge des Ticketverkaufs durch die Betriebsgesellschaft gedeckt, wohingegen beispielsweise Vermarktung und die Fernsehgelder alleine in der Hand des Vereins verbleiben.
Dieser Regelung steht die Deutsche Fußball Liga (DFL) kritisch gegenüber. In einer Stellungnahme verweist die DFL auf ihre Statuten, nach denen eben der Verein selbst zur Zahlung eines Teils der Zuschauereinnahmen an den Verband verpflichtet sei. Außerdem gehöre der Ticketverkauf zum Kerngeschäft eines Profi-Fußballvereins, der europäische Dachverband UEFA verlange, dass das Kerngeschäft immer beim Club verbleiben muss. Auch seien Erlöse aus dem Verkauf von Eintrittskarten eine tragende Säule bei der jährlichen Lizenzierung für die Teilnahme am Spielbetrieb. Im Ergebnis empfiehlt die DFL eine „schlankere und klarere Konzeption.“
Oberbürgermeister Heinz Fenrich betonte, dass er sich mit diesem Einwand nicht zufrieden geben kann. „Wir investieren so viel Geld, da muss das möglich sein“, sagte er und will weitere Gespräche führen. Um dennoch den Weg für eine gemeinderätliche Entscheidung frei zu machen, änderte er die Abstimmungsvorlage um: Für den Fall, dass die DFL bei ihrem Standpunkt bleibe, müssten nun mietvertragliche Regelungen mit gleichen wirtschaftlichen Konsequenzen getroffen werden. „Mit einer Betriebsgesellschaft wären Chancen und Risiken nämlich absolut fair verteilt“, kommentierte Fenrich.











