120 Jahre KSC: Eine bewegte Geschichte

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Der KSC feiert Geburtstag: Vor 120 Jahren, am 6. Juni 1894, wurde mit dem Karlsruher FC Phönix einer der Vorgängervereine des KSC gegründet – der Überlieferung nach von einigen jungen Turnern, die auf dem Engländerplatz gemeinsam Fußball spielten.

Der FC Phönix entwickelte sich in den Jahren um die Jahrhundertwende unter Kapitän Artur Beier zu einem der erfolgreichsten Fußballvereine Deutschlands und krönte diese Erfolge am 30.05.1909 mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft gegen Viktoria Berlin. Über Jahre hinweg dominierte „Feenix“, wie der Verein im Karlsruher Dialekt liebevoll genannt wurde, gemeinsam mit dem Lokalrivalen Karlsruher FV die deutsche Fußballlandschaft und festigte den Ruf von Karlsruhe als heimliche Hauptstadt der noch jungen Sportart.

Der FC Phönix war es auch, der ab dem Jahr 1921 seine Spiele im eigenen Stadion im Wildpark austrug und so die heutige Heimat des KSC begründete. In den Folgejahren war die sportliche Glanzzeit des FC Phönix jedoch vorüber.

Stattdessen begann die Blütezeit des VfB Mühlburg, der ab den Jahren vor dem zweiten Weltkrieg erfolgreich in der obersten deutschen Spielklasse spielte und den FC Phönix als stärkste Karlsruher Mannschaft ablöste. Am 16. Oktober 1952 schlossen sich der VfB Mühlburg und der FC Phönix – nach sanftem Druck des damaligen Oberbürgermeisters Günther Klotz – zum Karlsruher Sport-Club zusammen. Der VfB Mühlburg brachte damals eine erfolgreiche Mannschaft mit in den Verein, der FC Phönix das Stadion im Wildpark, das bis 1955 zu einem großen Fußball- und Leichtathletikstadion ausgebaut wurde.

Auf Anhieb war die Mannschaft des KSC eine der stärksten der Oberliga Süd. 1955 gewannen die Blauweißen den DFB-Pokal, nachdem sie im Finale den FC Schalke 04 mit 3:2 besiegt hatten. 1956 wurde der KSC Meister der Oberliga Süd und qualifizierte sich damit für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Damit standen die Karlsruher zum zweiten Mal nach 1909 im Meisterschaftsfinale, verloren es jedoch gegen Borussia Dortmund mit 2:4. 1956 verteidigten die Karlsruher den DFB-Pokal nach einem 3:1 im Endspiel gegen den Hamburger SV, und wurden 1958 und 1960 noch zweimal Süddeutscher Meister.

1963 war der KSC Gründungsmitglied der Bundesliga, spielte dort in der Folgezeit jedoch immer gegen den Abstieg und stieg 1968 schließlich ab. Viermal scheiterte der KSC in der Bundesliga-Aufstiegsrunde, bevor der Aufstieg als Meister der neu gegründeten 2. Bundesliga im Jahr 1975 gelang. Bis Mitte der 80er Jahre war der KSC eine Fahrstuhlmannschaft und spielte jeweils sechs Jahre in der ersten und zweiten Bundesliga.

Nach der Verpflichtung von Trainer Winfried Schäfer im Jahr 1986 begannen die erfolgreichsten zehn Jahre der jüngeren Geschichte. 1987 gelang dem KSC der erneute Aufstieg in die Bundesliga, wo sich der Verein für einige Jahre etablierte. Mit dem sechsten Rang 1993 qualifizierte sich der KSC erstmals für den UEFA-Pokal und spielte dort eine herausragende Runde. In der zweiten Runde besiegten die Karlsruher nach einem 1:3 im Hinspiel den FC Valencia mit 7:0 und zogen schließlich sogar ins Halbfinale ein. Der KSC nahm noch zweimal (1996/97 und 1997/98) am UEFA-Cup teil und erreichte 1996 das DFB-Pokalfinale, welches gegen den 1. FC Kaiserslautern 0:1 verloren ging. Im selben Jahr gewann der Verein jedoch das Finale um den UEFA Intertoto Cup gegen Standard Lüttich und sicherte sich auf diesem Weg doch noch die Teilnahme am UEFA-Pokal.

Nach dem Abstieg aus der ersten Liga im Jahr 1998 begannen für den KSC sportlich und wirtschaftlich turbulente Jahre, in denen von der dritten bis zur ersten Liga alles dabei war. Im Jahr 2014, nachdem die Blauweißen in der zweiten Bundesliga wieder in ruhigerem Fahrwasser schwimmen, feiert der Verein ein großes Jubiläum: 120 Jahre KSC!


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