Das KSC Talentteam Portrait: Matthias Pabst
Im heutigen Portrait des KSC Talentteams stellen wir ihnen den 18 jährigen Matthias Pabst, der seit dieser Saison in der Juniorenbundesliga Süd/Südwest für die U19 des KSC seine Fußballschuhe schnürt, vor.
Von Jörg Bock
"Ich bin wohl das, was man im fußballerischen Sinne eine "Kampfsau" nennt." Matthias Pabst lacht, als er seine fußballerischen Qualitäten einordnet. "Im positiven Sinne, versteht sich.", schiebt er nach. Eine Einschätzung, die auch KSC Jugendkoordinator und U19 Trainer Markus Kauczinski teilt: "Matthias geht mit vollem Körpereinsatz auch dorthin, wo es wehtut. Das macht ihn für uns wertvoll."
Dass der 18 Jährige gewohnt ist, erfolgreich gegen Widerstände anzugehen, zeigt seine Anfangszeit beim KSC zu Beginn dieser Spielzeit. Zur neuen Saison wechselte er aus der A Jugend der TSG Hoffenheim in den Wildpark. "Ich habe hier die besseren Perspektiven für mich gesehen. Die Mannschaft ist qualitativ besser, und es ist einfach reizvoll, wenn du Woche für Woche gegen Mannschaften wie den VfB Stuttgart oder Bayern München spielen kannst. Das wollte ich unbedingt, deshalb habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen."
Der Haken an der Sache: Pabst hatte in einem seiner letzten Spiele für die Hoffenheimer eine rote Karte kassiert. Über die Szene, die den Platzverweis zur Folge hatte, möchte der wuchtig gebaute Nachwuchsfußballer heute nicht mehr so gerne reden. Die dreimonatige Sperre war Strafe genug. In keinem einzigen Vorbereitungsspiel konnte Markus Kauczinski auf seinen Neuzugang zurückgreifen, es blieb bei den Trainingseinheiten und nach Ablauf der Sperre zunächst bei einem Platz auf der U19 Ersatzbank. Doch Matthias Pabst bewies Geduld und auch Durchsetzungsvermögen. Er arbeitete sich Schritt für Schritt zurück in die erste Elf, und noch ein bisschen weiter. Beim 2:2 Unentschieden im baden württemberg ischen Derby gegen den VfB Stuttgart war auch U19 Nationalcoach Uli Stielike unter den Zuschauern im Wildpark. Was folgte, war eine Einladung zum Sichtungs lehrgang eben jener DFB Auswahl. Die Teilnahme am Lehrgang, der von Dienstag bis Donnerstag in der Sportschule Kaiserau durchgeführt wurde und an dem auch Teamkollege Robin Herzog teilnehmen durfte, löste bei Matthias Pabst Freude aus. "Ich weiß natürlich auch, dass es sich dort um den erweiterten Kader handelt. Aber das ist schon ein bisschen der Traum eines jeden Fußballers, mal in DFB Klamotten als Teil einer DFB Auswahlelf trainieren zu können."
Die Einladung zum Lehrgang ist vorläufiger Höhepunkt einer Karriere, die für den kleinen Matthias als dreijähriger Steppke bei seinem Heimatverein FV Brühl begann. Dort schnürte er 13 Jahre lang die Kickstiefel, und dort hängt auch heute noch sein Herz. "Ich bin so oft ich kann dort, besuche meine alte A Jugend. Häufig verbringe ich damit meinen einzigen freien Tag in der Woche."
Flexibilität war in der noch jungen Fußballerlaufbahn beim Rechtsfuß Pabst des Öfteren gefragt. Beim einjährigen Gastspiel bei der TSG Hoffenheim kam er im Sturm zum Einsatz, in seinem Heimatverein hat er auch schon mal Libero gespielt. Heute, in der U19 des KSC, spielt er zentral in der Viererkette. "Gemütlicher ist vorne", räumt er lächelnd ein, "da sind Ballverluste nicht so dramatisch. Aber hinten kann ich meine Qualitäten glaube ich besser einbringen. Da bin ich gut aufgehoben.", pflichtet Pabst seinem Trainer bei, der ihn dort im Mannschaftsgefüge "positioniert" hat. Zustimmung erntet Coach Markus Kauczinski auch, wenn er die konditionellen Defizite des Abwehrrecken benennt. "Ich weiß, dass es da hakt.", erklärt der Spieler. "Mir fehlt auch ein bisschen die Zeit dafür, hier zusätzlich zu arbeiten." Fünf Tage die Woche muss er morgens um 6 Uhr los, kommt abends um 21:30 Uhr nach Hause. "Da ist das schwer, aber in diesem Bereich war ich noch nie gut. Woran das liegt, weiß ich nicht."
Trotzdem: der KSC hat Matthias Pabst ob seiner Qualitäten bis 2006 plus Option an sich gebunden, nächstes Jahr wird er zu den KSC Amateuren wechseln. Eines weiß Matthias Pabst aber bereits jetzt ganz genau. Egal, was die kommenden Jahre in Sachen Fußball für ihn bereithalten, seine Karriere wird er bei seinem Heimatverein in Bühl beenden. Dort hängt das Herz der "fußballspielenden Kampfsau" Matthias Pabst.











