Rückrundenserie gerissen: KSC unterliegt Union Berlin
Beim Start in die englische Woche musste sich der Karlsruher SC nach einem hartumkämpften Spiel gegen Union Berlin trotz guter Leistung und Überzahl geschlagen geben. 18.952 Zuschauer verfolgten das Spitzenspiel der beiden in der bisherigen Rückrunde starken Mannschaften im Stadion an der Alten Försterei.

Aus dem Stadion an der Alten Försterei berichtet Diana Kubatschek
Mit gleich fünf personellen Änderungen ging die Startelf von Trainer Markus Kauczinski in das Spiel gegen Union Berlin. In der Abwehrzentrale lief Daniel Gordon für den verletzten Martin Stoll auf, für den gelb-rot gesperrten Ylli Sallahi sprang der zuletzt ausgefallene Dennis Kempe ein, der nach verheilter Risswunde wieder genesen war. Boubacar Barry begann anstelle von Mohamed Gouaida für die Blau-Weißen und auch im Sturm nahm der Trainer einen Wechsel vor: Dimitris Diamantakos ersetzte Erwin Hoffer, der auf der Bank Platz nehmen musste.
Mit Union traf der KSC auf einen starken Gegner, der in der Rückrunde bis dato ähnlich erfolgreich war wie die Badener selbst. Das hierdurch erhoffte spannende Spitzenspiel ließ allerdings auf sich warten. Zwar sah der Unioner Damir Kreilach kaum dass das Spiel angepfiffen war, die erste gelbe Karte (1.), doch außer mit intensiven Zweikämpfen waren beide Mannschaften lange Zeit mit einem Abtasten im Mittelfeld beschäftigt. Vorstöße in den gegnerischen Strafraum, gab es wenige und wenn, endeten diese ohne nennenswerten Abschluss. Der Karlsruher SC war zumindest die aktivere Mannschaft der ersten Viertelstunde in Richtung des gegnerischen Strafraums, musste sich der starken Abwehr der Berliner aber zunächst geschlagen geben. So verlief unter anderem ein Passversuch von Boubacar Barry, der die Möglichkeit ergriff Dimitris Diamantakos vor der Strafraumgrenze anzuspielen, erfolglos und wurde von Union Berlin abgewehrt (6.). Der erste gefährliche Abschluss der Hausherren durch Redondo per Kopf ging daraufhin am linken Pfosten vorbei, so dass auch René Vollath nicht wirklich in Bedrängnis kam (14.).
Mit Ausnahme von Standardsituationen wie dreier Eckstöße der Berliner am Karlsruher Tor (18., 19., 21.) nahm das Spiel in der kommenden halben Stunde zwar etwas an Fahrt auf, ohne jedoch herausragende Situationen zu generieren. Umso überraschender kam in der 31. Min das 1:0 für den KSC durch Hiroki Yamada, der von Valentini an der Torauslinie flach den Ball vor den Kasten geflankt bekam. Durch die Führung beflügelt machten es die Blau-Weißen den Hauptstädtern zusehends schwerer und kämpften sich vermehrt in die gegnerische Hälfte vor. Aber das verdiente 1:0 währte trotz Drucks der Karlsruher nicht lange, denn in der 45. Minute erzielte Berlin, ebenso unerwartet wie die Karlsruher zuvor, durch Kroos aus 17 Meter Entfernung ein Tor zum 1:1 Halbzeitstand.
Die zweite Hälfte startete seitens André Hofschneider, der für den krankgeschriebenen Union Trainer Sascha Lewandowski einsprang, ohne Wechsel. Markus Kauczinski brachte Dimitrij Nazarov für Boubacar Barry ins Spiel. Dieses ging weiter wie es aufgehört hatte mit besseren Chancen und mehr Ballbesitz für die Blau-Weißen. Auch Damir Kreilach blieb seiner Linie treu und erhielt für sein erneutes Foulspiel an Hiroki Yamada kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit von Schiedsrichter Harm Osmers die gelb-rote Karte gezeigt (47.). Der darauffolgende Freistoß ermöglichte es Dennis Kempe in den Fünfmeter Raum der Eisernen vorzudringen und frei vor Busk zu kommen, der den Ball aber sicher hielt. Ein mögliches Tor hätte aufgrund der gepfiffenen Abseitsposition jedoch nicht gezählt.
In der 56. Minute machte der Karlsruher Trainer dann ein zweites Mal von seinem Wechselrecht gebraucht und brachte Sascha Traut für Daniel Gordon auf den Platz. Der Torschütze der Karlsruher, Hiroko Yamada, hatte weiterhin die volle Aufmerksamkeit der Gastgeber inne und wurde wiederholt gefoult, diesmal von Sören Brandy (56.). In der 60. Minute folgte dann der Schockmoment für die bis dahin kampfstarken Karlsruher. Manuel Gulde vertendelte nach eigentlich schon geklärter Situation den Ball im eigenen 16-Meterraum. Wood nutzte die Chance und jagte mit links die Kugel Richtung Karlsruher Tor; ein wahrscheinlich ungefährlicher Ball, der von Sascha Traut aber so abgefälscht wurde, dass er für René Vollath unhaltbar neben dem rechten Pfosten hinter der Linie landete.
Von dieser Situation erholten sich die Karlsruher kaum. Zwar waren sie weiter überwiegend im Ballbesitz, konnten diesen aber nicht für sich nutzen. In der 68. Minute schöpfte Trainer Kauscinzki sein Wechselkontingent dann völlig aus und setzte Gaétan Krebs für den mit gelb vorbelasteten Dominik Peitz ein. Zwar versuchte der KSC daraufhin wieder verstärkt zu kontern, doch ohne den ersehnten Ausgleich einzufahren. Auch die Chance des Torschützen Hiroki Yamada auf einen zweiten Treffer ging aus 17 Metern Torentfernung knapp am rechten Pfosten vorbei (76.).
Das Spiel hatte sich durch das Berliner Führungstreffer binnen weniger Sekunden gewandelt und die nicht überwundene Schockstarre der Karlsruher nutzte Union Berlin, um den Ball wieder mehr in die eigene Gewalt zu bringen. Das bereits vorher schon köperbetonte Spiel beider Mannschaften wurde zusehends ruppiger, was weitere gelbe Karten zur Folge hatte. So sah auch Dimitrij Nazarov in der 79. Minute den gelben Karton.
Die letzten Spielminuten gestalteten sich nochmals spannend, als Enrico Valentini in der 86. Minute nach einer von Heimkeeper Busk gefausteten Vorlage den Ball Richtung Tor drosch. Pogatetz konnte jedoch in letzter Sekunde mit vollem Köpereinsatz die Eisernen vor dem Ausgleich bewahren. Durch späte Wechsel schaukelte André Hofschneider den Sieg für die Berliner über die Zeit. So endete das Rückrundenspiel des KSC in Berlin mit einer Niederlage.
Zeit zum Hadern bleibt allerdings nicht, denn bereits am kommenden Dienstag erwartet der KSC im heimischen Wildpark um 17.30 Uhr den SC Paderborn.











