Becker bangt um Franz und Mutzel

Profis von Andreas Eisinger

„Das fühlt sich schon gut an“, räumt Trainer Edmund Becker vor dem Spitzenspiel bei Werder Bremen (morgen, 15.30 Uhr) ein. Der KSC tritt als Tabellenvierter bei den Bremern an – „aber es dauert noch sehr lange, bis wir uns auf Dauer mit ihnen messen können.“

Von Andreas Eisinger

„Bremen ist in der Breite sehr gut aufgestellt, verliert oft Leistungsträger und holt dann unbekannte Spieler nach, die sehr schnell einschlagen“, sagt Becker über die Mannschaft von Trainerkollege Thomas Schaaf. „Außerdem gehen sie sehr gut mit negativen Phasen um und verlieren nicht die Nerven.“ In der Momentaufnahme nach 12 Spielen steht der KSC auf Tabellenplatz vier, Bremen auf Rang drei – das Aufeinandertreffen an der Weser ist das Spitzenspiel des 13. Spieltags.

 

Deshalb ist Becker auch vorsichtig, was seine Zielsetzung anbelangt: „Wir wollen auf jeden Fall etwas zählbares mitnehmen.“ Aus Angst vor einem Bahn-Streik hat sich die Mannschaft einen Flug nach Bremen gegönnt und wird heute Nachmittag bereits im Norden das Abschlusstraining absolvieren. Dann wird sich voraussichtlich entscheiden, ob „Ede“ Becker wie gewünscht eine unveränderte Mannschaft aufs Feld schicken kann. Maik Franz und Michael Mutzel bekamen unter der Woche Schläge aufs Knie, hinter ihrem Einsatz steht derzeit noch ein kleines Fragezeichen.

 

Ansonsten baut Becker darauf, dass die siegreiche Mannschaft vom vergangenen Sonntag ihren Erfolg wiederholen kann. „Das Spiel gegen Duisburg war enorm wichtig für uns“, sagt Becker. Nach drei Spielen ohne eigenes Tor in Folge hatte Mario Eggimann gegen den MSV den Siegtreffer erzielt.

 

Angreifer Edmond Kapllani steht deshalb morgen besonders unter Druck: In den vergangenen zwei Spielen durfte er von Anfang an ran und spielte engagiert, aber glücklos. Bei einer ganzen Reihe ungenutzter Chancen blieb Becker ruhig – bis kurz vor Ende des Duisburg-Heimspiels. Nach einem Foul an Tamas Hajnal gab es Elfmeter und Kapllani wollte sein Glück erzwingen: Nach zahlreichen Fehlschüssen am gleichen Abend schnappte er sich den Ball und vergab die Chance zur Vorentscheidung; als Strafstoßschütze war er gar nicht vorgesehen und brachte seinen Trainer auf die Palme.

 

In Bremen erhält Kapllani trotzdem eine weitere Bewährungschance. „Sebastian Freis und Edmond Kapllani sind fast gleichauf, das ist eine ganz schwere Entscheidung. Aber Sebastian hat von uns auch schon lange Zeit bekommen, diese Chance erhält jetzt auch Edmond“, erläutert Becker seine Überlegung. „Über sein egoistisches Verhalten beim Elfmeter haben wir gesprochen. Er hat sich gleich nach dem Spiel bei mir entschuldigt und ich habe klar gestellt, dass so etwas nicht mehr vorkommen darf.“


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