„Als sportpsychologischer Begleiter Ansprechpartner für alle Kinder, Jugendlichen, Eltern, Trainer und Betreuer“

aKAdemie

Seit dem 1. Juli 2014 ist Thomas Meyer sportpsychologischer Begleiter für alle KSC-Nachwuchsathleten. Im Anschluss an sein Studium der Sportwissenschaft, Philosophie und Geschichte an der TU Karlsruhe eröffnete Meyer seine eigene Praxis für physikalische Therapie und Sportpsychologie in Karlsruhe.

Seit 1997 beschäftigt sich Thomas Meyer mit der sportpsychologischen Begleitung von Jugend-, Amateur- sowie Profisportlern. Im Jahre 2006 promovierte er im Bereich Sportwissenschaft mit der Spezialisierung auf das Teilgebiet Sportpsychologie. Die ksc.de Nachwuchsredaktion stellt den neuen sportpsychologischen Leiter des NLZ vor.

Das Interview führte Fabian Dürr

Thomas, du bist ja nun seit kurzer Zeit im Nachwuchsbereich des KSC als Sportpsychologe tätig. Wie lässt sich dein Arbeitsbereich hier beim KSC definieren?

Meine Hauptaufgabe besteht darin, die psychische Gesundheit des Sportlers zu gewährleisten. Bei der Sportpsychologie handelt es sich um ein sehr komplexes Aufgabengebiet, welches sich mit dem „seelischen“ Erleben des Sportlers in der Welt des Sports befasst. Die Schwerpunkte meiner Arbeit liegen dabei auf drei unterschiedlichen Bereichen. Zum einen behandeln wir in Gesprächen die individuelle Leistungsoptimierung, d.h. wir befassen uns mit dem Erlenen psychophysischer  Regulationstechniken wie beispielsweise Entspannungstechniken. Zum Bereich der Leistungsoptimierung gehören allerdings auch der Umgang mit persönlichen Erwartungen sowie Erwartungen von Eltern und Freunden, das Zeitmanagement, der Umgang mit Mitspielern, die Entwicklung von Spielintelligenz sowie die Ausbildung der Kommunikationsfähigkeit.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt außerdem auf dem Bereich der Teamgestaltung. Da sich jede Mannschaft unterscheidet, verändert und entwickelt, kann eine sportpsychologische Beratung hilfreich sein, dass die Mannschaft sich als eine Einheit erfährt bzw. sich dorthin entwickelt.
Desweiteren können durch Einzelgespräche mit Spielern und deren Eltern Bewältigungsstrategien von Verletzungspausen sowie Prävention und Erkennen von psychischen Krisen, wie Überforderung, Burn out, Depressionen oder Ess- und Schlafstörungen ausgearbeitet und angewandt werden.

Wie kann man sich den ersten Kontakt zwischen einem Spieler und dir vorstellen und wie sieht es mit dem Kontakt zwischen den einzelnen Bereich im NLZ aus?
Ja, den ersten Kontakt kann man sich ganz entspannt vorstellen. Zu Beginn werden sogenannte psychoregulative Trainingseinheiten für alle Teams durchgeführt. Im Anschluss können dann in Einzelgesprächen Optimierungsstrategien für Technik, Taktischem Verhalten und Emotionaler Regulation erarbeitet werden.
Zwischen den einzelnen Bereich arbeiten wir sehr eng miteinander zusammen. Mit dem pädagogischen Leiter Jörg Faustmann stehe ich bezüglich der Gestaltung von Workshops, dem Vorbereiten und Führen von Einzelgesprächen zu schulischen und sozialen Themen sowie der gemeinsamen Begleitung bei Perspektivgesprächen regelmäßig in Kontakt.
Aber auch mit dem Sozialpädagogen Herrn Eiseler bezüglich sozialen Projekten und den Physiotherapeuten, Athletik- und Rehatrainern besteht ein enger Kontakt.

Wie stehen Sie zum Thema Leistungsdruck im Bereich Fußball? Heutzutage wird es für die Jugendlichen auch immer schwieriger den Leistungen Stand zu halten, d.h. ihre Leistung sowohl auf dem Platz als auch in der Schule abzurufen.
Ja, das stimmt. Sportliche Höchstleistung bedingt auch immer eine psychische Gesundheit. Nur ein gesundes und psychosozial stabiles Kind kann langfristig Freude am Spiel- und Bewegungslernen finden. Dabei hilft der ganzheitliche Ansatz hier beim KSC ungemein. Die schulische Entwicklung steht jedoch hierbei im Vordergrund. Hilfe erfahren die Kinder in erster Linie vom KSC-Pädagogen, bei Konzentrationsproblemen auch vom sportpsychologischen Begleiter. Aber auch die Rolle der Eltern, d.h. der familiäre Rückhalt und das Vertrauen ist dabei sehr wichtig.


Match
Center