Willensstarker KSC gewinnt 2:1 gegen Nürnberg
Am 5. Spieltag empfing unser KSC den 1. FC Nürnberg im BBBBank Wildpark. Im Spielbericht gibt es den 2:1-Erfolg zum Nachlesen.

Christian Eichners Taktik
„Never change a running system!“ – Bei seiner nach vier Spieltagen noch ungeschlagenen Elf sah Cheftrainer Christian Eichner keinen Änderungsbedarf. Somit lief Blau-Weiß erneut in einer Fünferkette auf, bei der im eigenen Ballbesitz Sebastian Jung und David Herold die offensive Außenbahn verstärkten. Im Mittelfeld spielte Andi Müller auf der defensiv ausgerichteten Sechserposition, links und rechts vor ihm agierten Kapitän Marvin Wanitzek und Lilian Egloff. Die Sturmspitze bildete indes das eingespielte Duo Schleusener/Simic. Auf der Auswechselbank nahmen in ihrem neuen Wohnzimmer erstmals Leon Opitz, Philipp Förster und Shio Fukuda Platz.
Die Zahl des Spiels
116 – Mit so vielen Stundenkilometern hämmerte unser Kapitän den Ball zum 2:1 ins Tor!
Das Spiel in der Zusammenfassung
Beide Keeper zeichnen sich aus
Angepeitscht von einer grandiosen Choreographie der Gegengerade unter dem Motto „Blau-Weiß ist, wenn wir eins sind“ startete die Eichner-Elf schwungvoll in den Nachmittag. Die erste Torchance ließ nicht lange auf sich warten, doch nach einer Flanke auf Schleusener, die durch einen Abpraller vor Simics Füßen landete, war FCN-Keeper Reichert reaktionsschneller und verhinderte so den frühen Einschlag (4.). Wenig später erarbeitete sich unser KSC die nächste Gelegenheit auf das 1:0, Reichert brillierte bei Frankes Kopfball jedoch erneut (5.). Auf der Gegenseite wurde es nach einer knappen Viertelstunde zum ersten Mal heiß. Die Nürnberger Nummer zehn Julian Justvan setzte sich in einem Tempodribbling gegen zwei Karlsruher durch und bewies im Strafraum ein Auge für seinen gut postierten Mitspieler Mickael Biron. Der FCN-Angreifer musste den Ball aus sechs Metern daraufhin eigentlich nur noch einschieben, aber Hans Christian Bernat warf sich in höchster Not in die Schussbahn und wehrte den Ball heldenhaft ab (14.).
Fränkische Feldüberlegenheit
Nach der intensiven Anfangsphase verlor das Karlsruher Offensivspiel an Genauigkeit, die Gäste gewannen hingegen an Passsicherheit dazu. Dies resultierte in längeren Ballbesitzphasen der Franken, wodurch unsere Hintermannschaft mehrfach in Bredouille kam. Im letzten Drittel spielte das Team von Miro Klose die Angriffe aber nicht sauber zu Ende, sodass Diop (24.), Zoma (35.) und Lubach (42.) allesamt vor dem Tor scheiterten. Die Umschaltmöglichkeiten, die sich für Blau-Weiß daraus ergaben, wurden jedoch ebenfalls fahrig ausgespielt, weshalb sich der ein oder andere auf den Rängen zu diesem Zeitpunkt bereits auf eine torlose erste Hälfte einstellte.
Ereignisreiche Minuten vor der Pause
Doch kurz vor dem Pausenpfiff sammelte sich der KSC nochmal für einen finalen Angriff in Durchgang eins. David Herold trieb das Spiel über die linke Außenbahn nach vorne, wenige Meter vor der Grundlinie folgte die Flanke in das Strafraumzentrum. Dort hatte sich Fabian Schleusener von seinem Gegenspieler davon gestohlen, der die Hereingabe so unbedrängt per Volley im Tor versenken konnte (44.) – 1:0!
Damit war die erste Halbzeit allerdings noch nicht beendet! Vom Wiederanstoß weg kombinierte sich der FCN in Richtung des Karlsruher Tores, es folgte ein Eckstoß. Den Standard beförderte unsere Defensive zwar umgehend aus dem Sechzehnmeterraum, doch in zweiter Reihe stand Henri Koudossou parat, der das Spielgerät mit einem wuchtigen Schuss unhaltbar in die linke untere Ecke setzte (45.+1). Die kurze KSC-Euphorie war damit gedämpft und es ging mit 1:1 in die Kabinen.
Hektischer Beginn in Hälfte zwei
Dass sich die Eichner-Elf im zweiten Durchgang viel vorgenommen hatte, wurde direkt deutlich. Nur wenige Sekunden waren gespielt, als Marvin Wanitzek mit einer halbhohen Flanke in den gegnerischen Strafraum den ersten Versuch wagte. Die Kugel rutschte an den zweiten Pfosten durch, dort rutschte allerdings auch Fabian Schleusener am Ball vorbei. Im Anschluss arbeitete der FCN am zweiten Treffer, KSC-Keeper Bernat ließ aber keinen Schuss passieren.
