Becker: "Wir sind heiß auf die Rückrunde!"
Edmund Becker freut sich auf seinen ersten Pflichtspiel Einsatz als Cheftrainer des KSC und versichert: "Auch die Mannschaft ist heiß!" Neuzugang Carnell wird in Burghausen noch nicht spielen, trotzdem hofft der Coach auf einen Dreier.
Von Andreas Eisinger
Nach einer kurzen und turbulenten Winterpause rollt ab Samstag endlich wieder der Ball: Bei Wacker Burghausen (13 Uhr) nimmt Edmund Becker erstmals auf dem Chefsessel der Auswechselbank Platz. Schon beim Test gegen Zürich war der Coach in der sportlichen Verantwortung. "Das war aber auf Platz zwei, sozusagen in meinem Wohnzimmer", lachte Becker am Freitag bei seiner ersten Pressekonferenz vor einer Zweitligapartie.
Eine gesunde Anspannung werde sich vor dem Anpfiff wohl einstellen, gab der 48 Jährige zu. "Natürlich ist es eine völlig andere Situation, als mit der Oberligamannschaft irgendwo aufzulaufen." Mit zitternden Knien will Becker seine Feuertaufe aber keinesfalls bestreiten. "Die Mannschaft freut sich, ich freue mich", versicherte "Ede" Becker, "wir sind heiß darauf, die negativen Erlebnisse der Vorrunde vergessen zu machen."
In punkto Startaufstellung setzt auch Becker auf Geheimniskrämerei und hält sich bis zum Anpfiff bedeckt. Dass Florian Dick auf der rechten Abwehrseite auflaufen wird, verriet er aber doch. Thomas Kies dürfte damit aus der Anfangself fallen Eggimann, Stoll und Oswald haben die besten Karten, an Dicks Seite zu spielen. Spannend bleibt die Frage, ob der junge Timo Staffeldt wie zuletzt gegen Zürich auch in Liga Zwei von Beginn an ran darf. Beim Testspiel jedenfalls überzeugte der Amateur nach kleinen Unsicherheiten zu Beginn.
Fehlen werden neben den Langzeitverletzten Michael Mutzel und Abderrahim Ouakili auch Sean Dundee und Danny Schwarz. Sebastian Freis ist nach seiner Stirn Nebenhöhlen Vereiterung zwar dabei, hat aber noch Trainingsrückstand. Zusammen mit Ivan Saenko wird wohl Edmond Kapllani für die Torgefahr zuständig sein. Mehr personelle Alternativen erhofft sich Coach Becker für das folgende Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. Neben Dundee und Schwarz wird dann auch Neuzugang Bradley Carnell wieder fit sein, außerdem will der KSC nochmals auf dem Transfermarkt zuschlagen. "Wir suchen noch jemanden fürs defensive Mittelfeld", verriet Manager Rolf Dohmen.
Auf dieser Position soll in Burghausen Christian Kritzer in der Hintermannschaft die Fäden ziehen. Kompakt zu stehen ist nämlich Edmund Beckers Erfolgsrezept gegen die Bayern. "Es ist kein Geheimnis, dass sich Burghausen schwer tut, wenn sie das Spiel machen müssen." Sich zu verstecken ist deshalb nicht die erste Wahl des gebürtigen Reichenbachers. Gleichzeitig gibt er aber die Konterstärke der Mannschaft von Markus Schupp zu bedenken: "Wenn wir nur mit Hurra Fußball nach vorne spielen, laufen wir ins offene Messer."
Das wollen auch die zahlreichen mitreisenden KSC Anhänger nicht. Lassen sie sich doch weder von der Anstoßzeit am Mittag, noch von den gewohnt kalten Temperaturen an der Österreichischen Grenze ihre Vorfreude auf die Rückrunde verderben. Sieben Fan Busse machen sich am frühen Morgen aus Karlsruhe auf den Weg, vor Ort rechnet Martin Löffler mit 500 bis 600 Schlachtenbummlern aus dem Badischen. "Das ist eine phänomenale Aufbruchstimmung, die durch Edmund Becker ausgelöst wurde", freut sich der Vorsitzende des Fan Dachverbands "Supporters". "Wer am Verein dran ist, der weiß, dass das die absolut richtige Wahl war." Und dass sich nach all den Querelen so viele Blau Weiße von der Euphorie anstecken lassen, ist für Löffler "genau das, was die junge Truppe verdient hat."











