BFV-Präsident Zimmermann: "Nur Neubau macht Sinn"
Vor einigen Tagen hatte sich die KSC-Führung für einen Neubau ausgesprochen, jetzt hat sich auch der Präsident des Badischen Fußball-Verbandes, Ronny Zimmermann deutlich auf der Seite der Neubaubefürworter positioniert. Auf www.ksc.de liefern wir Auszüge aus dem Interview.

...zum Thema Traditionsstandort Wildpark:
„Ganz gleich wie schön die alten Erinnerungen an den Wildpark und die vielen tollen Spiele, die dort statt fanden, sind – unter dem Strich und rational bilanziert ist dieser Standort aus heutiger Sicht nicht zukunftsfähig. Die infrastrukturellen Nachteile wie Zu- und Abfahrt, Parksituation, Größe des Stadions und vieles mehr sind nicht korrigierbar. Daher bleibt nur ein Faktum übrig: Bekennt man sich klar und eindeutig zum Erstligastandort Karlsruhe, dann muss zwingend ein Gelände möglichst nahe an der Autobahn liegend gefunden werden.“
…zum Thema Länderspiele in Karlsruhe:
„Oft wurde ich in jüngster Vergangenheit darauf angesprochen, wann denn mal wieder ein offizielles Spiel der Nationalmannschaft in Karlsruhe ausgetragen wird. Die Antwort hierauf ist so einfach wie enttäuschend: überhaupt nicht. Denn offizielle Spiele werden nur noch in Stadien mit einem Fassungsvermögen von mindestens 40.000 Zuschauern ausgetragen. Für Karlsruhe ist, wenn überhaupt, vielleicht noch ein Benefizspiel drin. Auch das ist natürlich ein gewichtiges Argument für eine vollständige Verlegung des Standortes.“
…zum Thema Fassungsvermögen:
Generell betrachtet ist das zu planende Fassungsvermögen ein sehr wichtiger Aspekt und befasst man sich ausgiebig mit der aktuelle Situation, so stellt man fest, dass sich der Fußball ständig weiter entwickelt. Die Zuschauerzahlen wachsen stetig und schon jetzt haben wir wieder eine neue Rekordmarke beim Verkauf der Dauerkarten erreicht. Durchschnittlich besuchten in der letzte Saison knapp 40.000 Besucher jedes Bundesligaspiel und dies wird dieses Jahr nochmals gesteigert. Auch beim KSC kann diese Entwicklung verfolgt werden. Betrachtet man alleine die Tatsache, dass bei einem Wochentagsspiel gegen Cottbus im letzten Jahr abends 28.000 Menschen ins Wildparkstadion pilgerten, dann ist das schon nahezu unglaublich. Stellt man sich dann weiter vor, dass es eine neue, gut strukturierte Arena mit guter Erreichbarkeit gäbe, dann muss man kein Prophet sein, um eine Erhöhung der Durchschnittszahlen auch in Karlsruhe voraussagen zu können.
…zum Thema Finanzierung:
Natürlich spielt die Frage der Finanzierung eine herausragende Rolle. Aber bei all diesen Diskussionen habe ich stets die Feststellung vermisst, dass der lizenzierte Fußball mittlerweile ein herausragender Steuerzahler ist und eine bedeutende Arbeitsplatzmaschinerie darstellt und insofern auch erhebliche Beträge refinanziert. Nach den letzten Erhebungen wurde durch die Ligaclubs in der Saison 2006/2007 der stattliche Betrag von rund 560 Millionen € an Steuern gezahlt. Rund 35.000 Menschen arbeiten heutzutage entweder direkt im Profifußball oder in dessen direktem Umfeld, wie z.B. Caterern und Sicherheitsdiensten. Das alles sind Standortfaktoren, die man nicht einfach ignorieren kann.
…zum Thema ‚Wirtschaftszweig Fußball’
Einmal ganz von der Werbewirksamkeit der Bundesliga abgesehen, die mehr und mehr auch das Ausland anspricht, ist dies genau der Punkt. Es fällt mir schwer, einen Wirtschaftszweig zu erkennen, der über ähnliche Zukunftsprognosen verfügt wie der Fußball. Auch diese Argumente muss man zwingend in die Diskussion einbeziehen. Schade ist, dass leider bislang noch kein Zahlenmaterial vorliegt, das sämtliche finanziellen Auswirkungen erfasst. Also beispielsweise auch den Fan, der am Bahnhof noch ne Bratwurst und ein Getränk zu sich nimmt, bevor er zum Stadion fährt oder wenn Er ins Stadion und Sie zum Einkaufen geht. Auch dies trägt in einem gewissen Sinne zur Refinanzierung bei.
…zum Thema Bedeutung eines modernen Stadions:
„Ohne einen Neubau wird der KSC sicher mehr und mehr an Boden verlieren. An Boden, der kaum aufgeholt werden kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Spielstätten wie das Wildparkstadion in absehbarer zeit im bezahlten Fußball noch geben wird. Bedenken sie allein, wo bereits jetzt überall Zeichen für die Zukunft gesetzt werden und völlig neue, moderne Arenen entstehen: Es seien nur Augsburg, Hoffenheim oder Mainz genannt. Viele arbeiten aktiv an der Zukunft! Für Karlsruhe wird es jetzt Zeit und es gilt den richtigen Weg zu beschreiten und da gibt es vom Grunde her eigentlich nur einen!“











