Becker setzt auf Reaktion der Mannschaft
Den Rasen im Wildparkstadion konnte die Mannschaft des KSC am Freitagvormittag schon mal testen. Cheftrainer "Ede" Becker verlegte die Trainingseinheit dorthin, wo am Sonntag zum Heimspiel gegen die TuS Koblenz (Anpfiff 14 Uhr) mehr als 25.000 Besucher erwartet werden.

Von Andreas Eisinger
24.000 Eintrittskarten sind bereits jetzt verkauft, der KSC erwartet bei bestem Frühlingswetter einige kurz entschlossene Zuschauer zusätzlich. Beim Mannschaftstraining waren die Ränge noch weitgehend leer, rund 150 Zaungäste, darunter viele Kinder, schauten bei der Übungseinheit zu. "Die Trainingsplätze sind zu schlecht", zuckt Becker mit den Schultern, "deshalb haben gestern in der Sportschule Schöneck und heute im Stadion trainiert."
Mit seinen Klagen über schlechte Bodenverhältnisse auf den Nebenplätzen stößt Becker bei Rolf Dohmen auf offene Ohren. "Die Bedingungen sind katastrophal", sagt der Manager. Nach dem voraussichtlichen Aufstieg in die erste Bundesliga soll sich daran etwas ändern. "Davor muss die Stadt aber die Grundlage schaffen", fährt Dohmen fort. Rund um den Trainingsplatz der Profis müssten einige Bäume gefällt werden, die zu viel Schatten spenden und mit ihren Wurzeln das Wasser aus dem Platz ziehen. "Vorher brauchen wir den Rasen nicht neu zu gestalten, das wäre rausgeworfenes Geld. Wir haben aber bisher immer gut mit der Stadt zusammengearbeitet, ich bin zuversichtlich, dass wir auch hier zu einer Lösung kommen."
Die Trainingsbesucher freuten sich indes darüber, die Einheit von einem schattigen Tribünenplatz aus zu verfolgen. Der Ärger über die 0:2-Niederlage bei 1860 München am Montag scheint zwischenzeitlich verraucht zu sein. Weit über 15.000 Karlsruher Fans hatten den KSC in die Allianz-Arena begleitet und wurden enttäuscht. "Als ich auf der Heimfahrt die vielen Karlsruher Autos gesehen habe, hätte ich mich am liebsten verkrochen", sagt Trainer Becker.
Trotzdem will er die Schlappe bei den Löwen nicht zu hoch gewichten: "17 Mannschaften der Liga würden gerne mit uns tauschen." Beckers Ziel ist es, an die Leistungen der Vorrunde anzuknüpfen. Das ist der Mannschaft zuletzt nicht gelungen - dafür will Becker aber nicht nur die eigene Leistung verantwortlich machen. "Wir wollen die Sache nicht mit Hängen und Würgen über die Bühne bringen. Aber man muss auch sehen, dass sich 1860 in einen Rausch gespielt hat. Gegen uns sind die Mannschaften eben besonders motiviert. Außerdem sieht man auch an Top-Clubs aus der ersten Liga, dass es schwer ist, durchgehend eine konstante Leistung zu zeigen."
Woran die Mannschaft vor 51.000 Zuschauern im modernsten Stadion Deutschlands und mit stimmgewaltigem Rückhalt aus der Heimat aber gescheitert ist, weiß auch Becker nicht. Bereits im vergangenen Jahr hatte der KSC bei 1860 mit 0:2 verloren und sich ebenso schwach präsentiert. Möglich, dass die Gänsehaut-Atmosphäre die Spieler gehemmt hat. Alle Spieler will "Ede" Becker aber nicht in seine Kritik einschließen und klammert Torwart Markus Miller mit seinen Paraden und Abwehrspieler Maik Franz aus. "Maik ist einfach ein Typ, der die Mannschaft mitreißen kann." Den ein oder anderen "Mitreißer" hätte Becker vor allem in Liga eins gerne zusätzlich in seinem Team. "Markus Schroth ist so ein Typ", findet Manager Dohmen, "deshalb möchten wir ihn auch haben." Angreifer Schroth spielte schon früher im Wildpark und stürmt derzeit für den 1. FC Nürnberg.











