Cetin und Fritz erkämpfen dem KSC ersten Saisontreffer

(eis) "Ein Schritt in die richtige Richtung", das war die Partie Karlsruher SC gegen den MSV Duisburg am Dienstag Abend für den Cheftrainer des Karlsruher SC, Stefan Kuntz. Die Aussage lässt es erahnen auch am vierten Spieltag der laufenden Zweitligasaison war es Nichts mit dem erhofften Dreier, der dem Selbstbewusstsein der Mannschaft nach Aussage ihres Coaches so sehr weiterhelfen würde. Aber: Nach den beiden bitteren Klatschen in Trier und zuletzt beim Pokal Aus in Offenbach gab es zumindest wieder etwas Zählbares für den badischen Traditionsverein. Mit einem 1:1 (1:1) Remis trennten sich Kuntz’ Mannen von ihrem Kontrahenten, haben nunmehr zwei Zähler auf dem Punktekonto und konnten nach genau 310 gespielten Minuten als Letzte der 18 Zweitligateams ihr Saison Premierentor erzielen. Aydin Cetin war der Glückliche, der sich für Selbiges bejubeln lassen durfte, 40 Minuten nach dem Anpfiff. Der Treffer war der Lohn für eine kämpferisch überzeugende Leistung des jungen Türken, der neben Angriffskollege Clemens Fritz und Danny Fuchs zu den einsatzfreudigsten Akteuren des Abends gehörte. "Aydin hat mit seinem Einsatzwillen seine Trainingsleistung der vergangenen Woche bestätigt, das hat mir gefallen.", attestierte Trainer Kuntz dem 22 Jährigen, der nach der Niederlage in Offenbach von einigen Fans wegen eines angeblichen und unschönen Wortwechsels mit einem Anhänger ins Visier genommen worden war, enorme Willensstärke.

"Da ich nicht allzu viele Alternativen besitze, bin ich natürlich dazu gezwungen ein bisschen hin und her zu schieben", so hatte Stefan Kuntz am Montag eventuelle Veränderungen in der Startformation angekündigt. Wawrczyzek und Hassa fielen verletzt aus, Labbadia ist noch immer rotgesperrt und Hoeft nahm angeschlagen auf der Bank Platz. Zu ihm gesellten sich Marco Grimm und Marco Engelhardt, die gegen Offenbach noch von Beginn an aufgelaufen waren. Zudem musste kurz vor Spielbeginn auch der Schweizer Mario Eggimann wegen Rückenproblemen passen. Neu in die Startelf rückten Trares, Kracht, Fuchs, Graf und Fritz. Charles Haffner besetzte die linke Außenseite der Viererabwehrreihe, ihm gegenüber agierte Carsten Rothenbach neben den beiden Innenverteidigern Waterink und Kracht. Im defensiven Mittelfeld liefen Trares und Melkam auf, hinter den beiden Spitzen agierten die beiden Flügelläufer Daniel Graf (rechts) und Danny Fuchs (links).
MSV Trainer Pierre Littbarski schickte fast exakt die selbe Elf ins Rennen, die den VfB Lübeck vor anderthalb Wochen aus dem DFB Pokal geworfen hatte. Für den verletzten Angreifer Sercan Güvenisik lief Marius Ebbers von Beginn an auf. Auf der rechten Verteidigerposition der Gäste konnte das Karlsruher Publikum das Publikum einen alten Bekannten willkommen heißen Marc Kienle, in der Abstiegssaison für den KSC tätig, steht seit einem Jahr in Diensten des MSV.

Bereits fünf Minuten nach dem Anpfiff des Unparteiischen Mike Pickel brannte der KSC Strafraum lichterloh und die Nerven des Großteils der 7.600 Zuschauer wurden erneut auf eine harte Zerreißprobe gestellt. Zuerst musste sich Schlussmann Thomas Walter mächtig strecken um einen scharfen Freistoß Phillipp Bönigs an den Pfosten zu lenken, wenige Sekunden später verfehlte Louis Gomis das blauweiße Gehäuse mit einem Drehschuss knapp. Die Offensivabteilung des KSC nahm man nach elf gespielten Minuten zum ersten Mal wahr, als Daniel Graf MSV Torhüter Bobel mit einem Schuss aus 18 Metern prüfte. Die Abwehr der Gastgeber präsentierte sich wie zuletzt enorm verunsichert und anfällig, die ebenfalls schwachen Duisburger konnten daraus aber zunächst keinen Profit schlagen. Als Clemens Fritz aus halblinker Position in den Strafraum eindrang und zu einem strammen Schuss ansetzte, musste der Pole Bobel zum zweiten Mal in Aktion treten (17.), sechs Minuten später waren es aber doch die Duisburger, die Grund zum Jubel hatten. Eine Nachlässigkeit der Hintermannschaft nutzte Ralf Keidel erbarmungslos aus, entwischte seinem Bewacher Haffner und schloss mutterseelenallein mit einem Heber gegen den chancenlosen Thomas Walter zur 1:0 Gästeführung ab. Dieser Treffer schien den KSC zu lähmen, in der Folgezeit war keinerlei Offensivbemühung der Badener mehr zu erkennen, Abspielfehler und Unkonzentriertheiten in der eigenen Hälfte bestimmten das Bild auf dem Rasen; bis die MSV Hintermannschaft den KSC zurück ins Spiel brachte. Mit einer Vielzahl an Rückpässen hatte die Meidericher Abwehr ihren Schlussmann bereits zuvor einige Male unnötig in Bedrängnis gebracht es folgte das Unvermeidbare: Nach einem Rückspiel von Bönig auf Bobel setzte der quirlige Clemens Fritz nach und gewann den Zweikampf gegen den Torwart der hinzueilende Torschütze Cetin brauchte die Kugel dann nur noch über die Linie zu schieben.

Auch nach dem Pausentee wurde das Publikum Zeuge einer eher unterklassigen Zweitligapartie, dennoch versuchte der KSC der zweiten Hälfte den Stempel aufzudrücken. Pavel Drsek musste in der 57. Spielminute in höchster Not vor dem gut postierten Clemens Fritz zur Ecke klären, wenig später scheiterte Graf, der nach einer missglückten Faustabwehr Bobels am Strafraumeck abzog (65.).
Nach einer Unkonzentriertheit im Spielaufbau kam in der Schlussphase der Duisburger Louis Gomis in aussichtsreiche Schussposition, der Senegalese scheiterte aber aus spitzem Winkel an Thomas Walter. In der Nachspielzeit wollten es die Hausherren nochmals wissen: Einen Distanzschuss Danny Fuchs’ aus 18 Metern konnte Bobel mit Mühe entschärfen, Torsten Kracht setzte nach dem darauf folgenden Eckstoß einen Kopfball an die Latte. "Ich hätte mich bestimmt nicht geschämt", grantelte Stefan Kuntz nach dem Abpfiff, "wenn wir da das Quäntchen Glück gehabt und das Siegtor erzielt hätten".

So blieb es aber beim Alles in Allem gerechten Unentschieden und die Schützlinge von Übungsleiter Kuntz müssen auch weiterhin auf den ersten Saisonsieg warten. Die nächste Gelegenheit diesen einzufahren, bietet sich bereits in drei Tagen. Am kommenden Freitag, 19 Uhr, tritt der Karlsruher SC zum Auswärtsspiel auf dem Aachener Tivoli an.


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