In dieser Phase sah der ausverkaufte BBBank Wildpark Chancen hüben wie drüben, die bis dato gefährlichste ging dabei auf das Konto von Christoph Kobald. Im Zuge eines Eckstoßes kam der aufgerückte Innenverteidiger zum Kopfball, Nürnbergs Schlussmann Jan Reichert kratzte diesen allerdings noch von der Linie (54.).
Nach 62 Minuten vollzog Christian Eichner dann seine ersten beiden Wechsel: Dzenis Burnic und Marcel Beifus kamen für Roko Simic und Andi Müller in die Partie. Diese Maßnahme hatte zur Folge, dass Nicolai Rapp aus der Fünferkette herausrückte und fortan im defensiven Mittelfeld agierte, zudem nahm Lilian Egloff die Stürmer-Position neben Fabian Schleusener ein. Zehn Zeigerumdrehungen später zog unser Cheftrainer seine nächsten beiden Joker, wodurch die beiden Neuzugänge Philipp Förster und Shio Fukuda zu ihren KSC-Debüts im BBBank Wildpark kamen.
Der Kapitän geht voran!
Spielerisch gestaltete sich die Partie zunehmend zäher, das Geschehen spielte sich zum Großteil im Mittelfeld ab. Ein genialer Moment führte zu einem langen Ball auf Dzenis Burnic, der die gesamte Defensive der Franken aushebelte. Mit seinem Abschluss scheiterte der bosnische Nationalspieler allerdings an Torhüter Reichert, der Abpraller landete aber perfekt im Laufweg von Marvin Wanitzek. Bei so einer Gelegenheit ließ sich unser Kapitän nicht zweimal bitten und hämmerte die Kugel in die Maschen (75.). Unser KSC war wieder in Front, der BBBBank Wildpark außer Rand und Band!
Durch den Karlsruher Führungstreffer sollte die zweite Hälfte enden, wie sie begonnen hatte: hektisch! Die bisher sieglosen Nürnberger drückten auf den erneuten Ausgleich, Blau-Weiß stemmte sich mit aller Kraft dagegen. Lochoshvilis Kopfball fehlte es nach einer Yilmaz-Flanke jedoch an Präzision (83.), auf der Gegenseite fand Förster mit seinem Abschluss keinen Weg am starken Reichert vorbei (85.).
Teufelskerl Hansi Bernat
Die fünfminütige Nachspielzeit war bereits angebrochen, da bekam der Club nochmal einen Eckball zugesprochen. Die Karlsruher Hintermannschaft war im Duell mit den großgewachsenen Nürnbergern bereits geschlagen, doch Hans Christian Bernat brillierte mit einer Parade einmal aufs Neue. Im Anschluss schlug der FCN einen weiteren Standard in den KSC-Strafraum, erneut verhinderte unser Schlussmann sensationell den späten Ausgleich (90.+2). Wenig später beendete Schiedsrichter Tom Bauer den Nervenkitzel des Nachmittags und gab gleichzeitig den Startschuss für eine blau-weiße Siegesfeier!
Fazit & Ausblick
Heimsieg – und was für einer! Die Partie gegen den 1. FC Nürnberg mag vielleicht kein spielerisches Feuerwerk gewesen sein, dafür brannte heute aber jeder einzelne Karlsruher auf dem Platz für das Wappen auf seiner Brust. Besonders herauszuheben ist Keeper Hans Christian Bernat, der mit seinen vielen unglaublichen Paraden einen enormen Anteil an dem Heimdreier hat.
Nächste Woche geht es für den KSC wieder in die Ferne, dann steht die weite Auswärtsfahrt nach Kiel zum KSV Holstein an.
Die Daten zur Partie
KSC: Bernat – Jung, Franke, Rapp, Kobald, Herold – Egloff, Müller (62. Burnic), Wanitzek – Simic (62. Beifus), Schleusener (72. Fukuda)
1. FC Nürnberg: Reichert – Koudossou, Gruber, Lochoshvili, Yilmaz – Justvan, Becker, Lubach, Diop (81. Markhiev), Zoma (81. Telalovic) – Biron (56. Grimaldi)
Tore: Schleusener (44.), Wanitzek (75.) | Koudossou (45.+1)
Ergebnis: 2:1
Schiedsrichter: Tom Bauer
Gelbe Karten: Burnic (83.) | Yilmaz (83.)
Ort: BBBank Wildpark
Zuschauende: 33.180 - ausverkauft (Heim: 29.620, Auswärts: 3.560)











